Kampfsport : Ein Leben für das Kickboxen

Jamil Tarkhani (hier vor der Golden Gate Bridge in San Francisco, USA) kämpft seit 43 Jahren.
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Jamil Tarkhani (hier vor der Golden Gate Bridge in San Francisco, USA) kämpft seit 43 Jahren.

Jamil Tarkhani aus Tornesch triumphiert im Point Fight bei den Gator Nationals World Karate Championships in den USA

shz.de von
23. Mai 2015, 16:00 Uhr

In seinem Leben dreht sich alles um das Kickboxen. Jamil Tarkhani war noch ein kleiner Junge, als ihn die Begeisterung für den Kampfsport packte. Und sie ließ ihn sein gesamtes Leben nicht mehr los. Heute ist Tarkhani Inhaber der Kampfsportschule Sinawali in Tornesch. Der mittlerweile 49-Jährige unterrichtet aber nicht nur, sondern kämpft auch auf den größten Kickbox-Turnieren der Welt – mit großen Erfolgen: 2013 wurde er in Orlando (USA) Weltmeister, im Jahr 2000 holte er sich den Afrikanischen Interkontinental-Titel und jüngst gewann Tarkhani das Fünf-Sterne-Turnier Gator Nationals (höchste Klasse) in Tampa (Florida, USA) im Point Fight (Semi-Kontakt). Es war seit 2013 sein fünfter Erfolg bei einem dermaßen großen Turnier (12    000 Kämpfer). „Das waren besondere Bedingungen, gerade für einen Norddeutschen. Um 8.30 Uhr waren es draußen schon 43 Grad Celsius“, berichtet Tarkhani, der im Finale deutlich mit 8:3 gegen den Amerikaner Fabrizio Gonzalo gewann. Vier Kämpfe hatte der gebürtige Hamburger bereits erfolgreich hinter sich gebracht, bevor er auch im Finale mit der richtigen Taktik dominierte. „Es muss alles passen, damit man so ein Finale gewinnen kann. Ich ging offensiv rein, schnell in Führung und habe den Kampf dann in Ruhe nach Hause gebracht“, so Tarkhani. Sein Gegner in diesem Schwergewichtsfinale war mit 39 Jahren ganze zehn Jahre jünger als der 193 Zentimeter große Tornescher.

Der Point Fight ist eine besondere Form des Wettkampfes, der nach jedem Treffer unterbrochen wird, damit die Wertungsrichter ihre Punkte vergeben können. „Das ist meiner Meinung nach die sauberste Form des Kampfes. Alle sind zu jeder Zeit darüber im Bilde, wer die Führung inne hat. Dabei kommt es vor allem auf die Technik, die Geschwindigkeit und die Präzision an“, so Takhani, der sich auf Point Fight spezialisiert hat.

12  000 Kämpfer finden sich bei solchen Fünf-Sterne-Turnieren in den verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen ein. „In Amerika ist immer alles eine Nummer größer. Der Sport hat dort einen anderen Stellenwert. Es ist zum Beispiel auch immer das Fernsehen dabei“, so Tarkhani. Seit einiger Zeit werden vermehrt Turniere für ältere Kämpfer angeboten. „Das sind die sogenannten Best Ager, zu denen ich auch gehöre. Bei diesen Turnieren treffen die besten Kämpfer in ihren Altersgruppen aufeinander. Das hat uns auf die Idee gebracht, in Tornesch auch die passenden Kurse für die Altersklasse 40 plus anzubieten.“ Die Kurse richten sich nicht nur an Kampfsportler, sondern gezielt auch an Anfänger. „Im Vordergrund stehen dabei eher die Fitness und der Spaß.“

Während es für die Best Ager in Tornesch weniger um den Wettbewerb geht, will Tarkhani auch weiterhin auf Titeljagd gehen. Seit 43 Jahren kämpft er auf Turnieren. Im Herbst will er erneut ein Fünf-Sterne-Turnier in Minnesota (USA) gewinnen. „Ich war schon drei Mal bei den National Diamonds, zwei Mal im Finale, aber gewonnen habe ich noch nie. Das will ich ändern“, so Tarkhani, der Weltmeister, bei dem sich auch weiterhin alles um das Kickboxen drehen wird.

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