Seit 32 Jahren : Elmshornerin lebt Aikido

Ute Kruse zeigt eine Verteidigung beim Schwertkampf.
Ute Kruse zeigt eine Verteidigung beim Schwertkampf.

Die 70-jährige Ute Kruse hat die Kampfkunst beim TSV Prisdorf eingeführt. Auch Bundestrainer waren schon zu Besuch.

shz.de von
24. Juli 2018, 14:20 Uhr

Elmshorn, Prisdorf | Ute Kruse ist Sparten- und Übungsleiterin Aikido beim TSV Prisdorf. 70 Jahre alt, durchtrainiert und eine unglaubliche Energie ausstrahlend, erklärt sie die Vielschichtigkeit der japanischen Art der Selbstverteidigung. Eine Frau, die ihren Weg gemeinsam mit dem Aikido geht. „Aikido ist nicht nur ein Sport, sondern eine Lebenseinstellung. Ich mache nicht Aikido, ich lebe Aikido“, erklärt Kruse.

Aikido gilt gegenüber anderen japanischen Kampfsportarten wie Karate und Jiu Jitsu als friedfertige Kampfkunst. Der Aikidoka vermeidet es den Angreifer zu verletzen.

„Ich mache nicht Aikido, ich lebe Aikido”

Wie kommt man denn überhaupt zum Aikido? Kruse erzählt lächelnd: „Meine Tochter Andrea wollte mit 15 Jahren mit Karate anfangen. Das war aber gar nicht Karate, sondern Aikido. Ihr war das egal, denn sie fand einen jungen Mann total toll.“ Und da die Tochter schon einmal auf der Matte stand, ließ sich auch Ute Kruse überreden.

Aikido ist eine von dem Japaner Morihei Uyeshiba begründete Kampfkunst. Er lebte von 1883 bis 1969. Ziel beim Aikido ist es, einem Angriff dadurch zu begegnen, dass man die Angriffskraft leitet und es dem Gegner unmöglich macht, seinen Angriff fortzuführen.

Seit 32 Jahren betreibt die Elmshornerin jetzt Aikido, erst in Elmshorn, dann seit 1998 in Prisdorf. Höhepunkte ihrer Arbeit waren dabei die zwei Besuche von Bundestrainer Katsuaki Asai in Prisdorf zu verschiedenen Jubiläen.

Idealer Sport für Kinder

Doch für Kruse steht eindeutig die Arbeit mit Kindern im Vordergrund: „Ich nehme den Kindern die Aggressionen. Ich bin sicherlich streng, es gibt für mich nur Schwarz oder Weiß. Ich bin dabei aber klar in meiner Aussage und zeige den Kindern ihre Grenzen auf.“

1960 gelangte die Kampfkunst nach Deutschland. Katsuaki Asai gründete den Aikikai Deutschland 1965 mit 23 Jahren und wurde Bundestrainer.

Dabei kam es auch zu Reibereien mit Eltern, die nach Meinung von Kruse falsche Vorstellungen vom Aikido hatten: „Mich belastet es sehr, wenn Eltern ihre Kinder aus dem Kurs nehmen. Ich arbeite sehr gerne mit schwierigen Kindern, und der Erfolg zeigt, wie gut Aikido ist.“

„Beeindruckende Zeit” in Japan

Einen besonderen Erfolg landete auch ihr Mann zur Silberhochzeit. Er schenkte seiner Frau eine Reise nach Japan. Vier Wochen wohnte sie in der Familie eines befreundeten Japaners in einem kleinen Dorf an den japanischen Alpen.

Mit leuchtenden Augen berichtet Kruse: „Ich war mit beeindruckenden Menschen zusammen. Wir haben mit Händen und Füßen geredet. Ich konnte kein Japanisch, aber vom Gefühl her wusste ich, was die Menschen mir sagen wollten.“

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