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Fussball Oberliga : Für ein Derby braucht’s echte Typen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fußball: VfL Pinneberg hofft vor dem Derby bei HR auf Rückkehr von Leistungsträgern / Gastgeber setzt auf jugendliche Offensive

„Eier, wir brauchen Eier“, hatte der ehemalige Bayern-Torhüter Oliver Kahn 2003 nach einer Niederlage auf Schalke in einem TV-Interview von seinen Kollegen gefordert – und damit zum Ausdruck bringen wollen, dass es seinem Team am nötigen männlichen Biss fehle.

„Typen, wir brauchen echte Typen“, fordert – dazu passend – Michael Fischer, Trainer des VfL Pinneberg, vor dem Derby (Sonntag, 14 Uhr) bei der SV Halstenbek-Rellingen von seinen Oberliga-Fußballern. Nur ein Pünktchen aus den ersten drei Saisonspielen – der VfL steht mit dem Rücken zur Wand, Typen sollen den Karren aus dem Dreck ziehen. „Die fehlten uns aber zuletzt“, betont der Coach, der vor dem richtungsweisenden Spiel einige Tage an der Ostsee mit der Familie ausspannte. Spielmacher Benjamin Brameier (Tansania) und Christian Dirksen (Schambein) werden weiterhin fehlen – da hörte es der 47-Jährige nur zu gern, dass er gegen HR womöglich wieder auf Typen wie den kantigen Steffen Maaß (Trainingsrückstand), den schnellen Tim Jeske (zuletzt Knie) oder den schussstarken Flemming Lüneburg (Rücken) zurückgreifen kann.

Zur Erinnerung: Lüneburg hatte das Derby am Lütten Hall 2013 mit einem wuchtigen Freistoß entschieden (1:0), Jeske beim letzten Aufeinandertreffen auf dem Jacob-Thode-Platz (3:1) per Kopf zum 1:0 getroffen. „Die beiden sind solche Typen, die wir brauchen“, betont Fischer, der mit „Typen“ aber nicht zwangsläufig Spieler vom Schlage des ehemaligen Kahn-Mitspielers Mark van Bommel (ebenfalls Bayern) meint, die treten, kratzen, spucken und provozieren – sondern vielmehr solche, die ein Spiel durch fußballerisches Können entscheidend beeinflussen.

„Über solche verfügt aber natürlich auch der Gegner“, weiß Fischer. Halstenbeks Rechtsverteidiger Yannick Sottorf, Spielmacher Marlo Steinecke oder auch Ümit Karakaya seien aus entsprechendem Holz geschnitzt – „auch, wenn Letztere noch jung sind“, so der VfL-Coach.

Das Alter spiele ohnehin keine Rolle, letztlich müsse, so Fischer weiter, „das gesamte Team funktionieren“.

In diesem Punkt war der Derby-Gastgeber in den vergangenen Wochen schon weiter als die Pinneberger. Bei HR wächst wieder etwas zusammen. „Wir sind momentan gut drauf, mehr und mehr greifen die taktischen Maßnahmen und die Mechanismen“, berichtet HR-Coach Thomas Bliemeister, der – Stand heute – lediglich auf Ümit Karakaya (Fersensporn) verzichten muss. „Nachdem wir die vergangenen zwei Derbys daheim verloren haben, wollen wir nun unserem Publikum wieder einen Sieg schenken“, so Bliemeister, dessen Team zwar jünger ist und vermeintlich über weniger Typen verfügt, dafür aber mit modernem, frischem Offensivfußball überzeugen will: „Durch die Ausfälle von Nikola Maksimovic und Robert Hermanowicz fehlt es uns etwas an Erfahrung. Der VfL hat sicherlich mehr erfahrene Spieler. Typen wie Sascha Richert oder Antonio Ude, die auf dem Platz mal etwas Verrücktes machen, habe ich auch immer gern gesehen. Aber unser Weg ist ein anderer: Die fehlende Erfahrung machen wir mit wissbegierigen Jungs, die mitziehen und uns mit ihrer jugendlichen Lust auf Fußball begeistern, wett“, betont Bliemeister. Seine Typen seien Marlo Steinecke (21) oder Jan Novotny (22). Sie sollen, trotz ihres jugendlichen Alters, im Derby Verantwortung übernehmen – oder wie es Oli Kahn formulieren würde: Eier zeigen.  

 

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erstellt am 21.Aug.2015 | 15:50 Uhr

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