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Schwimmen : Ferienfreizeit als Wiedereinstieg

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Wie sich Miriam Fraß nach einer Fußball-Pause wieder bis zu den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften steigerte.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Die Ansage ist so typisch, wie sie nur für eine Leistungsschwimmerin sein kann: „Eine Bestzeit wäre schon schön.“ Der Kampf gegen die Uhr ist es, was Miriam Fraß vor den am Montag in Berlin beginnenden Deutschen Jahrgangsmeisterschaften (DJM) antreibt. Dort springt sie über 400 und 1500 Meter Freistil ins Becken des Europasportparks. „Eine Platzierung unter den ersten drei ist aber nicht in Sicht“, sagt die 15-Jährige vom Swim-Team Stadtwerke Elmshorn (STE) und schiebt die Begründung gleich hinterher: Vorvergangene Woche hatte sie wegen einer Erkältung vier Tage mit dem Training aussetzen müssen und dabei sechs Einheiten im Wasser – vier nachmittags und zwei morgens vor der Schule – verpasst. „Das macht sich bemerkbar“, glaubt sie.

Dabei hat die Schülerin, die die neunte Klasse der privaten Leibnizschule besucht, durchaus bewiesen, dass sie auch wesentlich längere Trainingspausen wegstecken kann. Über Ostern war sie vier Wochen in Neuseeland, wo sie neben Training auch für zwei Wochen ein Praktikum gemacht hat.

Und: Hatte sie als Zweitklässlerin zu Grundschulzeiten mit dem Schwimmsport begonnen, hatte sie Badeanzug und -kappe Ende 2013 zumindest vom Leistungssport her eigentlich an den Nagel hängen wollen. „Ich hatte zwischendurch keinen Bock mehr und habe ein Dreivierteljahr Fußball gespielt“, erzählt sie heute freiheraus. Sie schwamm so lange lediglich ein- oder zweimal die Woche in einer Breitensportgruppe mit.

Trotz des Ausstiegs aus der Talentfördergruppe von Trainerin Anne Borinski war sie aber im Sommer 2014 noch mit ihrer Freundin Lina Voß, dem Swim-Team und ihrer ersten Trainerin Christa Harms zur Ferienfreizeit nach Waldkirchen im Bayrischen Wald – mehr als Vierteljahrhundert bereits regelmäßiges Ziel dieses bei den Kindern beliebten Schwimm-Urlaubs – gefahren. „Ich hatte gedacht: Die paar Einheiten dort werde ich schon überleben“, schmunzelt sie noch heute.

Es kam, wie es kommen musste: Das Schwimmen machte wieder Spaß – und verlernt hatte Miriam augenscheinlich auch nicht viel. „Ich habe schon nach kurzer Zeit wieder persönliche Bestzeiten geschwommen“, sagt sie.

Hinzu kamen Ausflüge ins Freiwasser, wie das von ihr geliebte Norderstedter Langstreckenschwimmen. Für das hatte sie ihre Mutter unmittelbar nach Ende der Schwimmpause im Sommer 2014 ohne Rücksprache angemeldet. „Das ist ein Wettkampf, der mir immer viel Spaß gebracht hat“, so Miriam Fraß, die das Funktionsshirt der Veranstaltung immer noch gern trägt.

Ein halbes Jahr blieb sie bei Anne Borinski, dann folgte schon der Sprung in die Leistungsgruppen von STE-Cheftrainer Jörg Freyher. „Miriam ist eine, auf die man sich immer verlassen kann und die sehr fleißig ist“, sagt er. Es ging stetig bergauf. Der Lohn war vergangenes Jahr überraschend die erste DJM-Teilnahme. Bei den diesjährigen Landesmeisterschaften holte sie sechs Medaillen – vier silberne und zwei bronzene – und bestätigte ihre Bestzeiten wenig später bei den norddeutschen Titelkämpfen in Braunschweig.

Von daher weiß Miriam, was in der kommenden Woche auf sie zukommt: „Es ist alles größer und noch professioneller“, so ihr Vergleich zu anderen Wettkämpfen. Aber auch das ist ein Anreiz für neue Bestzeiten.

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