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Einkaufen für 1000 Euro

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Mehr als 1200 Zuschauer beim Horster Hallenturnier / VfR-Chef Frank Karstens will um den Erhalt der Bande kämpfen

shz.de von
erstellt am 31.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Womöglich das letzte Mal Hallenfußball mit Rundum-Bande und großen Toren in Horst? Angesichts der aktuellen Diskussion darüber, dass der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) im kommenden Winter nur noch Futsal-Turniere – mit weicherem Ball und ohne Bande – genehmigen wolle, graust es Frank Karstens. Der amtierende Vorsitzende des VfR Horst jedenfalls ist nicht gewillt, den Horster Liga Cup in der aktuellen Form so ohne weiteres aufzugeben. „Ich hoffe für uns, dass wir das weiter so genehmigt kriegen“, sagte er im Anschluss an das Sonntag mit dem SV Rugenbergen als strahlenden Sieger zu Ende gegangenen Drei-Tages-Event.

Warum auch sollte man was ändern? Zufriedene Gesichter bei Spielern und Funktionäre. Volle Tribünen an allen drei Tagen. „Selbst am Sonnabend, als keine Horster Mannschaft gespielt hat, waren 400 Zuschauer hier“, sagte VfR-Vorstandsmitglied Klaus Borkowski. Insgesamt zählte der Verein mehr als 1200 zahlende Gäste in der Sporthalle der Jacob-Struve-Schule.

Die sahen in der Endrunde sogar zwei Horster Mannschaften. Neben der gesetzten Verbandsligatruppe hatte sich am Freitagabend auch die Zweite (Steinburger Kreisklasse B) für das Endturnier qualifiziert. Dort hatte die mit den Verbandsligaakteuren René Thies, Michel Gorny und Zweitkeeper Jan Koerner verstärkte Mannschaft zwar keine Chance aufs Weiterkommen, „rächte“ aber immerhin in ihrem letzten Spiel die eigene Erste, in dem sie dem TSV Uetersen ein 1:1 abrang. Dafür gab’s Sonderapplaus aus der Horster Fankurve, die sich wie üblich an der Stirnseite vorm Eingang zur Cafeteria breit gemacht hatte. Horst I hatte gegen Uetersen noch eine 1:6-Klatsche bezogen.

Für den Gastgeber reichte es dennoch, um erstmals nach drei Jahren wieder ins Halbfinale des eigenen Turniers einzuziehen. Gegen den SV Rugenbergen sollte dann die Zahl 15 eine besondere – negative – Bedeutung bekommen. So viele Sekunden waren erst gespielt, als Pascal Haase für die Bönningstedter erstmals traf. So viele Sekunden waren nur noch zu spielen, als Max Scholz letztmals einnetzte zum 3:4-Endstand aus Sicht des VfR. Dazwischen hatten die Horster einen 1:3-Rückstand noch ausgeglichen. „Da haben wir kurz vor Schluss gepennt“, ärgerte sich VfR-Trainer Lars Lühmann.

Im Spiel um Platz drei besiegte Horst dann TuRa Meldorf deutlich 5:1, was Lühmann wieder etwas versöhnlich stimmte – auch wenn es „nur ein kleiner Trost“ war. Der wurde aber mit einem Gutschein für Nordsport im Wert von 300 Euro versüßt. Jan Behrendt sicherte sich mit seinem achten Turniertreffer zum 1:0 zudem die Torjägerkanone.

Für 1000 Euro darf der SV Rugenbergen einkaufen gehen. Er besiegte im Finale den Gewinner der beiden vergangenen Jahre, den VfL Pinneberg, 2:0. „Wir freuen uns, dass der Auftakt in die Hallensaison so geglückt ist“, jubelte SVR-Trainer Ralf Palapies. Sein Pinneberger Pendant Michael Fischer nahm’s letztlich mit Humor. „Weil der VfR knapp bei Kasse ist, wollten wir nicht wieder gewinnen“, sagte er und knuffte dabei Horst Fußballobmann Manfred Atzmüller freundschaftlich in die Seite. Bei drei Siegen in Folge hätte der VfL den Wanderpokal behalten dürfen und der Veranstalter für nächstes Jahr einen neuen besorgen müssen. So musste er ihn herausrücken – oder besser gesagt: muss dies noch tun. Zur Siegerehrung fehlte der Pott nämlich. Ein Schönheitsfehler in dem gut organisierten Turnier.

Angesichts dieser Bilanz sagte Frank Karstens stolz: „Wenn man das sieht, lohnt sich der Aufwand.“ Die Bande bleibt noch bis zum Wochenende, wenn die Frauen Sonnabend und Sonntag zum Volksbank-Cup bitten, stehen. Und im kommenden Jahr würden Helfer sicher wieder ohne zu murren die Konstruktion wieder aufbauen. Karstens: „Ich bin froh, dass wir den Festausschuss haben. Auf diese zehn Leute ist sicher Verlass.“

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