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Fussball : Fans vermissen die Bierbude

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Horster Anhänger sorgt sich um den „Kult“ auf der neuen Anlage – Getränkewagen als Zwischenlösung.

shz.de von
erstellt am 14.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Horst | Das Horster Tor vorm alten Klubheim an der Jahnstraße – geliebt bei den Fußballern des heimischen VfR, gefürchtet bei den Gästen. Denn unmittelbar vor der Eckfahne stand die Bierbude, Treffpunkt des harten Kerns der Horster Fans. Wer dort als Auswärtsmannschaft zur Ecke antrat, brauchte gute Nerven. Keine Frage: Die Bierbude war das, was man gemeinhin als „Kult“ bezeichnet. Das Bier musste man bezahlen, Sprüche gab’s gratis obendrauf.

Seit dem Umzug von der Jahnstraße ins neue Sportzentrum an der Heisterender Chaussee vermissen viele Anhänger des Verbandsligatabellenführers diese Bierbude – und haben dies zuletzt mit einem großen Banner am Torzaun auch sehr deutlich gezeigt. „Wo ist bloß unser VfR Kult geblieben?“ prangt dort in großen Buchstaben neben einem gelben Ortsschild mit durchgestrichenem Schriftzug Bierbude – sicher auch morgen beim Rückrundenauftakt gegen den MTSV Hohenwestedt. Ein Zeichen habe man setzen wollen, sagt Sven Evers, vom harten Kern zum Sprecher der Fans, die das Wort Bierbude auf den Rücken ihrer schwarzen Sweat-Shirts mit VfR-Wappen auf der Brust haben drucken lassen, auserkoren. „Als ich selbst noch gespielt habe, war es für mich ein unheimlicher Motivationsschub“, sagt Evers. Insofern dürfte das Versprechen von Marc Stratmann, Vorsitzender des VfR Horst, Musik in seinen Ohren sein: „Wir vergessen die Jungs nicht. Es ist in naher Zukunft etwas geplant.“

Immerhin: Seit kurzem steht leicht erhöht neben der überdachten Tribüne ein Bierwagen, um den sich der harte Kern scharrt. Oft auch dabei: Fußballobmann Manfred Atzmüller oder der stellvertretende Vereinsvorsitzende Frank Karstens. Trotzdem ist das für Evers und seine Mitstreiter nur eine halbe Lösung. Eine richtige Bude mit vielleicht einigen Zaunelementen gegen den Wind, der zu dieser Jahreszeit aus Westen über die Anlage pfeift – das wär’s. Die Anschlüsse für Wasser und Elektrik sollen vorhanden sein. „Aber bislang hat immer alles andere Vorrang“, so Evers.

„Eine Übergangslösung“ sei der Wagen, betont Stratmann und erklärt dies unter anderem mit dem noch nicht komplett abgeschlossenen Umzug des Vereins. „Wir arbeiten die Liste Punkt für Punkt ab“, sagt er. So fehlten im Klubheim noch einige Schränke und andere Ausstattungsgegenstände. Außerdem wolle man vor der nächsten größeren Investition die erste Nebenkostenabrechnung abwarten. Auch wenn die Anlage in Gemeindehand liegt, zahlt der Verein für Wasser, Strom und Gas nach Verbrauch, der vermutlich höher als im vergangenen Jahr sein wird. „Und das neue Haus ist ja doch etwas größer als das alte“, so Stratmann.

Dabei gehe es den Fans gar nicht nur um sich und ihren eigenen Nachschub an Gerstenkaltschale, auch der „normale“ Zuschauer würde profitieren. Evers: „Beim Spiel gegen Lägerdorf waren 350 Zuschauer hier. Das wäre ein Getränkestand beim Klubhaus viel zu wenig.“ Eine Argumentation, die der Vereinsvorstand teilt.

Immerhin für Nostalgiker ein kleiner Trost: Die alte Bierbude von der Jahnstraße ist nicht weg, sie dient aktuell als Kassenhäuschen im Eingangsbereich.

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