Elmshorner Fußball : Hat der FC ein Fan-Problem?

Die Elmshorner Fangruppe Fanatics, hier ein Archivbild,  ist beim Auswärtsspiel des FC Elmshorn gegen Barmbek-Uhlenhorst mal wieder in den Mittelpunkt der Kritik gerückt. Aus ihren Reihen heraus soll geprügelt worden sein.
Die Elmshorner Fangruppe Fanatics, hier ein Archivbild, steht in der Kritik.

Gewalt gegen Ordner und Zuschauer: Nach der Partie gegen Barmbek-Uhlenhorst kam es zu schweren Ausschreitungen. Die Täter sollen aus dem Umfeld der Elmshorner Fanatics kommen.

shz.de von
12. November 2013, 12:00 Uhr

Unschöne Szenen am Rupprechtplatz. Nach dem 2:2 in der Oberligapartie Barmbek-Uhlenhorst gegen den FC Elmshorn am Sonntag kam es nach dem Spiel zu Krawallen auf und vor der Sportanlage der Hamburger Gastgeber. Demnach sollen aus dem Umfeld der Elmshorner Anhängergruppe Fanatics einige Mitgereiste gewalttätig gegen Ordner und BU-Fans geworden sein. Die Polizei musste einschreiten.

Bereits in der vergangenen Saison sorgte die Begegnung beider Teams für eine gewisse Brisanz. Beim Duell auf der Anlage des FCE hätten Mitglieder der Fanatics BU-Fans aufgelauert und bedroht. Bewiesen wurde jedoch nichts. Ein fader Beigeschmack blieb allerdings an den Fanatics hängen.

Aufgrund dieser Vorkommnisse und einer Rivalität beider Fanclubs wollten beide Vereine am vergangenen Wochenende kein Risiko eingehen und handelten präventiv. Ordner auf dem Platz sollten Ausschreitungen verhindern. Die Hamburger Polizei hingegen lehnte trotz Hinweise beider Sicherheitsbeauftragten der Klubs auf mögliche Eskalationen eine Begleitung der Partie ab. Man sehe die Begegnung nicht als sicherheitsrelevant an, um Beamte dafür abzustellen, hieß es dazu seitens der Behörde.

Es kam, wie es vermutet wurde. Nach dem Spiel wollten Ordner beide Fangruppen voneinander getrennt aus dem Stadion führen. Vermummte Fans gingen gewaltbereit auf die Sicherheitsleute los. Ein Ordner soll mehrfach Schläge abbekommen haben und wurde verletzt. Aus welchen Reihen die Randale ausgingen, ist nicht einfach nachzuvollziehen. Die weiteren Ermittlungen und Berichte der Schiedsrichter und BU-Verantwortlichen sollen in den kommenden Tagen Aufschluss darüber geben.

FCE-Präsident Helge Melzer verurteilt die Gewaltbereitschaft einiger Stadionbesucher aufs schärfste: „Hirnlose und Schwachsinnige, die sich in einer Gruppe verstecken, wird man in keinem Stadion der Welt herausfiltern können.“ Das haben auch die jüngsten Krawalle beim Spiel Schalke gegen Dortmund gezeigt. Wer Schuld an den Auseinandersetzungen am vergangenen Sonntag auf dem Rupprechtplatz hatte, darüber möchte Melzer nicht spekulieren. „Es gibt viele Gerüchte, die im Internet kursieren. Da möchte ich mich heraushalten.“

Warum die Polizei die Mahnungen beider Klubs ignoriert hat, sei ihm nicht nachvollziehbar. Aber: Der FCE werde nun alles daran setzen, die Vorfälle aufzuklären. Sollten Elmshorner Fans mitverantwortlich gewesen sein, werden diese für lange Zeit aus Stadien verbannt werden, so Melzers Drohung. „Wir brauchen keinen Fan, der sich gewalttätig unter dem Deckmantel des FCE versteckt.“ FCE Trainer Achim Hollerieth: „Die Leute, die sich mit Tüchern vermummt haben, waren am Sonntag mit Sicherheit nicht wegen des Fußballs bei BU.“

Der Hamburger Fußball-Verband ist indes alarmiert. HFV-Sprecher Carsten Byernetzki sagte: „Wir werden die Berichte von BU und der Schiedsrichter abwarten und dann entscheiden, wie weiter zu verfahren ist.“ Das Sportgericht werde sich mit den Vorkommnissen befassen. Sollten Schuldige ausgemacht werden, so würden die Vereine abgestraft. Das führe im Zweifel zu Punktverlusten oder Geldstrafen. Stadienverbote sei Sache der jeweiligen Vereine.

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