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Fußball-Oberliga : Erst verzockt, dann geschockt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fußball: Taktik des VfL Pinneberg geht nicht auf. Verletzung überschattet 2:1-Derbysieg des SV Rugenbergen.

Er taktierte bis zur letzten Sekunde. Noch in der Woche vor dem Derby seiner Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg gegen den SV Rugenbergen war sich VfL-Coach Michael Fischer sicher, gegen die Bönningstedter nicht mit einem Libero und zwei Manndeckern spielen lassen zu wollen. „Gegen ihre schnellen Stürmer wie Pascal Haase brauchen wir eine kompakte Viererkette“, sagte er.

Kurz vor dem Anpfiff am Sonntagnachmittag war dann aber doch wieder der gelernte Stürmer Thorben Reibe als Libero auf der Aufstellung zu finden. Taktikspielchen vor Spielbeginn – die Gäste ließen sich davon aber keineswegs beeindrucken: Der SVR übernahm sofort die Spielkontrolle und deckte die Schwachstellen der Pinneberger Abwehrkonstruktion brutal auf. Mit aggressivem Pressing setzte er Aushilfslibero Reibe ständig unter Druck – das Resultat: Fehlpässe im Spielaufbau.

So wie in Minute zehn, als Tim Jeske einen Fehlpass produzierte, den Sven Worthmann abfing und blitzschnell in die Nahtstellte der aufgerückten VfL-Abwehr spielte. Stürmer Pascal Haase, vor dessen Schnelligkeit Fischer vor der Partie ausdrücklich gewarnt hatte, machte sich auf und davon, ließ Jan-Philipp Zimmermann stehen, umkurvte VfL-Keeper Norman Baese (später mit Oberschenkelblessur verletzt raus) und schob zum 1:0 für die Gäste ein. „Danach hätten wir den Sack früher zumachen müssen“, so SVR-Coach Ralf Palapies, denn seine Jungs hatten in der Folge zwei bis drei gute Möglichkeiten, die Führung deutlich zu erhöhen.

Und der VfL? Der fand überhaupt nicht ins Derby, was auch Fischer sah. Bereits in Minute 18 erkannte er seinen Libero-Fauxpas und stellte auf Viererkette um. Der VfL-Coach hatte sich taktisch verzockt, sein Team fand nur allmählich zu mehr Stabilität – bis das Fußballspielen in Minute 34 plötzlich zur Nebensache wurde. Nach einem Zweikampf mit Pinnebergs Sascha Richert im Mittelfeld blieb der Rugenbergener Jan Düllberg reglos liegen, fasste sich ans Knie.

Blitzschnell reagierten die SVR-Verantwortlichen, riefen einen Krankenwagen herbei. Gute 20 Minuten war die Partie unterbrochen, eh Düllberg ins nahe gelegene Kreiskrankenhaus gebracht werden konnte. Die erste Diagnose: Herausgesprungene Kniescheibe. Der Schock saß bei allen Besuchern auf der Anlage tief. Düllbergs Mitspieler fingen sich jedoch beachtlich schnell wieder – und machten da weiter, wo sie vor der Unterbrechung aufgehört hatten. Nach Vorarbeit von Jan Melich erhöhte Hendrik Rühmann auf 2:0 (60.). Der Rest der Partie war dann weniger von Fußball und mehr von Zweikämpfen geprägt. Alexander Borcks 1:2 (89.) kam zu spät. „Wir widmen diesen Sieg unserem Teamkollegen Jan Düllberg und senden ihm gleich ein Mannschaftsfoto“, teilte der Mann des Spiels, Pascal Haase, nach der Partie mit – als Düllberg mit geschientem Bein und an Krücken plötzlich auftauchte: „Die Ärzte haben mir die Kniescheibe wieder hinein gedrückt, ich hoffe, dass nicht noch mehr kaputt ist“, sagte er und scherzte in Richtung seines Trainers: „Coach, morgen bin ich beim Training wohl eher nicht dabei. “  

 

 

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erstellt am 28.Sep.2015 | 16:00 Uhr

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