Fussball-Oddset-Pokal : Es warten viele Stolpersteine

Die erste Runde im Hamburger Pokal steht an: Mit einigen interessanten wie brisanten Partien aus Kreis Pinneberger Sicht.

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20. Juli 2018, 17:30 Uhr

Kreis Pinneberg | Es wird wieder ernst für die Fußball-Teams im Hamburger Verband. Die Suche nach dem Pokal-Sieger 2018/19 hat begonnen. Oberligist Altona 93 eröffnete den Wettbewerb bereits am Mittwochabend mit einem souveränen 7:0-Erfolg über den Kreisliga-Vertreter Bostelbeker SV.

Welche Teams dem AFC in die zweite Runde folgen, entscheidet sich an diesem Wochenende. Dabei kommt es auch im Kreis Pinneberg zu einigen interessanten Paarungen. Eine Auswahl:

Roland Wedel – SV Lieth

Ausgerechnet gegen die SV Lieth verbüßt Stürmer Daniel Schröder (FC Roland) seine Sperre von jetzt nur noch einem Pflichtspiel, die ihm das Sportgericht nach den Vorkommnissen am 6. Mai aufbrummte. Seinerzeit hatten sich auf dem Rasen an der Schulauer Straße Tumulte abgespielt. Gegner im Bezirksliga-Punktspiel? Die SV Lieth, die dann auch die Punkte zugesprochen bekam.

„Die Schuldfrage hätte ich anders beantwortet“, sagt Roland-Coach Philipp Obloch, der Disziplin einfordert, aber Emotionen „nicht verbieten“ will, vor dem Wiedersehen (Kunstrasen). Die Leistungsträger Moritz Rosemeier und Josip Dilber fehlen. Im Vorspiel um 12.30 Uhr versucht Cosmos Wedel (Kreisliga), die zu erwartende Niederlage gegen den SC Victoria (Oberliga) im  Rahmen zu halten.

Gelassen vor dem Wiedersehen: Lieths Trainer Michael Radde-Krüger erwartet, dass das brisante Pokalspiel bei Roland Wedel „ohne große Probleme“ ausgetragen wird.
Claus Bergmann
Gelassen vor dem Wiedersehen: Lieths Trainer Michael Radde-Krüger erwartet, dass das brisante Pokalspiel bei Roland Wedel „ohne große Probleme“ ausgetragen wird.
 

Lieths Trainer Michael Radde-Krüger: „Wir fahren entspannt nach Wedel und gehen davon aus, dass das Spiel ohne große Probleme ausgetragen wird.“

In Wedel fehlen den Klein Nordendern Sascha Petersen, Dimitri Rawinski, Ole Kletzin, Sascha Blaedtke sowie die Steen-Brüder Hendrik und Frederik.

Die Vorbereitungsspiele gestalteten die Klein Nordender durchaus positiv: Mit einem 6:0-Erfolg gegen Holsatia im EMTV und dem 3:1-Sieg gegen den VfR Horst sowie einem 3:3 gegen Oberliga-Absteiger FC Türkiye und dem dritten Platz beim LVM-Cup der Stadt Elmshorn war der Liether Coach durchaus zufrieden.

1. FC Quickborn – TuS Osdorf

„Wir haben nicht für den Pokal gemeldet, um uns ehrfürchtig in der ersten Runde zu verabschieden.“ FCQ-Trainer Jan Ketelsen klingt kämpferisch. Hoch motiviert wollen die Quickborner auch ohne Mittelfeldspieler Marko Mlinac (Knieverletzung) für eine Überraschung gegen den Osdorfer Oberligisten sorgen.

Die Generalprobe glückte: Alexander Keck (2) und Steffen Puzycha trafen  zum 3:0 (1:0) über den SC Ellerau.

Blau-Weiß 96 Schenefeld – SSV Rantzau

Ein frühes Scheitern des Barmstedter Landesliga-Aufsteigers bei Blau-Weiß 96 Schenefeld (Landesliga-Absteiger) ist nach Ansicht von Marcus Fürstenberg nicht ausgeschlossen. „Die Mannschaft ist noch nicht da, wo ich sie hin haben will“, sagte der Coach, dem in Schenefeld einige Urlauber sowie Verletzte wie Othniel Kenou (Rippenbruch im Test gegen Hamm United), Niclas Lohmann (Rippenanbruch beim LMV-Cup), Yannick Ruhser und Kapitän Flemming Bruns fehlen.

