Gelbe Karte für die Steinberghalle

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Schadhafte Stellen am Boden werden im Januar ausgebessert / SC Rist fordert komplette Sanierung spätestens 2020

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01. Dezember 2018, 16:00 Uhr

Die Ansage von der Spielleitung der 2. Bundesliga ProB Nord war unmissverständlich: Entweder es passiert etwas oder dem Basketball-Aushängeschild des SC Rist droht der Verlust des Heimrechts in der Steinberg-Halle. Der Grund sind Schäden am und unter dem Hallenboden der 1980 errichteten Arena, die auch vom Johann-Rist-Gymnasium als Schulsporthalle genutzt wird. Die gute Nachricht: Der schlimmste Fall ist erst einmal abgewendet; die Stadt Wedel wird Anfang Januar die ersten Ausbesserungen vornehmen lassen. Heute, Sonnabend, empfängt der Tabellenzweite an gewohnter Stelle Lok Bernau (19 Uhr, s. Infokasten auf dieser Seite).

Nun ist der Boden nicht erst seit gestern in einem fragwürdigen Zustand. Dort, wo Deckel die im Boden vorhandenen Einsteckhülsen für Reck- oder Netzpfosten verdecken, ist die oberste Schicht oft ausgefranst. Am Übergang zu den hinteren Geräteräumen klaffen große Lücken. Mittlerweile gibt es aber sogar mitten auf dem Spielfeld kleine Löcher und – viel schlimmer – an zwei Stellen wellt sich der Boden. Eine davon liegt im Mittelkreis. „Das sieht man nur in der großen Halle, wenn das Licht richtig hereinfällt“, erklärt Andrea Koschek, die Vorsitzende des SC Rist. Verletzungen habe es bisher deshalb nicht gegeben, die Gefahr bestehe jedoch.

Am 14. Oktober fiel das Licht richtig: Die Schiedsrichter des Rister Heimspiels gegen die BSW Sixers (94:92 nach zweifacher Verlängerung) haben einen Bericht für die Ligaleitung verfasst. Die Reaktion aus Köln kam prompt – inklusive der Ansage, sollten weiter Unebenheiten auftreten oder die vorhandenen sich verschlimmern, drohe ein Spielverbot.

Kein Wunder, dass die Alarmglocken an der Elbe schrillten. „Das wäre für uns eine Vollkatastrophe“, so Koschek unmissverständlich. Ein Umzug in eine andere Wedeler Halle sei wegen falscher Linien (Bergstraße) oder nicht zugelassener Korbanlage (Rudolph-Breitscheid-Straße) nicht möglich. Zudem reichten die geforderten Zuschauerkapazitäten von mindestens 500 Sitzplätzen dort nicht aus.

Bliebe als Alternative die Edel-Optics-Arena in Hamburg-Wilhelmsburg beim Kooperationspartner Hamburg Towers. „Dort müssten wir Miete zahlen und könnten unsere Sponsorenverpflichtungen nicht einhalten“, sagt Koschek. Zudem befürchtet sie, dass selbst treue Fans die Fahrt auf die Hamburger Elbinsel nicht auf sich nehmen würden. Den zu befürchtenden finanziellen Verlust bezifferte die Rist-Vorsitzende auf bis zu 70 000 Euro. „Das würde uns an den Rand der Insolvenz bringen“, macht sie deutlich, wie dramatisch die Situation war und in Teilen noch ist.

Immerhin ist der ganz große Druck raus: Die Wedeler Stadtverwaltung hat zugesagt, dass der Boden vom 2. bis 6. Januar ausgebessert wird. Dass dem Verein das auf Sicht nicht reicht, hat Koschek in einem Brief an alle Fraktionen des Stadtparlaments deutlich gemacht. Der Verein fordert eine Komplettsanierung. Nach Schätzungen des SC Rist würde diese mindestens 120 000 Euro kosten.

Im Januar und Februar soll es weitere Gespräche mit der Verwaltung und der Leitung des Rist-Gymnasiums geben, denn es gibt weiteren Bedarf: Die Lüftung ist kaputt, die herausziehbare Tribüne hat tiefe Rillen hinterlassen und im Sommer waren Legionellen in der Wasserleitung festgestellt worden. Koschek: „Wenn die Sanierung im Paket stattfindet, bin ich dabei. Aber es muss in 2020 passieren.“

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