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Fussball-Oberliga : Großer Knacks oder Trotzreaktion?

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fußball: Nach erster Saisonpleite will Tabellenführer Halstenbek-Rellingen im Derby beim SV Rugenbergen wieder in die Erfolgsspur finden

shz.de von
erstellt am 28.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Am Montagabend weilte Ralf Palapies, Trainer der Oberliga-Fußballer des SV Rugenbergen, im TV-Studio des Senders Hamburg1 an der Rothenbaumchaussee, um live die Auslosung des Achtelfinals des Oddset-Pokals zu verfolgen.

„Es hätte besser kommen können“, kommentierte der 44-Jährige hinterher das Los seines Teams. Denn die Rugenbergener könnten im kommenden Februar im Achtelfinale auf den Kreisnachbarn und Tabellenführer der Oberliga, die SV Halstenbek-Rellingen, treffen. Vorraussetzung: HR gewinnt sein Viertrundenspiel im Dezember gegen den SC Victoria.

Das alles ist noch Zukunftsmusik – und dennoch präsent. Denn am morgigen Sonnabend treffen der SV Rugenbergen und HR bereits in der Liga aufeinander (14 Uhr, Ellerbeker Straße, Hinspiel: 2:0 für HR). „Da können wir HR schon einmal im Hinblick auf das mögliche Pokal-Duell ausgiebig beobachten und studieren“, scherzt Palapies, um dann gleich wieder ernst zu werden. Denn der Bönningstedter Trainer weiß um die Schwere der Aufgabe und hat bei seiner Mannschaft ein Problem ausgemacht: Seit nunmehr drei Spielen hat der SVR kein Tor mehr erzielt.

„Was uns derzeit in der Tat fehlt, ist die Ausgewogenheit zwischen Angriff und Abwehr. So wie in der vergangenen Saison, nur umgekehrt: Letztes Jahr haben wir viele Tore geschossen, aber auch viele kassiert. Jetzt haben wir die beste Abwehr der Liga, erzielen aber dafür zu wenige Treffer.“

Kein Wunder also, dass Palapies und sein Co. Knut Aßmann unter der Woche daran arbeiteten, die Balance wiederherzustellen. „Wir müssen vorm gegnerischen Tor wieder entschlossener zu Werke gehen, das darf aber keineswegs auf Kosten der Defensive geschehen“, erklärt Palapies.

Zumal HR die beste Offensive der Liga mitbringt. Palapies, der morgen auf Viktor Streib (Zerrung) und Hendrik Rühmann (unter der Woche berufsbedingt verhindert) verzichten muss, beobachtete die Halstenbeker bei deren erster Saisonniederlage vor gut einer Woche in Niendorf (3:4) eine Stunde lang und will „leichte, aber keine großen Schwächen“ erkannt haben. Welche genau, das will er nicht verraten. Nur so viel: „Man hat gesehen, dass sie verwundbar sind. Sie machen kaum Fehler, aber die wenigen, die sie machen, muss man dann auch ausnutzen, das hat Niendorf geschickt gemacht, wobei HR auch nicht seinen besten Tag erwischte und dennoch drauf und dran war, die Partie noch zu drehen.“

Dass die erste Saisonpleite nach zuvor 16 Ligapartien ohne Niederlage die Baumschuler aus der Bahn werfen wird, daran glaubt Palapies indes nicht: „Sie haben eine überragende Hinrunde gespielt. Es gibt für sie keinen Grund, an sich zu zweifeln.“

Was bewirkt die 3:4-Pleite von Niendorf bei der jungen Truppe von HR? Den großen Knacks oder eine Trotzreaktion?

Palapies’ Pendant, der erfahrene HR-Coach Thomas Bliemeister, scherzt: „Wir werden jetzt ganz bestimmt nicht vom Spielbetrieb abmelden.“ Und er ergänzt: „Es gibt keinen Knacks, die Stimmung im Team ist gut, wir haben uns nie selbst zum Meisterschaftsfavoriten ernannt. Uns war bewusst, dass es auch mal eine Niederlage geben wird. Gegen Niendorf haben wir bei zwei Toren den Gegner eingeladen, wir haben uns an diesem Tag praktisch selbst geschlagen.“ Bliemeister habe sein Team an die anstehenden wichtigen Aufgaben erinnert (Derby, Pokal) und gemahnt, die Konzentration hoch zu halten.

In Bönningstedt kann der 58-Jährige auf nahezu alle Akteure zurückgreifen, der Langzeitverletzte Timo Wieckhoff ist wieder fit und wird erstmals in dieser Saison auf der Bank platz nehmen.

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