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Kolumne : Es könnte einfach sein, ohne Auf- und Abstieg

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

 

Fußball kann so einfach sein: Zwei Mannschaften, ein Ball und wenn der drin ist, ist es ein Tor. Wer nach anderthalb Stunden mehr geschossen hat, hat gewonnen. Und wer am Ende der Saison die meisten Spiele in der Liga gewonnen hat, ist Meister oder steigt auf. Leider ist diese verklärte Sepp-Herberger-Gänseblümchen-Romantik längst passé und was im Fußball erheblich ist, wird schon lange nicht mehr auf dem Rasen entschieden, sondern in irgendwelchen Büros in Nyon (das kennt doch eh keiner) und Zürich.

Auch wenn es zunächst keine Cybertechnik im Fußball geben wird und wir vorerst von der Torlinientechnik und dem „gechipten“ Ball verschont bleiben, wird es früher oder später unausweichlich doch so kommen. Nicht weil wir Fußballfans es uns wünschen, sondern weil die Schreibtischvögel von der Fifa und Uefa es so wollen. Wir wollten ja auch keine längerhaltbare Milch, haben sie aber trotzdem gekriegt. Und dass es bald eine Liga für Nationalteams geben soll, ist neben Bifi-Roll und dem Kofferraum-Airbag die blödsinnigste Erfindung seit dem frühen Pleistozän.

Man braucht aber gar nicht so weit nach Süden zu fahren, um irgendwelchen im Keller aufgewachsenen Schlipsaffen mal ordentlich die Meinung zu geigen und anstatt mit Fußbällen deren welken Backen zum Torschusstraining zu gebrauchen.

Die derzeitigen Auf- und Abstiegsregelungen im Hamburger und Schleswig-Holsteiner Amateurfußball sind komplizierter als jedwedes Steuergesetz und abstrus wie die Liedtexte von Herbert Grönemeyer. Beides so richtig verstehen tut keiner! Man kann zwar Meister der Spielklasse werden, das berechtigt einen noch lange nicht zum Aufstieg. Andersherum kann man mit Glück auch mal als Vierter oder Fünfter der Tabelle um eine Liga aufsteigen. Dann ist es durchaus möglich, klar und deutlich Meister einer Liga zu werden und dennoch am Ende generös auf den Aufstieg zu verzichten. Was soll das, spielt man nicht gerade deswegen Fußball?

Aber in der so bürokratischen Welt des passiven Abseits und dem in die Hose gesteckten Trikot ist es wohl normal, dass man als souveräner Meister der untersten Kreisklasse nicht automatisch aufsteigt, sondern bange warten muss, ob ein paar Etagen höher Holstein Kiel mal wieder aus der 3. Liga absteigt. Ja, so verrückt ist der Fußball. Wer hat da denn noch den Durchblick? Dabei könnte Fußball doch so einfach sein. Ja, könnte! Wenn es Auf- und Abstieg bloß nicht geben würde!

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