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Oddset-Pokal : Elmshorner Glückseligkeit

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Trotz Steuerrazzia und Fankrawalle auf der Tribüne: Der FCE feiert ein Fußballfest beim 4:2 über Eintracht Norderstedt.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Es war einer jener Momente, deretwegen Jungs anfangen Fußball zu spielen, einer der Momente, auf den hin junge Männer sich an drei oder vier Abenden pro Woche schinden, einer der Momente, für den Trainer Taktiken austüffteln und immer wieder üben lassen, einer der Momente, für den Wochenende für Wochenende Zuschauer in die Stadion von Bundes- bis Kreisliga strömen. Um es mit den Worten von Bernd Ruhser auszudrücken: „Es war ein tolles Pokalspiel vor einer tollen Kulisse.“ Was den Co-Trainer des FC Elmshorn und 680 zahlende Zuschauer – so sie es mit dem Gastgeber hielten – so begeisterte war das 4:2 des Fußballoberligisten an der Wilhelmstraße über Eintracht Norderstedt in der vierten Runde des Hamburger Oddset-Pokals.

Es waren 90 Minuten, wie sie (fast) nur der Pokal schreiben kann. Der Gastgeber steht eine Halbzeit unter Dauerdruck der favorisierten Gäste, geht aber mit einer 2:0-Führung in die Kabine. Dann der schnelle Anschlusstreffer, statt des dritten eigenen Tores neun Minuten vor Ende der Ausgleich – und dann geben Milos Ljubisavljevic praktisch von der Eckfahne aus mit unmöglichem winkel (84.) und Maurizio D’Urso (89.) der Partie eine erneute Wende. Euphorisierte Ersatzspieler und Betreuer tanzen nach diesen Toren zum 3:2 und 4:2 noch vor dem Abpfiff von Schiedsrichter Fabian Posch auf dem Rasen.

Rückkehrer Lüneburg und Tunjic bleiben blass

„Was die Mannschaft dann gemacht hat, wie sie stabil war, wie sie die Konter gespielt hat – und gelungener Tag“, suchte Achim Hollerieth ganz außer Atem nach Worten für das, was sich da in der Schlussphase abgespielt hat und für den FCE-Trainer nur einen Schluss zuließ: „Absolut super für die Jungs!“

Hollerieth durfte sich selbst der guten Vorbereitung wegen auf die eigene Schulter klopfen. „Manchmal helfen Spielbeobachtungen“, sagte er. 21 Spieler dauerhaft in der Elmshorner Hälfte, das gab es in den vergangenen zwei Jahren selten. „Aber Norderstedt hat keine hunderprozentige Torchance gehabt“, sagte FCE-Innenverteidiger Patrick Scheidt.

Manchmal helfen aber auch Zufälle – wie der Anruf von Pascal Eggert, der im Stau stand. Obwohl die Begegnung mit einer viertelstündigen Verspätung begann, stand Aytac Erman für ihn in der Startformation. Der machte in seinem zweiten Spiel im grünen Dress nach neun Minuten das Bein richtig lang und spitzelte den von Scheidt per Kopf verlängerten Sottorf-Freistoß vor Norderstedts Torhüter Höcker zum 1:0 in der neunten Minute über die Linie. Das 2:0 per Ljubisavljevic-Kopfball in der 44. Minute stellte den Spielverlauf gemessen an den Anteilen auf den Kopf.

Schlägerei am Ende der Partie

Jan Lüneburg blieb bei seiner Rückkehr ein wenig blass. Eine Volleyabnahme von ihm landete in Scheidts Magenkuhle, ein Kopfball in den Armen von Ole Springer. Einen bleibenden Eindruck hinerließ er schon. „Jetzt merkt man erst, wie unangenehm es ist, gegen ihn zu spielen“, sagte Fabian Böwig.

Für kurzzeitige Norderstedter Hoffnung sorgte ein anderer Rückkehrer: Jürgen Tunjic, der noch unter dem Trainer Eugen Igel für Rasensport gestürmt hatte. Thomas Seeliger brachte ihn in der zweiten Halbzeit und er holte einen Foulelfmeter heraus, den Philipp Koch verwandelte (59.). Im Anschluss an Nadlers Ausgleich in der 81. Minute folgte der fulminante Elmshorner Schlussspurt, der die Worte aus Hollerieth nur so heraussprudeln ließ.

Nur bei einem Thema war er schweigsam: der Razzia von Zoll und Steuerfahndung. „Das gibt’s nichts großartiges zu sagen“, antwortete er auch auf wiederholte Nachfragen.

Praktisch mit dem Schlusspfiff kam es auf der Tribüne zu handgreiflichen Meinungsverschiedenheiten mutmaßlich zwischen Anhängern beider Mannschaften. Die Polizei rückte mit insgesamt acht Streifenwagen an, um die aufgeheizten Gemüter zu beruhigen. Eine Person wurde bei der Schlägerei verletzt und wurde im Rettungswagen behandelt. Die genauen Hintergründe sind unklar.

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