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Fussball-Oberliga : Großes Tauziehen um Ziller

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Oberligisten VfL Pinneberg und SV Rugenbergen wollen Elmshorner Spielmacher in der Winterpause verpflichten.

shz.de von
erstellt am 21.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Zum Glück für die Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg ist deren Manager David Fock im Hauptberuf Bankkaufmann.

Mit Zahlen kennt sich „Focker“ aus. Das ist auch gut so, denn dieser Tage rechnet der 40-Jährige das Budget der VfL-Fußballabteilung hin und her. Immer in Abstimmung mit Fußball-Vorstand Manfred Kirsch und Trainer Michael Fischer. Das Trio will im Januar, wenn die Wintertransferperiode beginnt, noch einmal aktiv werden. Zumal sich in der Fußballszene des Kreises etwas tut. Nur einige Kilometer entfernt, beim FC Elmshorn, wollen gleich mehrere Leistungsträger weg – beziehungsweise sollen von der Gehaltsliste der Krückaustädter gestrichen werden. Ihre Namen: Patrick Ziller, Patrick Scheidt, Ahmed Osmanov, Marc Lange und Goran Petrekovic-Loncar.

„Wenn ein guter Offensivspieler wie Patrick Ziller wechselwillig und auf dem Markt ist, wäre es fahrlässig, sich nicht mit ihm zu beschäftigen. Es hat erste Gespräche gegeben. Nun sitze ich hier mit einem spitzen Bleistift und rechne, wo wir an anderen Stellen einsparen können, um gegebenenfalls Neuverpflichtungen tätigen zu können“, bestätigt Fock das Interesse des VfL am offensiven Mittelfeldspieler aus Elmshorn (ohne Amateurvertrag), dessen gute Freunde, die Ex-Elmshorner Tim Jeske, Tim Brüggemann, Flemming Lüneburg und Steffen Maaß bereits für den VfL auflaufen und der zudem in einem Pinneberger Baumarkt arbeitet. Aber der VfL-Manager sagt auch: „Noch gibt es keine konkreten Vertragsverhandlungen. Man kennt und schätzt sich, wir haben uns aber noch nicht geeinigt.“ Nach Informationen des Tageblattes liegen die finanziellen Vorstellungen beider Parteien noch zu weit auseinander. VfL-Vorstand Manfred Kirsch sagt deutlich: „Es wird beim VfL keine finanziellen Kraftakte geben, es muss in unser Konzept passen.“ Doch VfL-Trainer Fischer wünscht sich offensive Verstärkungen, zumal die Personaldecke bei den Pinnebergern immer dünner wird. Rekonvaleszent Jeske erlitt einen Rückschlag, zog sich am bereits operierten Knie (Kreuzband) einen Innenbandriss zu, fällt weiterhin aus. Sören Lühr leidet an einer (chronischen) Schambeinentzündung und nun ereilte Fischer auch noch die Hiobsbotschaft, dass Stürmer Artur Frost bis zum Saisonende auszufallen droht – Knorpelschaden. „Ich hatte zuletzt nur 13 gesunde Spieler beim Training, da stünden uns Neuverpflichtungen gut zu Gesicht“, gibt Fischer zu, dessen Team – trotz Personalsorgen – Zweiter ist und am Sonnabend (14 Uhr) Germania Schnelsen empfängt. Für Verteidiger Scheidt (Fock: „Ein genialer Fußballspieler“) habe der VfL derzeit keine Verwendung, er wird mit dem SH-Verbandsligisten VfR Horst in Verbindung gebracht – so wie auch Ziller. Konkurrenz im Werben um Ziller könnten Fock und Co. zudem ausgerechnet vom Kreis-Rivalen SV Rugenbergen erhalten. Am Mittwoch unterhielt sich dessen Manager Andreas Lätsch ebenfalls mit dem FCE-Spielgestalter. Tauziehen um Ziller?

„Es waren erste Sondierungsgespräche. Wenn uns im Winter keiner verlässt, wird wohl auch keiner dazu kommen können, aber wir müssen abwarten, wir waren mit Ziller bereits vor knapp zwei Jahren im Gespräch, damals passte es leider nicht“, sagt Trainer Ralf Palapies, dessen Team am Sonnabend Altona 93 empfängt (14 Uhr). Also den Verein, mit dem der Spieler Palapies 1994 Hamburger Pokalsieger wurde, dessen späteres Duell im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten Borussia Dortmund er allerdings versäumte, da er zuvor dem VfL Pinneberg einen Wechsel zugesagt hatte. „Pala“ muss am Sonnabend gegen seine „alte Liebe“ auf Spielmacher Jan Melich (Oberschenkel) ebenso verzichten wie auf Cesar M’Boma (Wade). Dennis von Bastian, Pascal Haase und Dennis Schmidt drohen wegen einer Grippe auszufallen.

Der Tabellenprimus der Liga, die SV Halstenbek-Rellingen (Sonntag um 14 Uhr in Niendorf zu Gast), sieht derweil keinen Anlass, im Winter zu handeln. „Wir verschwenden keinen Gedanken an die Wechselperiode. Wir haben einen erstklassigen Kader“, stellt Trainer Thomas Bliemeister klar, der sein Team dennoch in die Pflicht nimmt. „Wir müssen weiter Gas geben und dürfen uns auf keinen Fall zurücklehnen.“

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