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Fussball : Eine Frage des Geldes

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Amateurfußball ist von einem Wettskandal heimgesucht worden. Verband und Wettanbieter treffen erste Maßnahmen.

shz.de von
erstellt am 14.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Fifa-Präsident Joseph Blatter atmete tief durch. Die interne Ethikkommission hat den Weltfußballverband bezüglich der Korruptionsvorwürfe bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 Qatar reingewaschen. Man könne keine Verstöße gegen relevante Regeln und Regulierungen feststellen, teilte der hauseigene Ausschuss gestern mit. Fall abgeschlossen.

Man darf gespannt sein, ob der Hamburger-Fußballverband dem Beispiel des „großen Bruders“ folgt, schließlich hat das Thema Manipulation in den letzten Wochen auch im Amateur-Bereich hohe Wellen geschlagen. Ein Bericht des Internet-Senders Elbkick.tv brachte den Stein am 23.Oktober ins Rollen. Die Oberliga-Begegnung zwischen dem Bramfelder SV und Germania Schnelsen aus der Saison 2013/14 soll verschoben gewesen sein. Schnelsener-Akteure sollen auf ihre eigene Niederlage gewettet und am Ende das Zehnfache des Einsatzes erhalten haben. Germania verlor das Spiel in letzter Minute mit 3:4.

„Die Partie war manipuliert“, befand Ex-Schnelsen-Trainer Florian Gossow. Der Aufschrei war fortan groß. Es tauchten immer neue Vorwürfe auf, die Oberliga stecke bereits seit Jahren im Wett-Sumpf, weitere Spiele seien verschoben worden. Beweise blieben jedoch aus.

Drei Wochen sind nunmehr vergangen. Und obwohl sich Gossow, der in der Zwischenzeit die Zügel beim Oberligisten FC Elmshorn übernommen hat, bereit erklärt hat beim HFV auszusagen, ist der Verband noch nicht an den 41-Jährigen herangetreten. „Ich würde gerne bei der Klärung des Falls helfen. Es erscheint mir jedoch so, als ob sich der Verband nicht für meine Aussage interessiert“, so der FCE-Coach.

Stattdessen wählt der HFV vorerst einen anderen Weg. Im kommenden Jahr müssen alle Akteure der Oberliga und Landesliga ein Papier unterzeichnen, das ihnen verbietet auf ihre eigenen Partien zu wetten. Wettanbieter „Tipico“ hat derweil bereits auf die Geschehnisse reagiert. Das Einsatzlimit für einen Schein im Amateurfußball wurde von 250 auf nunmehr 50 Euro gesenkt. Pro Filiale dürfen alle Tipper zudem nur noch insgesamt 500 Euro und nicht wie zuvor 1000 Euro setzen und auch der maximale Gewinn pro Filiale wird von 800 auf400 Euro eingedämmt. Gebannt ist die Gefahr der Manipulation mit diesen Schritten allerdings nicht. Das wäre nur garantiert, wenn die Ligen aus dem Angebot der Wettanbieter endgültig verschwinden würden.

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