zur Navigation springen

Handball : Gänsehaut-Gefühle pur

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Barmstedterin Tarja Pauschert schafft mit der A-Jugend des Buxtehuder SV das Double aus DHB-Pokal und Sieg im Final Four

Wenn aus Barmstedt via Facebook & Co. Glückwünsche en masse gen Buxtehuder SV für den Gewinn der Deutschen Meisterschaft fließen, muss das einen Grund haben. Einen besonderen Grund. Den gibt es auch: Kapitän der A-Mädchen, die über Pfingsten zum zweiten Mal in Folge sich die Krone ihrer Altersklasse aufsetzten und eine Woche nach dem DHB-Pokalsieg gar das Double perfekt machten, kommt aus Barmstedt: Tarja Pauschert, 18 Jahre jung und nach dem im vergangenen Jahr bestandenen Abitur an der Elmshorner Bismarckschule derzeit in einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) beim Hamburger Handball-Verband (HHV) tätig.

Beim 24:23-Endspielsieg im Final Four über Bayer Leverkusen erzielte Pauschert 53 Sekunden vor der Schlusssirene den entscheidenden Treffer. Die Regisseurin bewies dabei Mut und Nervenstärke; zuvor war sie vier Mal freistehend an der Leverkusener Torfrau gescheitert. Es folgte eine Riesensause in der Halle und anschließend auf dem Pfingstmarkt in Neukloster. Am Dienstag schloss sich der Empfang im Buxtehuder Rathaus an, bei dem die jungen Frauen sogar den Balkon kurz entern durften.

„So langsam realisiert man das, aber so richtig glauben kann ich es immer noch nicht“, sagte Tarja Pauschert über ihr drittes und bislang erfolgreichstes Jahr im Trikot des BSV. In diesem ist sie als Nachfolgerin von Nationalspielerin Emily Bölk diejenige gewesen, die die Mannschaft mit der Kapitänsbinde um den rechten Arm aufs Feld führte. Als sie die Aufzeichnung des Finales sah, habe sie wieder Gänsehaut bekommen.

Begonnen hat alles vor 13 Jahren beim Barmstedter MTV, wo Klaus Sellhorn und Andrea Bühlmann der kleinen Tarja das Einmaleins des Handballsports näher brachten. 2010 folgte der Wechsel zum Elmshorner HT, mit dessen D-Jugend sie zwei Jahre um die Hamburger Meisterschaft – unter anderem auch gegen den Buxtehuder SV – kämpfte. EHT-Trainer Jörg Klatt formte sie zur Hamburger Auswahlspielerin. Mit dem Gewinn des Hamburger Pokals mit den Elmshorner B-Mädchen folgte 2012 der nächste Wechsel zum TuS Esingen. Zwei Jahre spielte Tarja Pauschert mit dem Tornescher Klub in der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein als höchst mögliche Spielklasse der B-Jugend – auch wieder gegen den BSV. „Spiele gegen Buxte waren damals schrecklich“, berichtet sie rückblickend, „meistens kassierte man eine hohe Niederlage.“

Der bis dahin größte Erfolg folgte im April 2014. Mit der Buxtehuderin Emily Bölk, Nele Winter und Jane Becker vom Elmshorner HT sowie Svea Geist und Barina Büchel aus Esingen gewann Pauschert mit der Hamburger Auswahl erstmals den DHB-Länderpokal für den HHV.

Was die damals 15-Jährige nicht wissen konnte: Dieser Auftritt in der Buxtehuder Halle Nord war zugleich die Bewerbung für den BSV. Wenig später saß dessen damaliger Jugendkoordinator Steffen Birkner bei Familie Pauschert zum Kaffeeplausch auf dem Sofa. Zu Beginn der Saison 2014/15 stand die junge Barmstedterin dann in den B- und A-Mädchen des niedersächsischen Clubs. „Man hat immer das Ziel genau vor Augen: Die Bundesligamannschaft trainiert direkt vor uns“, sagt sie über den Unterschied zu ihren bisherigen Vereinen. Drei Titel in der Oberliga folgten, vergangenes Jahr die erste Deutsche Meisterschaft. „Doch diese Erlebnisse und Emotionen wurden an diesem Pfingstwochenende nochmals getoppt“, sagte Pauschert.

Für die FSJlerin, die seit einem Jahr auch in Buxtehude lebt – in einer Wohngemeinschaft mit weiteren BSV-Nachwuchsspielerinnen – endet mit diesem Erfolg die Jugendzeit. Kommende Serie spielt sie bei der zweiten Frauen in der 3. Liga Nord, wo sie bereits in der abgelaufenen Saison regelmäßig zum Einsatz kam. Die Vorbereitung beginnt nach einer zweiwöchigen Pause mit einer sogenannten Übergangsphase: Training fast ausschließlich ohne Handball. Aber zwischendurch finden die Mädchen sicher noch einmal Zeit für einen gemeinsamen Besuch im Heide-Park Soltau. Das war nämlich eines der Geschenke der Stadt für das Double.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 08.Jun.2017 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen