Oberliga Hamburg : Fußball-Marathon im Kreis Pinneberg

Volles Programm: Ab Ende März gibt es für die Fußballer aus Bönningstedt  und Pinneberg in der Oberliga Hamburg fast nur noch englische Wochen – der ausgefallene Spieltag von diesem Wochenende  ist noch nicht neu angesetzt.  Der Ausschnitt zeigt nicht den kompletten Spielplan der Teams.

Volles Programm: Ab Ende März gibt es für die Fußballer aus Bönningstedt  und Pinneberg in der Oberliga Hamburg fast nur noch englische Wochen – der ausgefallene Spieltag von diesem Wochenende  ist noch nicht neu angesetzt.  Der Ausschnitt zeigt nicht den kompletten Spielplan der Teams.

Der VfL Pinneberg und der SV Rugenbergen plädieren angesichts zahlreicher Spielausfälle für eine Reform des Terminkalenders

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02. März 2018, 08:00 Uhr

Pinneberg | Als sie zuletzt in der Oberliga Hamburg gespielt haben, wurden hierzulande gerade die Glühweinstände aufgebaut. Für die Fußballer des SV Rugenbergen und des VfL Pinneberg wird die Winterpause zum Dauerzustand. Exakt 97 Tage ist es mittlerweile her, dass die beiden Kreisklubs in der höchsten Hamburger Amateurklasse um Punkte gekämpft haben – und ein Ende der Warterei ist noch nicht in Sicht.

 Nach dem neuerlichen Wintereinbruch zu Wochenbeginn hat der Hamburger Fußball-Verband bereits am Dienstagmittag sämtliche Pflicht- und Testspiele bis einschließlich Sonntag abgesagt. „Eine absolut richtige Entscheidung“, findet Ralf Palapies, Trainer des SV Rugenbergen. „So hat man wenigstens mal Planungssicherheit.“

„Wenn man den Schnee von den Plätzen räumt, entfernt man gleichzeitig auch das Granulat. Und das würde die Spielfelder nachhaltig beschädigen.“

Etwas anders sieht es sein Pendant beim VfL. Dass der HFV so frühzeitig eine Generalabsage für sämtliche Spielflächen herausgegeben hat, bezeichnet Thorben Reibe als „Quatsch“. „Wieso versucht man es nicht zumindest auf Kunstrasen und stellt es den Mannschaften frei, zu spielen?“, will der Coach wissen.

In der Pressemitteilung des Verbandes hieß es, die Stadt Hamburg gäbe zu beachten, „dass die Kunstrasenspielfelder nicht geräumt werden dürfen“. „Warum das so ist, erschließt sich mir nicht“, so Reibe.

Heiko Arlt aus dem Verbands-Jugendausschuss des HFV klärt auf: „Wenn man den Schnee von den Plätzen räumt, entfernt man gleichzeitig auch das Granulat. Und das würde die Spielfelder nachhaltig beschädigen.“

Die Hoffnung des VfL-Trainers war, dass seine Mannschaft nach über drei monatiger Pflichtspielpause am Sonntag auf dem synthetischen Geläuf des Mitkonkurrenten SC V/W Billstedt endlich mal wieder auf Punktejagd hätte gehen können.

So muss sich Reibe mindestens noch bis Mittwoch, 7. März, gedulden, wenn das Nachholspiel beim TSV Sasel stattfinden soll. Dass auch der Liga-Neuling aus Hamburg über einen Kunstrasen verfügt, erhöht zumindest die Chancen für eine zeitnahe Wiederaufnahme des Spielbetriebs für den VfL.

Der SV Rugenbergen wird sich hingegen wohl noch etwas länger in Geduld üben müssen. Am kommenden Dienstag, 6. März, ist bei den Bönningstedtern das nächste Nachholspiel gegen die TuS Dassendorf angesetzt. Dass dann wirklich gespielt werden kann, glaubt Palapies aber nicht. „Eigentlich könnte man das Spiel schon heute absagen“, so der SVR-Coach.

Reibe zweifelt sogar bereits neun Tage zuvor daran, ob das nächste VfL-Heimspiel am Sonntag, 11. März, gegen den FC Teutonia 05 stattfinden kann: „Unseren Rasen habe ich komplett abgeschrieben, aber selbst auf Grand sieht es schlecht aus. Durch die anhaltenden Minustemperaturen ist der Frost sehr tief im Boden drin.“

„Warum macht man nicht einfach im Sommer mehr englische Wochen?“

Offiziell hätte an diesem Wochenende der 23. Spieltag ausgetragen werden sollen. Während die Ligakonkurrenz durchschnittlich etwa 20 Partien absolviert hat, hinken der VfL (17 Spiele) und der SVR (16) weit hinterher.

Als „eine mittelschwere Katastrophe“ bezeichnet Palapies die vorherrschende Situation für seine Mannschaft, die drei Monate vor dem Saisonende noch mehr als die Hälfte der 34 Spiele absolvieren muss. Alleine von Ende März bis Anfang Mai stehen für Rugenbergen binnen 38 Tagen elf Partien an. Beim VfL sind es zehn Spiele in 35 Tagen.

In dieser Phase sei es laut Reibe kaum möglich, im taktischen Bereich zu arbeiten. „Wenn man unter der Woche ran muss, geht es zwischen den Spielen eher um Regeneration.“ Sollte sich ein Spieler eine Zerrung einhandeln, würde er in diesem Zeitfenster gleich fünf Partien verpassen.

„Irgendwas muss passieren“, fordert Reibe und denkt wie SVR-Coach Palapies an eine Reform des Rahmenterminkalenders. „Warum macht man nicht einfach im Sommer mehr englische Wochen? Wenn man bis zum Winter schon 20 Spiele durch hat, hat man später auch nicht solche Probleme“, gibt er zu bedenken.

Schwedisches Modell als Vorbild?

Ein Modell wie in der schwedischen Profi-Liga, wo die Saison von April bis Anfang November läuft, will Palapies zwar nicht haben. „Doch warum sollte man nicht auch in den Sommerferien spielen? Die Jungs fahren schließlich auch zu anderen Zeiten in den Urlaub“, so der Coach.

Klar ist: In den kommenden Wochen sollten die Spieler des SV Rugenbergen und des VfL Pinneberg lieber keinen Urlaub buchen. Denn jetzt, wo bereits die Schoko-Osterhasen in die Supermarkt-Regale geräumt werden, wird langsam, aber sicher die heiße Phase beginnen. Egal, was auch immer das Thermometer anzeigen mag.

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