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Veerinspolitik : Gespräche ja, Zugeständnisse nein

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der neu gewählte FTSV-Fortuna-Vorsitzende Frank Meyer steckt in seiner ersten Rede die Zusammenarbeit mit dem FC Elmshorn ab

Er war vor einem Jahr von Hans-Peter Schwider in den „vorläufigen Ruhestand“ verabschiedet worden. Nun ist Frank Meyer wieder im Vorstand des FTSV Fortuna Elmshorn – und das in vorderster Front. Der ehemalige Schatzmeister des zweitgrößten Elmshorner Sportvereins wurde während der Delegiertenversammlung am Mittwoch bei fünf Gegenstimmen aus Fußball- und teilweise Schwimmlager zum neuen Vorsitzenden und damit Schwiders Nachfolger gewählt.

Dabei hatte sich Meyer lange Zeit geziert, für das Amt zu kandidieren. Noch während der Versammlung hatte er selbst den stellvertretenden Vorsitzenden des Kreissportverbandes Pinneberg, Holger Thiedemann, vorgeschlagen, aber nur das zu erwartende Kopfschütteln geerntet. „Diese Legislaturperiode ist ein Versuchsballon, ob ich das kann“, sagte Meyer, der sich als geradlinig und stets gesprächsbereit darstellte. „Ich stehe für einen gläsernen und transparenten Verein; ich bin nicht der Kungler.“

Dabei kann der 57 Jahre alte Finanzbeamte neben der Erfahrung als Finanzminister des Vereins – „Mein Spezialgebiet“ – auch die als Vorsitzender des Judo-Klubs Elmshorn in den 90er-Jahren vorweisen. In diese Zeit fiel die Begründung der Kooperation von JKE mit dem FTSV-Fortuna-Vorgänger TSV Fortuna Langelohe und der Bau des Sportzentrums am Ramskamp.

Dieses jetzt fast 20 Jahre alte Gebäude, Symbol der Zusammenarbeit von vier Vereinen unter einem Dach, wird in den kommenden Jahren eine Last und Bürde. Der Kreis Pinneberg hat umfangreiche Auflage in Sachen baulicher Brandschutz gestellt. „Das Sportzentrum wird jetzt als Versammlungs-, und nicht mehr als Sportstätte eingestuft, weil oft mehr als 200 Besucher zeitgleich im Haus sind“, erläuterte Meyer. Dies sei rechtlich nicht anzufechten gewesen. Als Folge müssen unter anderem eine interne Brandmeldeanlage sowie eine Außentreppe als zusätzlicher Fluchtweg vom Dojo des JKE im Obergeschoss installiert werden. Zumindest hat die Vereinsführung eine zeitliche Streckung der Maßnahmen bis ins Jahr 2016, die schätzungsweise bis zu 80 000 Euro kosten werden, erreicht. Im laufenden Jahr soll eine Rücklage von 24 000 Euro gebildet werden.

Dafür hat der Verein bereits im vergangenen Jahr gespart. „Wir wollten eigentlich in neue Sportangebote investieren. Das hatte sich mit der Brandverhütungsschau erledigt“, sagte Geschäftsstellenleiterin Annegret Prystawik.
Keine Berücksichtigung im Etat, der bereits deutlich Meyers Handschrift als Mitglied des Haushaltsausschusses trägt, fand die Summe von 50 000 Euro, um die der FTSV Fortuna derzeit vor dem Landgericht Itzehoe in einem so genannten Urkundenprozess mit seinem Kooperationspartner FC Elmshorn streitet. Beide Seiten haben ihre Unterlagen eingereicht; das Gericht entscheidet ohne weitere Anhörung. Wann ist aber offen. „Unsere Rechtsauffassung ist: Wir haben uns nichts vorzuwerfen und werden daher keine Rückstellungen bilden“, sagte Meyer. FCE-Vizepräsident Michael Homburg hatte genau das zuvor als „mutig“ bezeichnet. Er sei erstaunt darüber, „dass ihr bei der Gerichtsverhandlung davon ausgeht, dass ihr zu 100 Prozent Recht bekommt.“

Die Fußballer fordern den genannten Betrag zurück, da der Hauptverein in den vergangenen Jahren die festgelegte jährliche Zuweisung in Höhe von 25 000 Euro unter anderem wegen Beitragsrückständen von FCE-Mitgliedern immer wieder gekürzt hatte. Für dieses Jahr sind beim FTSV Fortuna sogar Einnahmen aus Verrechnung mit dem FCE von 27 000 Euro eingeplant. Die Delegierten des FCE stimmten daher dem Etatentwurf 2014 nicht zu, wie auch zuvor drei von ihnen dem alten Vorstand um Hans-Peter Schwider die Entlastung verweigert hatten.

Meyer kündigte aber an, sich nach einem Urteil in dem laufenden Prozess mit dem im Juni neu zu wählenden Vorstand des FCE unterhalten zu wollen. „Das ist ein Gesprächsangebot, aber kein Angebot an Zugeständnisse“, sagte er. Ihm gehe es darum, die „Krücken“ im Kooperationsvertrag zu ändern.

Hans-Peter Schwider wurde nach 15 Jahren Vorstandstätigkeit mit Blumen, Essengutschein und der Bronzenen Ehrennadel des Vereins in den Ruhestand entlassen – wenn auch nicht so ganz. Wenn am Montag, 12. Mai, zum nächsten Mal der „Runde Tisch Sport“ tagt, eine Fortsetzung der Gespräche aus der städtischen Sportentwicklungsplanung in 2012, wird Schwider den FTSV Fortuna dort vertreten.

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erstellt am 09.Mai.2014 | 16:00 Uhr

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