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Mountainbiken : Große Sprünge am Flora-Ring

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Wenn große Jungs im Dreck fahren: Die Mountainbiker der SV Lieth bauen Parcours auf der ehemaligen Rennstrecke neu auf

Ein provisorisch zwischen Bäumen und zwei schnell aufgestellten Pfosten gespanntes orangefarbenes Segeltuch ist derzeit der einzige Schutz vor Regen. Darunter haben die Mountainbiker und BMX-Fahrer der SV Lieth um Christian Merkel eine Bank gestellt. Von der bislang als Unterstellmöglichkeit mit genutzten Hütte auf dem ehemaligen Flora-Ring in Klein Nordende ist nur noch ein Haufen verbranntes Holz übrig. Daneben steht, ebenfalls reichlich angesengt, die Garage, in der einst das Werkzeug lagerte, das die Sportler bei dem Feuer am vergangenen Mittwoch in letzter Minute retten konnten. Die Polizei hat den Bereich der schwarzen Trümmer mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Wenige Meter weiter lassen einige Jugendliche und junge Erwachsene die Erinnerung an den Schock von der Feuermeldung hinter sich.

Von der fünf Meter hohen hölzernen Startrampe stürzen sie sich auf ihren Moutainbikes oder BMX-Rädern auf die Strecke, springen über zwei Hindernisse und wenden schließlich in einer Steilkurve. Direkt daneben gibt es den Parcours in deutlich abgeschwächter Ausführung für die Jüngsten unter den 25 aktiven Fahrern.

„Hier soll jeder seinen Spaß haben“, sagt Christian Merkel. Selbst die großen Sprünge sind als so genannter Tisch aufgebaut, also ob platt. „Da kann man rauf fahren oder rüber springen – je nach Können“, erläutert Merkel. Der Schutzhelm ist Pflicht. Auch müssen immer zwei Fahrer anwesend sein, damit im Falle des Falles Hilfe geholt werden kann.

In den vergangenen Wochen und Monaten haben die Dirtbiker, wie sie sich selbst nennen, die 1,5 Hektar große Strecke gerade erst neu hergerichtet. Nicht ganz freiwillig: Weil das Gelände des alten Flora-Rings geteilt wurde, mussten die Crossfahrer im April dieses Jahres einen Teil der früheren Autorennstrecke, die sie seit 2005 nutzen dürfen, aufgeben und sich in dem der Bundesstraße zugewandten Teil neu einrichten. Das war viel Arbeit. An zwei Wochenenden erhielten sie Unterstützung von einem Bagger, für den ein Spartenmitglied die Spritkosten aus eigener Tasche zahlte.

Von dem Budget, das der Hauptverein zur Verfügung stellt, sei der Einsatz solcher Großgeräte nicht zu finanzieren, sagt Merkel. Es beträgt 1000 Euro; außerdem übernimmt die SV Lieth die Pacht für das Gelände.

Vieles von dem verbauten Holz ist gespendet worden. So gut die Bahnen auch in Schuss sind, so sehr fehlt dennoch ein Dach über dem Kopf. Ein Unterstand wird daher eine der nächsten Baumaßnahmen sein – wenn denn Material da ist.

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erstellt am 14.Sep.2013 | 16:00 Uhr

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