Hallenfussball : Ein emotionaler Sieg des Willens

Gruppenfoto mit Pokal:Das Siegerteam des VfL Pinneberg posiert zusammen mit Turniernamensgeber Bert Meyer (hinten, Zweiter v. l.) sowie der Bürgervorsteherin der Stadt Pinneberg, Natalina Boenigk (hinten, Vierte v. l.).
Gruppenfoto mit Pokal:Das Siegerteam des VfL Pinneberg posiert zusammen mit Turniernamensgeber Bert Meyer (hinten, Zweiter v. l.) sowie der Bürgervorsteherin der Stadt Pinneberg, Natalina Boenigk (hinten, Vierte v. l.).

Gastgeber VfL Pinneberg entthront Titelverteidiger SV Halstenbek-Rellingen beim Bert Meyer-Cup 2015 in einem rassigen Endspiel.

shz.de von
05. Januar 2015, 16:00 Uhr

Pinneberg | Den ersten großen Aufreger des 18. Hallenturniers um den Bert Meyer-Cup gab es, bevor der Ball übers Parkett flog.

Zwei Tage vor dem Turnierstart, am Abend des 30. Dezember 2014, herrschte große Hektik in der Halle der Pinneberger Theodor-Heuss-Schule. Eigentlich war alles bereitet für den großen Hallenkick, die inoffizielle Hallenmeisterschaft des Kreises Pinneberg mit 28 teilnehmenden Teams. Doch Ortsamt und Polizei hatten etwas zu bemängeln, nachdem sie die Halle inspizierten. Um Fluchtwege zu garantieren, mussten in die Rundumbande Türen eingebaut werden. Drei Stück.

Noch am Abend rückte ein Tischler an. „Ich will nicht sagen, dass das Turnier auf der Kippe stand, aber wir waren am Schwitzen, um noch rechtzeitig fertig zu werden“, gab Cheforganisator Roland Lange vom VfL Pinneberg zu. Das Ortsamt gab schließlich grünes Licht, die Mühen hatten sich gelohnt – vor allem aus VfL-Sicht. Denn der Gastgeber, der im Vorjahr noch in der Vorrunde sang- und klanglos gescheitert war, holte sich vor 600 begeisterten Fans den großen silbernen Cup, marschierte mit sechs Siegen (viermal zu Null) durch das Turnier.

In der Gruppe B gab es drei Siege, auch das Überraschungsteam des Turniers, der Kreisligist SC Pinneberg, der sich am Vortag qualifizierte und ebenfalls am Haupttag überzeugte, wurde besiegt.

Im 2. Halbfinale bezwang der VfL dann den Landesligisten TBS Pinneberg, mit dem trickreichen Aytac Erman und dem ehemaligen VfLer Tugay Hayran, mit 2:0.

Zuvor hatte sich der große Turnierfavorit, Titelverteidiger SV Halstenbek-Rellingen, im ersten Halbfinale mit 3:1 gegen den TSV Uetersen durchgesetzt, Niklas Siebert und Ümit Karakaya (2) hießen die Torschützen. Das Traumfinale war perfekt, in dem HR zunächst stark aufspielte: Zweimal traf Siebert zunächst Aluminium, dann sorgte Torschützenkönig Benjamin Brameier (sieben Turniertreffer) aus der Drehung für die VfL-Führung. Der ehemalige Halstenbeker Sascha Richert erhöhte auf 2:0 und als HR-Keeper Kanan Safarov Thorben Reibe im Neunmeterraum von den Beinen holte (Zeitstrafe), kurz nachdem Yannick Sottorf auf 1:2 verkürzt hatte, stand die Halle Kopf.

Christian Dirksen sorgte vom Punkt für die Vorentscheidung – 3:1. Die Nerven lagen blank, der zuvor so starke und trickreiche Serhat Ercek ließ sich nach dem dritten Gegentor zu einer Rangelei vor der VfL-Fankurve hinreißen und musste ebenfalls für zwei Minuten vom Parkett. „Wie man von der Tribüne aus von den VfL-Anhängern beschimpft wird, ist unsportlich“, echauffierte sich der Sanktionierte – es nützte alles nichts, Brameier setzte mit dem 4:1 den Schlusspunkt. Seit 2010 (Wedeler TSV) konnte kein Vorjahressieger seinen Titel im Folgejahr verteidigen.

„Wenn man am Ende 1:3 hinten liegt, die Halle gegen sich hat und mit einem Mann weniger agieren muss, hat man keine Chance mehr ein Spiel in der Halle zu drehen, der VfL hat verdient gewonnen, auch wenn ich der Meinung war, dass Thorben Reibe vorm Strafstoß geschickt bei unserem Keeper eingefädelt hat“, so HRs Nikola Maksimovic, der den Cup mit dem Wedeler TSV (2009, 2010), dem VfL Pinneberg (2011, 2013) und HR (1014) bereits fünfmal gewinnen konnte. Pinnebergs Mannschaftskapitän Tim Vollmer nahm die Trophäe sowie den mit 500 Euro dotierten Siegerscheck aus den Händen des Turniersponsors Bert Meyer, der ankündigte, das Turnier auch in 2016 wieder unterstützen zu wollen, sowie der Bürgervorsteherin der Stadt Pinneberg, Natalina Boenigk, entgegen. „Wir wollten den Sieg unbedingt, hatten den größeren Willen“, so Vollmer. Knapp 1  400 Zuschauer (etwa so viele wie im Vorjahr) pilgerten an den drei Turniertagen in die Halle, weshalb auch Organisator Roland Lange mehr als zufrieden war – er hatte nicht nur im Vorwege alles gegeben, damit der 18. Bert Meyer-Cup wieder ein Erfolg wurde.

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