Elmshorn : EMTV bangt um Kreiszuschuss

Der EMTV-Vorsitzende Stefan Heesch (rechts) und Zimmermann Jörg Skorzinski heben das Glas auf das Richtfest beim Anbau des Vie Vitales.
Der EMTV-Vorsitzende Stefan Heesch (rechts) und Zimmermann Jörg Skorzinski heben das Glas auf das Richtfest beim Anbau des Vie Vitales.

Ohne Förderung droht dem Hallenneubau das Aus. Vereins-Vize Jens Berendsen: „Wir können die 700.000 Euro nicht tragen.“

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14. November 2013, 12:00 Uhr

Gestern Nachmittag hat der EMTV einen ersten Zwischenschritt bei der Sanierung seiner Sportstätten am Koppeldamm gefeiert: Richtfest des Erweiterungsbaus beim vereinseigenen Fitness-Studio Vie Vitale. Am ehemaligen Turnerheim entsteht derzeit ein weiterer Mehrzweckraum für fast 900 000 Euro. Der nun folgende spannende Schritt ist die Anbindung des Neubaus an das alte Gebäude.

Doch die Freude ist bei EMTV-Chef Stefan Heesch und seinen Mitstreitern im Vorstand nicht ungetrübt. Die Finanzierung des mit rund vier Millionen Euro veranschlagten Hallenneubaus steht auf der Kippe. Heute, Donnerstag, beschäftigt sich der Ausschuss Schule, Kultur und Sport des Pinneberger Kreistages mit der Frage, ob und wann der EMTV Kreiszuschüsse dafür erhält. In der darauf folgenden Woche trifft sich der Finanzausschuss, Mitte Dezember kommt schließlich der Kreistag zusammen. Sollte der Kreis die Förderung verweigern, droht nach Vereinsdarstellung dem Sanierungsprojekt das Aus. „Wir wären als Verein nicht in der Lage, die avisierten 700 000 Euro zu übernehmen“, stellte der stellvertretende Vorsitzende des EMTV, Jens Berendsen, klar.

Hintergrund ist, dass der Neubau, der die aus den 50er-Jahren stammende alte EMTV-Halle ersetzen soll, auf der Prioritätenliste für die Sportförderung 2014 so weit hinten stehen, dass nach Stand der Dinge keine Kreismittel fließen würden. Der Haushaltsansatz ist ausgeschöpft. Geplanter Baubeginn ist im Frühjahr 2014, wenn der Abschnitt Vie Vitale abgeschlossen ist.

Als „Licht am Horizont“ empfindet der EMTV-Vize den Beschlussantrag, den SPD und Bündnis 90/Die Grünen zur heutige Ausschusssitzung gestellt haben. Im Kern fordert dieser Antrag den Ausschuss auf, aus „fachlicher Sicht das Projekt als förderungsfähig anzuerkennen“. Berendsen erwartet, dass dieser Antrag fraktionsübergreifend unterstützt wird. „Es wäre für den EMTV eine schallende Ohrfeige, wenn das ehrgeizige Sanierungskonzept im Parteienstreit unter die Räder käme“, so Berendsen. Außerdem sollen, so der Antrag der beiden Fraktionen, für 2014 40 000 Euro als Anschubfinanzierung bewilligt werden. Für die CDU hat Kerstin Seyfert bislang aber Ablehnung signalisiert.

Die Frage der gesicherten Finanzierung brennt dem Verein unter den Nägeln. „Sollte der Kreis jetzt den Stecker ziehen, käme das einer kapriziösen Vollbremsung bei Höchstgeschwindigkeit gleich“, sagte Berendsen. Unterstützung erhält der Verein vom Kreissportverband (KSV) Pinneberg. Dessen Geschäftsführer Karsten Tiedemann forderte: „Wir erwarten von der Kreisverwaltung und der Kreispolitik, dass sie nach Lösungsmöglichkeiten sucht und da ein bisschen Phantasie entwickelt.“

Bislang sei aus Sicht des EMTV das Sanierungsprojekt reibungslos verlaufen: Zunächst hatten die Vereinsgremien mit hohen Quoten dem Sanierungskonzept zugestimmt. Die Stadt Elmshorn sei während der gesamten Projektphase engagiert und kooperativ gewesen. Auch die finanzierenden Banken seien den Wünschen des Vereins entgegen gekommen. Die EMTV-Mitglieder tragen mit einer Beitragserhöhung von zwei Euro pro Monat zur Finanzierung bei. Vor diesem Hintergrund könne sich der Verein nicht vorstellen, vom Kreis jetzt im Stich gelassen zu werden.

„Natürlich können wir die angespannte Kassenlage des Kreises nicht einfach ignorieren“, räumte Berendsen ein. Er hob jedoch hervor, dass der jetzt vorliegende Beschlussantrag einen Königsweg zeige: Der Antrag sieht vor, die Kreisförderung bis in das Jahr 2018 zu strecken. Das führe zu einer weiteren Belastung des Vereins, sei jedoch zu stemmen. „Der Antrag zeigt deutlich, dass bei gutem Willen eine Bezuschussung realisierbar ist. Wir bitten die Ausschussmitglieder, dem Antrag zuzustimmen“, sendet Berendsen einen Appell in Richtung Pinneberg.

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