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Hamburg : Feuer und Flamme für Olympia

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Zwölf Jahre nachdem der erste Versuch scheiterte, sind die Spiele auch in Elmshorn und dem Kreis Pinneberg wieder ein Thema.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Am Montag (16. Februar) stellt Ralph Lehnert das Hamburger Bewerbungskonzept für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 vor. Der Beginn einer neuen Begeisterung für die fünf Ringe auch im Kreis Pinneberg?

So ähnlich war es zumindest vor 13 Jahren gewesen, als Olympia schon einmal ein großes Thema und die gesamte Metropolregion „Feuer und Flamme“ war. Damals war Hans-Jürgen Schulke, Leiter des Hamburger Sportamtes und Motor der Bewegung, auf Einladung der Initiative Elmshorn mit dem damaligen Sprecher Christian Scheinert (Volksbank) und der Stadt mit Stadtrat Volker Lützen an der Spitze im ÜAZ am Ramskamp zu Besuch gewesen. Ab diesem Zeitpunkt begann in Elmshorn das Feuer für die Spiele zu brennen. Die Idee, die Base- oder Softball-Turniere von der Elbe an die Krückau in ein neu zu bauendes Stadion zu verlagern, wurde geboren, denn zu den Besuchern gehörten auch Jeanette Anneberg und Hauke Brockmann von den Elmshorn Alligators. Die spielten zu jener Zeit in der 1. Baseball-Bundesliga.

„Die Hamburger haben sehr schnell gemerkt, dass es Sinn machte, weiter zu gucken“, sagt Thomas Becken. Der heutige Wirtschaftförderer der Stadt war damals – wenn auch, wie er selbst sagt, in zweiter Reihe – bereits mit im Boot. Genau genommen sollten es sogar zwei Stadien sein, die am Ramskamp hätten gebaut werden müssen: Eines für 25  000 Besucher, das zweite mit einer Kapazität von immerhin noch 15  000 Zuschauern. Zudem war eine Trainingsfläche vorgesehen.

„Es gab sehr klare Regularien für die Stadien und die Aufwärmplätze“, erinnert sich Brockmann, der auch Vizepräsident Finanzen des Schleswig-Holsteinischen Baseball-Verbandes (SHBV) ist. Dazu gehörten auch die Anzahl der Räume für Funktionäre und Pressevertreter, die Ausstattung von Kabinen und Dugouts (Ersatzbänke) sowie das fernsehtaugliche Flutlicht. Mit Ausmaßen von rund 110 mal 110 Metern allein für die Spielfläche beansprucht Baseball mehr Platz als jede andere Stadion-Sportart. Jener Raum fehlt in der Hamburger Hafen-City.

Viele Veranstaltungen im Jahr 2002 standen an der Krückau unter dem Zeichen von „Feuer und Flamme“: Die Deutsche Baseball-Jugendmeisterschaften auf Wilhelmshöhe erhielten eine ursprünglich gar nicht vorgesehene zusätzliche Tribüne für Zuschauer. Der Stadtlauf Ende September war mit den Fahnen geschmückt und zur Ehrung der erfolgreichsten Sportler des Jahres 2002 gab es im Januar 2003 bei der städtischen Sportlerehrung T-Shirts mit eben jenem Signet, dass auch in diesen Tagen für die Olympiabegeisterung im hohen Norden steht. Über Himmelfahrt 2003 bündelten die Flora-Games alte und neue Jugend-Spiele wie das Internationale Karl-Heinz-Timm-Gedächtnisturnier (Fußball) oder das Feldhandballturnier von Rot-Weiß Kiebitzreihe mit Sportarten wie Beachvolleyball, Tischtennis, Taekwondo oder Boxen inklusive großer Eröffnungsfeier im Krückaustadion.

Das Ende der Träume ist bekannt: Am 12. April 2003 wurde nicht Hamburg, sondern Leipzig vom Nationalen Olympischen Komitee zur deutschen Bewerberstadt gekürt. Die berühmte Cello-Einlage von Leipzigs damaligen Bürgermeister Wolfgang Tiefensee machte auf die Delegierten, zu denen auch frühere Sportstars wie Rosi Mittermaier und Uwe Seeler gehörten, mehr Eindruck als der umfangreiche Bericht der Evaluierungs-Kommission, der Hamburg das beste Zeugnis ausgestellt hatte. Den Status einer international nominierten Stadt hat Leipzig übrigens nie erreicht. Die Spiele 2012 wurden in London ausgetragen – aber wenigstens mit Elmshorner Beteiligung: Die Freiwasserschwimmerin Natalie Charlos wurde über zehn Kilometer 15.

Und was ist in Elmshorn von der Begeisterung für Olympia 2012 geblieben? „Viele Kontakte, die uns heute noch helfen“, sagen Jeanette Anneberg und Hauke Brockmann. Baseball habe sich als Randsportart in Elmshorn festgesetzt. Und egal, ob Baseball 2024 zum olympischen Sportprogramm zählt oder nicht – eines steht für die beiden Sportfunktionäre wie auch für Thomas Becken fest: „Hamburg braucht bei der Umsetzung den Support von außen.“

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