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TSV Sparrieshoop : Halle dicht – Sport in einem Zelt?

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Nach der Sperrung: Der TSV Sparrieshoop sucht nach einer Lösungen.

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2015 | 16:00 Uhr

Eigentlich, so sagte es Wolfgang Roschinski während der Jahreshauptversammlung des TSV Sparrieshoop, müsste er hier mit einem strahlenden Gesicht sitzen. Der Traum von der großen Sporthalle ist schließlich in Erfüllung gegangen. Die Mitgliederzahl des von ihm als Vorsitzenden geleiteten TSV Sparrieshoop hat im Dezember 2014 endlich die angestrebte 1000er-Marke übersprungen.

Wenn da das Wörtchen „Eigentlich“ nicht wäre. Aus dem Traum Sporthalle droht ein Albtraum zu werden seitdem im Februar Wasser unter dem Hallenboden entdeckt worden ist und die Halle gesperrt werden musste (diese Zeitung berichtete). Nur der kleine Gymnastikraum ist freigegeben. Für wie lange? „Im schlimmsten Fall können es ein oder zwei Jahre sein; wenn es gut läuft, vielleicht vier bis sechs Wochen“, sagte Roschinski, was so viel heißen sollte wie: „Wir sind nicht in der Lage, irgendeinen Zeitpunkt zu nennen.“

Derzeit läuft die Suche nach der Ursache für den Schaden. Nach einem Anwalt werde der Verein nun auch einen gutachterlich bestellten Bausachverständigen einschalten, kündigte der Vereinsboss an, der mit Hinweis auf das „schwebende Verfahren, das uns und die Gemeinde viel Geld kosten kann“, Spekulationen über die mögliche Herkunft des Wassers vermied. Bekannt gab er lediglich: „Uns wurde gesagt, man geht von zwei Schadenstellen aus.“

Die Betroffenheit in den Sparten ist groß, die Sorge noch größer. Während die Handball-Jugend dank der Zusammenarbeit im Elmshorner Handball-Team auf Zeiten in der Krückaustadt ausweichen konnte, ist dies für andere Sparten nicht möglich. Die jugendlichen Tischtennisspieler haben einen Unterschlupf in Horst gefunden, die Erwachsenen fahren ins 30 Kilometer Wilster. Die Kinderturngruppen fallen beispielsweise komplett aus.

Die alte Halle in der Grundschule zu nutzen, wie es die ehemalige Kassenwartin Karin Storjohann vorschlug, ist laut Roschinski nicht möglich, da diese nicht den Unfallverhütungsvorschriften entspreche. Außerdem treibe die Gemeinde derzeit deren Umbau zu einer Mensa voran.

Er sei aber bereit, auch ungewöhnliche Wege zu gehen. „Ich werde mich in der kommenden Woche darum kümmern, was ein Zelt von 30 mal 40 Metern mit Fußboden und Heizung kostet“, kündigte Roschinski an. In Bokholt-Hanredder hatte man vor einiger Zeit so eine Übergangslösung während einer Hallensperrung gefunden.

Auswirkungen könnte die Hallenmisere auch auf die Finanzplanung des Vereins haben – und das in zweierlei Hinsicht: Zum einen gab es bereits Austritte, zum anderen stellte Roschinski den unmittelbar betroffenen Mitgliedern für dieses Jahr eine teilweise Rückerstattung von Beiträgen in Aussicht. Diese machen aber mit 83  000 Euro den mit Abstand größten Einnahmeposten im 117  000 Euro umfassenden Haushaltsplan 2015 aus.

Angesichts der Hallendiskussion gingen die Satzungsänderung, nach der es jetzt drei gleichberechtigte stellvertretende Vorsitzende gibt, fast unter. Neu gewählt wurden Frank Ehlert (Bereich Hallenverwaltung/ Werbung) und Thomas Schröder (Bereich Veranstaltungen/Kommunikation). Der bisherige 3. Vorsitzende Theo Schinkel übernimmt den Bereich Finanzen. Ausgeschieden aus dem Vorstand ist der 2. Vorsitzende Günther Krohn. Zudem kündigte Roschinski an, dass der Vorstand beabsichtige, einen nebenamtlichen Geschäftsführer auf 450-Euro-Basis zu suchen.

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