Hallenfussball : Eine Achterbahnfahrt der Gefühle

In Bedrängnis: Union-Akteurin Kim Kramer (Mitte) wird von zwei Spielerinnen attackiert.
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In Bedrängnis: Union-Akteurin Kim Kramer (Mitte) wird von zwei Spielerinnen attackiert.

Fußball: Die Frauen des FC Union Tornesch stehen sich beim Hallenmasters selbst im Weg und scheiden nach der Vorrunde aus

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13. Januar 2015, 16:00 Uhr

Die Verärgerung war Mahdi Habibpur ins Gesicht geschrieben. Der Trainer der Verbandsliga-Fußballerinnen des FC Union Tornesch musste beim 3. Hallenmasters der Frauen mit ansehen, wie seine Akteurinnen einen über weite Strecken leidenschaftslosen Auftritt in der Sporthalle Hamburg auf das Parkett hinlegten. Die Konsequenz: Aus nach der Gruppenphase und ein enttäuschender sechster Rang im Abschlussklassement. „Als Coach bin ich für das Auftreten des Teams verantwortlich. Hätten wir unser Leistungspotenzial abgerufen, wäre viel mehr drin gewesen“, ärgerte sich Habibpur, der eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebte.

Ohne die verletzten Nele Grzenkowicz, Benita Thiel und Alla Jantschenko sowie die noch nicht spielberechtigte Torhüterin Saskia Schippmann, ließen die Union-Frauen im Auftaktduell der Gruppe 1 jeglichen Einsatzwillen vermissen. Nutznießer war das Regionalliga-Team des FC Bergedorf 85, das zu keinem Zeitpunkt in Bedrängnis kam und dem FCU eine deutliche 0:3-Pleite zufügte. Zu allem Überfluss zog sich Hania Wulff auch noch eine Leistenverletzung zu und musste das Geschehen fortan von der Bank aus verfolgen. Knapp eine Stunde später schien sich das Blatt allerdings zu wenden.

Angeführt von der agilen Doppeltorschützin Josefin Lutz, legten die Tornesch-Frauen in der zweiten Begegnung gegen Ligakonkurrent TSC Wellingsbüttel eine andere Körpersprache an den Tag und sicherten sich einen souveränen 3:0-Erfolg. Das Ticket für das angepeilte Halbfinale war fortan zum Greifen nah. Im letzten Gruppenspiel gegen den Hamburger SV (Regionalliga) genügte der Habibpur-Elf bereits ein Unentschieden für den Einzug in die Runde der letzten Vier. Es passte jedoch zum Turnierverlauf, dass sich der FC beim dritten Auftritt erneut von seiner pomadigen Seite präsentierte. Trotz hochkarätiger Torchancen blieb im Angriff die Null stehen, während dem Team in der Defensive individuelle Fehler zum Verhängnis wurden. „Wir haben sowohl Pfosten als auch Latte getroffen und standen uns in der Abwehr selbst im Weg“, so Habibpur über die 0:2-Pleite, die gleichzeitig das Turnieraus zur Folge hatte.

Die beiden Halbfinaltickets der Gruppe 1 sicherten sich somit Bergedorf 85 und der Hamburger SV, die anschließend auch den Turniersieg unter sich ausmachen sollten. Während sich beide Klubs beim 1:1 in der Vorrunde auf Augenhöhe begegneten, dominierte im Endspiel Bergedorf das Geschehen und stemmte nach einem 4:1-Erfolg den Pokal in die Höhe.

Zu diesem Zeitpunkt richtete Habibpur den Blick bereits gen Zukunft. „Am Mittwoch steht der offizielle Trainingsstart auf dem Programm. Wir haben eine Menge Arbeit vor uns“, so der Coach.

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