Entsetzen über Dörries’ Rücktritt

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Schwimmverband: DSV-Präsidentin aus Horst zieht sofort Konsequenzen / Erich Reschke beklagt vorbereitete Blockadehaltung

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11. Dezember 2018, 16:00 Uhr

„Die Lage ist schwieriger als je zuvor.“ Erich Reschke, Präsident des Norddeutschen Schwimmverbandes aus Klein Offenseth-Sparrieshoop, bemühte sich in einer ersten Reaktion noch um Diplomatie. Diese zu wahren fiel ihm angesichts des Rücktritts von Gabi Dörries als Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes am Sonnabend selbst gestern noch schwer. Die Horster Unternehmerin hatte beim außerordentlichen Verbandstag ihr Amt zur Verfügung gestellt, da auf Antrag des badischen Landesverbandes das vom DSV-Präsidium unter Dörries’ Leitung erarbeitete Finanzkonzept mit einer Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um 60 Cent auf 1,40 Euro pro Jahr und Schwimmer nicht behandelt wurde. Diese hätte rund 300 000 Euro in die klamme Kasse des DSV gespült. Das Thema wurde auf Mai vertagt. Die Satzungsänderung hatte – bei 70 zu behandelnden Änderungsanträgen – noch eine Mehrheit erhalten.

„Es musste allen klar sein, dass die Satzungsänderung und das Finanzkonzept zusammen gehören. Insofern war klar, dass man damit einen Misstrauensantrag gegen das Präsidium stellt“, sagte Reschke. „Es war eine vorbereitete Blockadehaltung mit dem Ziel, das Präsidium abzusägen.“ Sachliche Gründe seien gegenüber Partikularinteressen und persönlichen Befindlichkeiten in den Hintergrund getreten.

Genau so muss Gabi Dörries das auch verstanden haben. „Durch die heutigen Beschlüsse sehe ich keine Basis für eine weitere Arbeit in der Position der Präsidentin“, erklärte die 59-Jährige. Wie Dörries legte auch die Vize-Präsidentin für den Bereich Finanzen, Andrea Thielenhaus, ihr Amt nieder.

Auswirkungen habe dies nach der Einschätzung von Erich Reschke weniger auf Veranstaltungen im Norden, sondern auf den Leistungssport. Aus dem kam postwendend harsche Kritik. „Ihr habt heute den Grundstein für das Ende des Leistungssports im DSV gelegt. Ihr habt heute langfristig die olympischen Träume vieler Aktiver zerstört oder ihnen zumindest auf ihrem Weg zu den Olympischen Spielen 2020 einen weiteren Fels in den Weg gelegt“, schrieb die ehemalige Aktivensprecherin Dorothea Brandt auf Instagram.

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