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Fußball-Landesliga : Eine Offensivoption mehr

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Gezim Sabani gefällt beim FC Elmshorn im zentralen Mittelfeld. 1:1 gegen TBS wie Niederlage.

Es fehlten 30 Sekunden für eine Geschichte, wie sie nur der Fußball schreibt. Im vergangenen Winter vom FC Elmshorn (II) zusammen mit Veton Hajrizi zu TBS Pinneberg abgeschoben bereitete Gezim Sabani (kleines Foto) nach seiner Rückkehr an die Wilhelmstraße Freitagabend den Führungstreffer des Gastgebers im der Landesliga-Abstiegskandidaten FCE und TBS vor. In Szene gesetzt von Henri Weigand startete Sabani auf dem rechten Flügel bis zur Grundlinie durch; die Hereingabe drückte Patrick Hiob in der 43. Minute zum 1:0 über die Linie. Gleiches Spiel eine Minute später, nur – aus Elmshorner Sicht leider – fand Sabanis Ball diesmal keinen Abnehmer im Pinneberger Strafraum.

Dass es nach 92 Minuten für den Club doch nicht zu einem verdienten Dreier reichte, war Sabani nur bedingt anzulasten. Als Wojciech Krauze in der zweiten Minute der Nachspielzeit eine Ecke des früheren Sparrieshoopers Christian Rondo Perez noch zum 1:1-Endstand verwertete, saß oder stand Sabani bereits eine halbe Stunde auf oder neben der Elmshorner Ersatzbank. Für ihn war Jannik Ruhser gekommen.

Es war ein positionsgetreuer Wechsel, den Elmshorns Trainer Dennis Gersdorf da nach 61 Minuten vorgenommen hatte. Ist Ruhser als zentraler Offensivspieler bekannt, so überraschte Sabanis Einsatz auf der „Zehn“ hinter Sturmtank Hiob viele. Eigentlich sollte der 25-Jährige doch der Elmshorner Innenverteidigung Stabilität verleihen, was am Freitag aber Lars Gersdorf und Rico Just taten. Nur Dennis Gersdorf tat nicht erstaunt. „Eigentlich ist er Mittelfeldspieler. Ich habe ihn nur in der Bezirksliga, als wir aufgestiegen sind, zum Defensivspieler umfunktioniert“, sagte er.

In den vergangenen Wochen habe Sabani ihn schon öfters darauf angesprochen, dass er wieder weiter vorne agieren wolle. „Da habe ich nicht drauf reagiert, weil er mir hinten zu wichtig war. Die letzten Wochen war seine Leistung da aber zwiegespalten. Deshalb habe ich ihm gesagt: Du spielst heute Zehner. Und da hat er eine gute Leistung gezeigt.“ Das aber nur eine Stunde. Bereits zur Halbzeitpause hatte Sabani Gersdorf signalisiert: Für lange reicht’s nicht mehr. Sabani trainiert nur sehr eingeschränkt.

Das ist wahrlich keine Besonderheit, sondern für vermeintliche Leistungsträger in den grünen Jerseys fast Normalzustand. „Die Hälfte des Kaders trainiert gar nicht oder bis zu einmal pro Woche. Die meisten haben Luft für 60 bis 70 Minuten“, stöhnte Gersdorf über die Konstellation, dass viele aufgrund ihrer Arbeit den Sport hinten an stellen müssen. Aber Akteure wie Sabani, Hiob oder auch der Freitag fehlende Ömer Aygün seien „eben sehr wichtig für uns. Deshalb versuche ich sie so lange wie möglich zu berücksichtigen“, so Gersdorf.

Die Quittung für die fehlende Fitness bekamen die Club-Akteure aber in der Nachspielzeit so bitter überreicht, wie es eben auch nur im Fußball möglich ist. Gersdorf redete da auch keine Sekunde drum herum: „Für uns ist das eine heftige Niederlage. Wir haben kein besonders schönes Spiel gesehen, aber ich denke es war Leidenschaft drin. Aufgrund der Torchancen muss man das Spiel ganz klar gewinnen.“

Aber, auch das ist Fußball: Am Freitag gibt’s schon die nächste Gelegenheit aus Leidenschaft Punkte zu holen: beim VfL Pinneberg II, dessen Trainer Patrick Funk die Partie an der Seite von Trainer-Vater Harald „Mecki“ Gersdorf beobachtete.

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erstellt am 26.Okt.2015 | 16:00 Uhr

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