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Faustball : Handgepäck oder Sonderfracht?

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Faustball: Der Pinneberger Rouven Kadgien gewinnt bei WM in Brasilien mit U18-Nationalteam Gold – auch U18-Mädchen triumphieren

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erstellt am 24.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Die Kleinstadt Pomerode im Süden Brasiliens wurde um 1861 von pommerschen Siedlern gegründet und hat noch heute mit knapp 92 Prozent der Stadtbevölkerung den größten Anteil deutschstämmiger Einwohner in Brasilien.

Insofern war Pomerode für die deutsche U18-Nationalmannschaft der männlichen Faustballer ein gutes Pflaster. Dass sie sich in der „deutschen Enklave“ richtig heimisch fühlten, zeigten sie bei der Junioren-Faustball-WM vom 17. bis zum 20. April. Im Finale gegen Gastgeber Brasilien holte sich der Faustball-Nachwuchs aus Deutschland den Titel – und mitten drin ein Pinneberger: der erst 16-Jährige Rouven Kadgien, der in der 1. Liga für den VfL Kellinghusen spielt.

„Das ist ein großes Abenteuer für mich. Ich habe zuletzt in der Halle gespielt, muss aber in Brasilien aufs Feld. Eine Umstellung, wobei ich gut vorbereitet bin und auch schon draußen trainiert habe“, berichtete Kadgien leicht aufgeregt, bevor er am 12. April von Frankfurt aus mit dem Flugzeug in Richtung Südamerika startete. Nach nur wenigen Tagen der Akklimatisierung ging es sofort aufs Feld und rein ins Turnier – und das äußerst erfolgreich: In der Vorrunde setzte sich Kadgien zusammen mit dem zehnköpfigen Nationalteam um die beiden Bundestrainer Roland Schubert (Berlin) und Hartmut Maus (Solingen) gegen die Delegationen Namibias (3:0), der Schweiz (3:1), Brasiliens (3:2), Argentiniens (3:0), Österreichs (3:2) sowie Chiles (3:0) durch und sicherte Vorrunden-Platz eins (18:5 Sätze, 12:0 Punkte), gleichbedeutend mit der vorzeitigen Qualifikation fürs Finale, in dem es erneut gegen Brasilien ging.

„Es war in der Vorrunde bereits ein enges Match, im Endspiel dann erneut noch einmal ein hohes Niveau“, berichtete Kadgien nach dem anstrengenden 3:1-Finalsieg bei hoher Luftfeuchtigkeit und knapp 29 Grad Celsius. „Die WM in Brasilien war nach der Europameisterschaft in Österreich 2013 (Vizetitel, d. Red.) erst das zweite internationale Turnier für mich und schon jetzt hat sich ein Traum erfüllt. Das ist der größte Erfolg meiner noch jungen Karriere“, schwärmte Rouven Kadgien nach dem Triumph, den seine Eltern Christian – selbst aktiver Faustballer – und Annette Kadgien aus dem Dänemark-Urlaub verfolgten. „Wir haben von Rouven nun auch schon seit einigen Tagen nichts mehr gehört, das kann daran liegen, dass er den Erfolg nun mit seinen Teamkollegen an der Küste von Florianopolis auskostet“, berichtet Vater Christian Kadgien stolz und lacht.

Am kommenden Sonnabend um 22 Uhr wird Vater Kadgien Sohn Rouven zusammen mit der Kellinghusener Faustballgemeinschaft am Wrister Bahnhof empfangen. Mit ihm kommen dann auch die Kellinghusenerinnen Nadja Zühlke, Lisa Maas und Jaqueline Böhmker zurück in die Heimat, die parallel zum Erfolg der U18-Jungs mit den deutschen U18-Mädels in Pomerode den WM-Titel holten (3:0 im Finale gegen Österreich). Doppelgold für Deutschland – am Sonntag steigt in Kellinghusen für die Faustball-Asse ein großes Fest.

Vor seiner Rückkehr gilt es für Rouven Kadgien nun am Strand von Florianopolis im Bundesstaat Santa Catarina und bei einer Dschungel-Tour auszuspannen, eh sich beim Rückflug die nächste Herausforderung für den Pinneberger stellt: Soll er den riesigen WM-Pokal mit ins Handgepäck nehmen oder als Sonderfracht ausweisen?

 

 

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