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Oddset-Pokal : Elmshorner Trauma Victoria

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der FC Elmshorn scheidet im Oddset-Pokal unglücklich im Achtelfinale gegen den Regionalligisten SC Victoria Hamburg aus.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Auf der vergleichsweise weitläufigen Tribüne des Krückaustadions kann doch so etwas wie Stimmung aufkommen, wenn dort Fußball gespielt wird. Das war die eine Erkenntnis des Oddset-Pokal-Viertelfinals zwischen dem FC Elmshorn und dem SC Victoria. In Stimmung war aber vor allem der Teil der 403 zahlenden Zuschauer – darunter Ex-Nationalspieler Thomas Helmer – , der es mit den Gelb-Blauen hielt. Denn, das war die zweite Erkenntnis, Vicky war auch im dritten Versuch eine für den Fußball-Oberligisten nicht zu nehmende Pokalhürde. Er unterlag dem Regionalligaschlusslicht von der Hamburger Hoheluft 0:1. Den Treffer des Tages erzielte Michael Sara, der in der 78. Minute im Anschluss an eine Parade von Ole Springer erfolgreich abstaubte.

Entsprechend groß war der Frust auf Seiten des Clubs. „Wir haben hinten gut gestanden und wenig zugelassen. Unser Problem ist, dass wir zu ineffizient sind“, klagte etwa Innenverteidiger Kim Helmer, dessen Vater erstmals eine Partie seines Juniors in Elmshorn besuchte.

Auch Maurizio d’Urso, wie Helmer in der vergangenen Spielzeit noch im gelb-blauen Trikot aktiv, haderte mit dem Schicksal: „Das ist bitter. Wir hatten die klareren Chancen, aber es spiegelt den Verlauf der Saison wieder. Es hapert im Abschluss.“ Vickys Trainer Lutz Göttling, der beim Pokalfinale im Mai (2:1 für Victoria nach Verlängerung) auf die beiden jetzigen FCE-Akteure verzichtet hatte, sah’s ein wenig anders. „Es war das erwartet schwere Spiel“, sagte er, der Sieg für seine Elf sei aber verdient – und erntete Widerspruch bei Achim Hollerieth. „Ich glaube nicht, dass wir die schlechtere Mannschaft waren“, sagte der Trainer des FC Elmshorn.

Die Neuauflage des diesjährigen Finals begann schleppend. Der Gast unterband das Elmshorner Aufbauspiel geschickt. Sara prüfte Ole Springer erstmals nach einer Viertelstunde. Der Schuss war kein Problem für den Elmshorner Schlussmann, genau wie Pascal Eggerts Versuch eine Minute später auf der Gegenseite für Tobias Grubba. Abenteuerlicher war da schon Springers Ausflug aus dem Strafraum heraus, Benny Hooses Lupfer aber verfehlte den leeren Elmshorner Kasten. Die beste Elmshorner Chance hatte Milos Ljubisav-ljevic kurz nach der Pause. Von Heiko Ansorge in Szene gesetzt steuerte er allein auf Grubba zu, scheiterete aber.

Ein richtig aufregender Pokalfight war es nur in der kurzen Phase nach der 60. Minute. Helmer hatte Sara an der Mittellinie umgesenst. Kurze Rudelbildung. David Eybächer nahm sich seinen ehemaligen Teamkollegen ordentlich zur Brust. Schiedsrichter Dennis Krohn (TSV Reinbek) löste die Situation schließlich mit Gelben Karten gegen beide Vierer – auch wenn Holle-rieth sich an der Seitenlinie echauffierte: „Das war eine klare Tätlichkeit.“

Es folgten zwei weitere gute Chancen auf beiden Seiten – und schließlich Saras Abstaubertor nach der tollen Parade von Springer gegen einen Schuss von Marcel Hegert, was die Entscheidung bringen sollte. „Es war wie zuletzt immer: Wir machen den ersten Fehler . . .“, ließ Hollerieth seinem Frust freien Lauf.

Blieb abschließend nur die Frage, warum der FCE auf seinen Heimvorteil an der Wilhelmstraße verzichtet hat, denn im Krückaustadion hatte die Hollerieth-Elf schon wegen des fehlenden Flutlichts nicht trainieren können. Der Test auf die Regionalligatauglichkeit wird’s nicht gewesen sein, denn den Aufstieg schloss FCE-Präsident Helge Melzer – hört im Januar auf – für diese Saison aus. Dafür aber schaufelten die Zuschauer an Grill- und Getränkestand, wo fast alle FCE-Vorstandsmitglieder anpackten, sicherlich einige Euros in die Vereinskasse – Geld, das an der Wilhelmstraße zu einem Großteil bei Vereinswirt Jürgen Schumann geblieben wäre.
 

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