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Herbert Blöcker : Er war ein ganz Großer seines Sports

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Trauer um Vielseitigkeitslegende Herbert Blöcker. Er starb mit 71 Jahren.

Bescheiden, zurückhaltend und hilfsbereit, aber auch ehrlich und direkt – diese Worte fallen, wenn Wegbegleiter die Reiterlegende Herbert Blöcker beschreiben. Er war niemand, der sich in den Vordergrund drängte. Lieber wartete der zurückhaltende Neuendorfer ab, bis man ihn ansprach. Bat man ihn um Hilfe, so war er zur Stelle. Egal, ob es galt, bei der Hengstkörung des Holsteiner Verbandes die Pferde im Freispringen zu präsentieren oder bei seinem Verein, dem Reit- und Fahrverein Elmshorn, einen Kurs im Geländereiten oder Springen anzubieten. Herbert Blöcker war kein Mann der großen Worte – er packte an.

Am 28. April sollte der Mannschafts-Olympiasieger im Vielseitigkeitsreiten (1992 in Barcelona) im Schloss Bredeneek bei Plön den Meteorpreis 2014 erhalten. Dazu kommt es nicht mehr, denn der Moorhusener ist am Sonnabend nach langer schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben.

An seinem Geburtstag, dem Neujahrstag, wurde Blöcker über die anstehende Ehrung unterrichtet. Schon von seiner Krankheit gezeichnet, freute sich der Reiter, der an vier Olympischen Spielen, fünf Weltmeisterschaften und acht Europameisterschaften teilnahm, über diese Ankündigung.

Schon vorher zeigten die Menschen Herbert Blöcker, wie sehr sie ihn verehrten und wie viel Sympathie er bei den Pferdefreunden aus aller Welt genoss. Als er im November 2012 beim Showabend als Züchter des gekörten Hengstes Contento geehrt wurde, erhoben sich alle Besucher in der Neumünsteraner Holstenhalle zu seinen Ehren und es erschall minutenlanger Applaus. Blöcker nahm die Standing Ovations zeitweilig mit gen Boden gerichteten Blicken entgegen und strahlte dann stolz und dankbar angesichts der Anerkennung. Es war ein Moment, der sich wohl bei allen Anwesenden in die Erinnerung eingebrannt hat. Alle wussten: Hier ehren sie einen ganz Großen und nicht wenigen war bewusst, dass Blöcker wohl nicht mehr viele Gänsehautmomente wie diesen erleben würde.

Der Holsteiner Verband war 40 Jahre lang Arbeitgeber des Ausnahmereiters und blieb ihm bis zuletzt eng verbunden. 1969 hatte Blöcker dort als Verkaufsreiter angefangen und auch nachdem er 2006 in den Ruhestand trat, leitete er weiter das Freispringen bei den Körveranstaltungen in Neumünster. Dabei erwarb er sich den Ruf des „Freispringpapstes“, der es schaffte, die jungen Hengste optimal zu präsentieren. Nur 2012 musste er krankheitsbedingt diese Aufgabe in andere Hände geben. Im vergangenen November leitete Blöcker das letzte Mal das Freispringen.

Wichtigste Menschen in seinem Leben waren seine Ehefrau Rita und seine Tochter Meike. Als Blöcker im August 2012 entscheiden sollte, welche olympischen Erinnerungen für ihn am prägendsten waren, entschied sich das Ehepaar gemeinsam für die Siegerehrung bei der Olympiade in Barcelona 1992. Damals erhielt Blöcker aus den Händen der englischen Prinzessin Anne die Silbermedaille und mit diesem Augenblick war für das Ehepaar eine Vielzahl an Erinnerungen verbunden. Der gemeinsame Weg der beiden endete am 15. Februar, aber in den Herzen vieler Elmshorner und der internationalen Reitsportfreunde wird Herbert Blöcker weiterleben.

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erstellt am 17.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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