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Vor Gericht : FCE – FTSV Fortuna: „Sie müssen sich gegenseitig helfen“

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Es geht in dem langjährigen Streit zwischen beiden per Kooperationsvertrag verbundenen Vereinen um die Höhe der Zuwendungen, welche der FTSV Fortuna an den FCE überweist.

Elmshorn | Die Vertreter von FC Elmshorn und FTSV Fortuna verhandeln wieder – und haben dazu gestern vor dem Landgericht Itzehoe eine Frist bis zum 6. Oktober bekommen. Es bedurfte aber schon ein wenig des Nachdrucks von Richterin Britta Bottke. „Wenn Sie sich nicht helfen, müssen Sie zugucken, wie Sie gegenseitig wirtschaftlich zu Grunde gehen“, schrieb sie den Parteien ins Stammbuch. Ein sogenanntes Vorbehaltungsurteil helfe niemandem. „Es macht die Gespräche vielleicht noch viel schwerer“, sagte sie.

Es geht in dem langjährigen Streit zwischen beiden per Kooperationsvertrag verbundenen Vereinen um die Höhe der Zuwendungen, welche der FTSV Fortuna an den FCE überweist. Die Fußballer fordern für die Jahre 2008 bis 2013 47.000 Euro nach. Der zweitgrößte Sportverein der Stadt widerspricht: Ein Teil der Forderungen sei verjährt, der andere Teil mit eigenen Ansprüchen verrechnet und daher nicht überwiesen worden. Aus der im April 2005 vereinbarten Zusammenarbeit beider Klubs ist immer mehr ein Gegeneinander geworden. „Dann muss es schrecklich schiefgelaufen sein“, sagte Bottke.

Kernpunkt des Streits ist die Frage: Durfte der FTSV Fortuna von der im Kooperationsvertrag vereinbarten festen Zahlung von 25.000 Euro per anno Geld abziehen? Nein, sagt der FCE, gestern vertreten durch seinen Präsidenten Michael Homburg und Rechtsanwalt Marc Karge. „Der Kooperationsvertrag ist mit keinen Zahlungen an die Beklagte verbunden. Die einzige klare Forderung ist die Mindestsumme von 25 000 Euro“, sagte Karge.

Ja, sagt FTSV Fortuna, dessen Vorsitzender Frank Meyer betonte: „Wir stehen zu dem Kooperationsvertrag, nur der FC Elmshorn kommt bestimmten Pflichten nicht nach. Deshalb haben wir zu dem Mittel der Aufrechnung gegriffen.“ Dessen Anwalt Kay Stubenrauch ergänzte: „Es gibt einen wechselseitigen Anspruch, das hat nichts mit Kürzungen zu tun.“ Zahlungsansprüche des FTSV Fortuna an den FCE abzustreiten nannte er „völlig irrational“. Laut Kooperationsvertrag habe der FCE für jedes seiner Mitglieder Beiträge an FTSV Fortuna zu zahlen.

Letztlich sind beide Klubs auf eine Lösung angewiesen. Der FCE ist nur mit Hilfe einiger Gönner noch zahlungsfähig. „Wir können die Liquidität nur dank privater Darlehen aufrechterhalten“, sagte Homburg.

Solche Gönner hat der FTSV Fortuna offenbar nicht in der Hinterhand, könnte die geforderte Summe wahrscheinlich gar nicht auf einmal aufbringen. Das Landgericht strebt auch daher eine Lösung an, „die für beide Vereine wirtschaftlich vertretbar wäre.“ Erste Ansätze gab es gestern in Acht-Augen-Gesprächen zwischen den beiden Parteien. So bot Meyer Teilzahlungen an. Über vom FCE beitragsfrei gestellte Mitglieder, die als Schiedsrichter oder Jugend-Übungsleiter tätig sind, scheint ein Konsens auch möglich. Schwieriger wird da schon die Frage, ob die Kicker sich für ihre Oberligamannschaft an den Platzkosten der Wilhelmstraße beteiligen müssen oder ob dies mit den allgemeinen Kosten abgegolten ist.

Vier Wochen haben die Beteiligten Zeit, um sich außergerichtlich anzunähern und Lösungsvorschläge auf den Tisch zu legen. Am Montag, 6. Oktober, sieht man sich dann vor dem Landgericht wieder.

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erstellt am 10.Sep.2014 | 15:54 Uhr

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