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Fußball-Landesliga : „Eigentlich müsste ich es besser wissen“

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Rotsünder Lars Gersdorf zeigt Reue nach acht Spielen Sperre.

shz.de von
erstellt am 06.Mär.2015 | 16:00 Uhr

Hütchen tragen und den älteren Bruder Dennis beim Coachen unterstützen – auf diese Rolle muss sich Lars Gersdorf noch einen Monat beschränken. Der Hamburger Fußball-Verband (HFV) hat den Innenverteidiger des FC Elmshorn II bis zum 8. April kalt gestellt. Die Folgen der Roten Karte, die der 33-Jährige am 15. Februar in der 14. Minute des Landesligaspiels beim TSV Uetersen gesehen hatte. Als er das Urteil zur Kenntnis nahm, musste der Elmshorner auch erst einmal schlucken. „Im Prinzip sind das fast acht Spiele, die du fehlst – und das für eine Rote Karte, die keine war.“

So wird er auch zusehen müssen, wenn der FCE II heute, Freitag, den SV Eidelstedt empfängt. Der Tabellenachte gehört zum Glück aus Elmshorner Sicht zu den weniger torgefährlicheren Mannschaften der Liga.

Die hohe Strafe resultierte auch weniger aus dem eigentlichen Foul, das Gersdorf an Maik Stahnke beging. Vielmehr ahndete das HFV-Sportgericht damit eine massive Bedrohung Gersdorfs gegenüber Martin Ghafury (HSV BU). Gersdorf war nach Spielschluss zum Unparteiischen gegangen, um ihm die Meinung zu sagen. „Ich bin natürlich etwas lauter geworden, aber ich habe relativ normal mit ihm gesprochen“, so Gersdorf, der mit dem Satz „Man sieht sich immer zweimal im Leben“ jedoch übers Ziel hinaus schoss. Anders als im Schiedsrichterbericht dargestellt, habe ihn aber niemand wegreißen müssen.

Die Attacke gegen Stahnke, das gab Gersdorf unumwunden zu, war ein Foul, aber kein böses. „Es war eine ganz normale Grätsche und ich spiele auch den Ball“, so der Defensivmann. Nach seinem Gefühl habe ihn Ghafury zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Kieker gehabt, denn nach zwei an ihm begangenen Fouls hätte er sich schon beschwert. „Ich habe zwei Wochen später immer noch die Stollenabdrücke am Knöchel gehabt“, schilderte er die Folgen der erste n Attacke. Auch der Uetersener Führung durch Jannek Laut ging seiner Meinung nach ein Foul an ihm voraus. „Da habe ich natürlich gepöbelt“, gibt er zu. Die Rote Karte empfand er als Retourkutsche.

Bei allen Emotionen zeigte Gersdorf aber auch Reue. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass es keine Vorbildfunktion von mir war“, sagte er – wenn auch ein bisschen spät, denn Gersdorf hatte bereits eine Akte beim HFV, weil er in der vergangenen Saison als ausgewechselter Spieler schon einmal einen Schiedsrichterassistenten beleidigt hatte und dafür fünf Wochen Sperre aufgebrummt bekam. „Ich bin in einem Alter, da ich es eigentlich besser wissen müsste“, so Gersdorf, der die vergangenen zwei Wochen krank war, nun aber wenigstens im Training wieder Gas gibt.

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