Eiskalt ausgekontert

Die Gäste aus Bonn in den roten Trikots jubeln während Blau-Weiß-Goalie Bennet Druminski enttäuscht die Hände in die Hüften stemmt.
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Die Gäste aus Bonn in den roten Trikots jubeln während Blau-Weiß-Goalie Bennet Druminski enttäuscht die Hände in die Hüften stemmt.

Floorball: Blau-Weiß 96 bangt nach 7:9 gegen SFF Dragons Bonn mehr denn je um den Verbleib in der 1. Bundesliga

shz.de von
15. April 2019, 16:00 Uhr

Schenefeld | Am Ende versuchten es die Schenefelder noch mit der Variante eines sechsten Feldspielers anstelle von Torhüter Bennet Druminski. Geholfen hat es nicht. Blau-Weiß 96 hat das erste von maximal drei Relegationsspielen gegen den Abstieg aus der 1. Floorball-Bundesliga am Sonnabend in heimischer Halle gegen SSF Dragons Bonn 7:9 (1:5, 4:6) verloren. Und der Auftritt der Blau-Weißen vor mehr als 200 Zuschauern gab wenig Anlass zur Hoffnung, dass über Ostern beim Rückspiel und einer gegebenenfalls nötigen Entscheidungspartie am Rhein die Wende gelingen könnte.

Spielertrainer Benedikt Fiedrich jedenfalls wird erst einmal sich selbst aufbauen müssen, ehe er die psychisch angeknackste Schenefelder aufrichten kann. „So, wie wir gespielt haben, gehören wir nicht in die 1. Liga“, konstatierte er tief enttäuscht unmittelbar nach der Schlusssirene. „Bonn hatte zwei Spieler, die alles gemacht haben“, haderte er und meinte damit den vierfachen Gäste-Torschützen Jan Kolisko und Florian Weißkirchen (ein Tor, zwei Assists).

Diese beiden aber hatten den Schenefeldern Entscheidendes voraus: Sie nutzten ihre Chancen. „Kompliment: Ihr seid total effektiv“, musste auch BW-Kapitän Lasse Schmidt anerkennen. Bereits der erste Angriff der Gäste saß. Ehe Goalie Bennet Druminski sich wirklich auszeichnen konnte, lagen die Hausherren im zweiten Drittel bereits 2:6 zurück.

Das Muster war dabei oft gleich: BW suchte ziemlich ideenlos eine Lücke in der Bonner Abwehr, verlor den Ball und die Drachen vom Rhein konterten die dann überforderten 96er nach allen Regeln der Kunst aus. Es war nicht das erste Mal, dass diese Schwäche so zum Tragen kam. „Das zieht sich durch die ganze Saison“, klagte Fiedrich. Ein Rezept dagegen hatten er und Felix Irrgang als zweiter Spielertrainer über Monate nicht gefunden.

Ob dies nun in den fünf Tagen bis zum ersten Rückspiel am Ostersamstag in Bonn gelingt? Lasse Schmidt jedenfalls wollte sich noch nicht geschlagen geben. „Wer uns kennt, weiß, dass wir nach Nackenschlägen wiederkommen“, rief er dem eigenen Anhang als Abschlussworte nach dem letzten Heimspiel der Saison zu. Doch die Fans werden sich gedanklich darauf einstellen müssen, im Herbst „nur“ Zweitliga-Floorball in der Halle Achter de Weiden zu sehen bekommen – wenn nicht ein kleines Wunder geschieht.

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