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Fussball : Er ist der neue Schiedsrichter-Boss

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Michael Zibull leitet BSA Pinneberg. Zwei Vereine stimmen gegen den Heidgrabener. Anwärterlehrgang am Wochenende abgesagt.

Wenn es sein müsste, könnte sich Fußball-Schiedsrichter Michael Zibull sein Gespann komplett in der eigenen Familie zusammenstellen. Ehefrau Astrid pfeift ebenfalls schon mehr als 25 Jahre und vor kurzem hat auch der 14 Jahre alte Sohn Jan-Niklas die Prüfung erfolgreich abgelegt. Das ginge bestimmt noch nicht in der Oberliga Hamburg, bis wohin der 48-Jährige vom Heidgrabener SV als Mitglied des Verbandsschiedsrichter-Ausschusses (VSA) Partien leiten darf. Doch damit ist im Sommer mit dem Ende der laufenden Saison Schluss.

Langweilig wird Zibull dann wahrscheinlich doch nicht werden, denn er hat eine neue Aufgabe gefunden. Der technische Angestellte eines großen Hamburger Unternehmens tritt im Bezirksschiedsrichterausschuss (BSA) Pinneberg die Nachfolge von Klaus Sommer (65, TuS Appen) als Obmann an. Sommer hatte das Amt seit 2007 inne gehabt.

Zibull glaubt, gut für die neue Aufgabe gewappnet zu sein. „Wir haben beim Heidgrabener SV eine sehr gut funktionierende Schiedsrichterabteilung“, sagt er über seinen Heimatklub, der bei derzeit zwölf Teams 18 Unparteiische aufweisen kann.

Mehr Schiris als Mannschaften – das können nur ganz wenige Vereine vorweisen. Die meisten plagen sich eher mit Nachwuchssorgen, auch wenn der scheidende Klaus Sommer zu seinem Abschied keinen Jahresbericht mit konkreten Zahlen vorlegte. Der soll erst zum Saisonende veröffentlicht werden.

Michael Zibull will sein Augenmerk im neuen Amt auf die Nachwuchsarbeit legen. „Ich meine, dass da etwas gemacht werden muss“, sagte er. Es gebe zwar eine breite Basis, doch auch die will gestärkt sein. „Dann kristallisieren sich auch mehr Schiedsrichter für den Leistungsbereich heraus“, ist er sich sicher. Derzeit pfeifen lediglich vier Referees aus dem BSA Pinneberg im VSA.

Die Ausbildung neuer Schiris ist die Basis, doch den für dieses Wochenende geplanten Anwärterlehrgang sagte der dafür zuständige BSA-Beisitzer Marcel-André Haupt während der Versammlung kurz vor der Wahl von Zibull mangels Teilnehmer ab. „Das nicht gerade ein optimaler Start“, gab Zibull zu, doch mit nur 14 angehenden Spielleitern sei der Lehrgang nicht durchzuführen. „Das ist ein Spagat“, so Zibull, der wie die anderen Vereinsvertreter auch erst während der Sitzung von dieser Entscheidung erfahren hatte. Der Ärger bei den Vereinen, die Teilnehmer gemeldet hatten, war dennoch groß.

Gegenwind hatte Zibull auch bei seiner Wahl verspürt. Die Schiedsrichterobmänner von SC Pinneberg und SV Halstenbek-Rellingen stimmten gegen ihn, der VfL Pinneberg, der TuS Appen, der TSV Heist und der TuS Hemdingen-Bilsen enthielten sich. Die BSA-Beisitzer Andreas Voß (VfL Pinneberg), André Neumann (FC Elmshorn) und Marcel-Andre Haupt (FC Elmshorn) wurden bei Enthaltungen von zwei Vereinen in ihren Ämtern bestätigt. „Das ist Demokratie“, gab Zibull sich locker und – wie auf dem Platz – gewand mit Widerstand. Denn den Umgang mit verbalen Entgleisungen hat er als Schiedsrichter gelernt. Immerhin ist er bereits mit 16 Jahren Schiedsrichter geworden und hat zu Beginn der Karriere mehr als 100 Spiele als Linienrichter beim heutigen VSA-Lehrwart Frank Behrmann absolviert. Der Spaß nach den Spielen sei dabei nie zu kurz gekommen, erzählt Zibull. Den hat er auch auf seine Familie übertragen.

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erstellt am 27.Feb.2015 | 16:00 Uhr

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