SSV-Trainer Marcus Fürstenberg muss im Pokalduell mit Schenefeld auch auf Yannick Ruhser (links) verzichten.
Claus Bergmann
SSV-Trainer Marcus Fürstenberg muss im Pokalduell mit Schenefeld auch auf Yannick Ruhser (links) verzichten.
 

Als Blau-Weiß 96 das Erstrundenspiel im Pokalwettbewerb 2017/18 beim SSV Rantzau 1:3 verlor, waren die Schenefelder noch das klassenhöhere Team. Diesmal ist es umgekehrt, doch Abteilungsleiter Andreas Wilken macht sich Hoffnung, den personell geschwächten Barmstedtern ein Bein zu stellen.

Fabian Arth kann sich allerdings nicht dafür rehabilitieren, dass er vor einem Jahr an der Düsterlohe drei Topchancen ungenutzt ließ.  Der Blau-Weiß-Stürmer weilt aus beruflichen Gründen in Kopenhagen.

Rasensport Uetersen – Union Tornesch

Die Tornescher Landesliga-Fußballer sind gewarnt: Die Rasensportler (Kreisliga) eliminierten im Pokal schon den FC Elmshorn (Landesliga/2017) und den VfL Pinneberg (Oberliga/ 2016). „Es ist ein Derby. Wir müssen uns auf was gefasst machen“, vermutet Union-Trainer Thorben Reibe, der aus dem Urlaub zurückgekehrte Akteure (Stahnke, Haag, Badermann, Laut, Swennosen, Lüneburg) einplant.

Co-Trainer Martin Schwabe „linste“ rüber zum Platz nebenan, als die Uetersener beim WKK-Cup der Union-Zweiten den Heidgrabener SV schlugen (3:2).  „Ein bisschen Hoffnung habe ich, dass wir weiterkommen“, sagt Raspo-Coach Peter Ehlers.

SV Hörnerkirchen – VfL Pinneberg

Beim Kreisligisten SV Hörnerkirchen fehlen im ungleichen Duell mit dem Oberliga-Vertreter aus Pinneberg in Torben Lefenau und Nico Bauermeister zwar wichtige Spieler urlaubsbedingt, doch Trainer Jürgen Kohnagel bleibt optimistisch: „Wir sind Außenseiter, doch auch der VfL Pinneberg hat einen riesigen Umbruch gehabt. Und ob sie schon Oberliga-Format haben, wage ich zu bezweifeln. Besonders unsere kopfballstarken Spieler Dennis Eichentopf und Mike Kontecky könnten bei Standards für viel Gefahr sorgen.“

Trainer Patrick Bethke und sein VfL Pinneberg blicken einer unangenehmen Pokal-Aufgabe in Hörnerkirchen entgegen. Nach dem Umbruch scheint  der VfL  verwundbar.
Claus Bergmann

Trainer Patrick Bethke und sein VfL Pinneberg blicken einer unangenehmen Pokal-Aufgabe in Hörnerkirchen entgegen. Nach dem Umbruch scheint  der VfL  verwundbar.

 

VfL-Trainer Patrick Bethke hat ebenfalls eine klare Spielidee: „Ich erwarte einen tiefstehenden Gegner, der uns alles abverlangen wird. Wir setzen erst auf Ballkontrolle, dann sollte sich unsere Spielstärke durchsetzen“.

Noch am Mittwoch hatte der Coach bei der 0:2-Niederlage gegen den SV Rugenbergen im WKK-Cup einige Spieler geschont. Das Pokalspiel nimmt Bethke sehr ernst: „Wir spielen auf jeden Fall mit der stärksten Truppe. Mit den erfahrenen Spielern Madijd Albry und Wojciech Krauze wird unsere Durchschlagskraft steigen.“

Komet Blankenese – Wedeler TSV

Bevor es in der Oberliga ernst wird mit dem Auftakt bei Meister Dassendorf, kommt Daniel Domingo das Pokalspiel bei Kreisklassist Komet Blankenese ganz entgegen.

Der Wedeler Trainer will „den Gegner nicht unterbewerten“, weiß aber um die klare Favoritenrolle seines Teams, das im Vorjahr bis ins Halbfinale vorgedrungen war. Den lockeren Pflichtspiel-Aufgalopp will Domingo nutzen, um „hier und da noch mal was zu testen.“ 

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