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Reiten : Eigentlich ist er gar nicht so schnell

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Carsten-Otto Nagel pilotiert Chairman im Stechen zum Sieg im Großen Preis von Schenefeld / Regen gut verkraftet

shz.de von
erstellt am 23.Aug.2017 | 16:00 Uhr

Carsten-Otto Nagel gewährte in Schenefeld einen Einblick in sein persönliches Geschichtsbuch. „Ich habe hier nicht nur schon den Großen Preis gewonnen, ich hab hier auch mein allererstes S-Springen gewonnen – und das ist schon ziemlich lange her“, grinste der Profireiter vom Wedeler Moorhof, denn der historische Ausflug hatte einen ganz aktuellen Anlass. Der Mannschaftsweltmeister von 2010 sicherte sich zum Abschluss des Sommerturniers Horse & Classic auf Chairman erneut den Großen Preis von Schenefeld.

Dabei war die Konkurrenz nicht ohne. Auf Rang zwei folgte Nagels Mannschaftskollegin Janne Friederike Meyer-Zimmermann (Pinneberg) mit ihrer Derbystute Cellagon Anna, auf Platz drei der für den Reit- und Fahrverein Elmshorn startende Philipp Schulze aus Brande-Hörnerkirchen auf Chacomo. Nagel freute sich über seinen Schimmel: „Der hat schon ein paar gute Sachen gemacht. Er ist nicht der allerschnellste, aber heute im Parcours lief es super.“

Der Große Preis war Höhepunkt von vier Tagen Spring- und Dressursport. „Das Wetter war nicht die reine Freude, wir hatten aber zwischendurch immer sonnige Phasen, das hat dem Rasen gut getan“, resümierte Rainer Schwiebert für das Veranstaltertrio, das er zusammen mit Jürgen Böckmann und Wolfgang Böckmann bildet. Lediglich einige Dressurprüfungen wurden in die Halle verlegt. Böckmann wechselte zeitweise das Aufgabengebiet. „Ich habe mich zwischenzeitlich mehr als Parkplatzwächter gefühlt“, sagte der Pächter des Stalls, der mit Hilfe seiner Nachbarn und leistungsstarken Schleppern einige Pferdetransporter aus der aufgeweichten Weide befreite.

Der Zuschauerzuspruch reichte daher nicht an die Zahlen des ausnahmslos sommerlichen Vorjahres heran. Zufrieden waren die Macher aber schon – und das ist der Grund, warum für 2018 wenig Veränderungen angestrebt werden. „Das Springprogramm lassen wir so, wie es jetzt ist. Die Zahlen und das Teilnehmerfeld belegen das“, so Schwiebert. In der Dressur ist man davon abhängig, ob auch kommendes Jahr Qualifikationsprüfungen zum Nürnberger Burg-Pokal nach Schenefeld vergeben werden. Sonntag gewann diese Holga Finken (Hagen) auf Don Frederic. Gleiches gilt für die Qualifikation zum Louidor-Preis, die sich heuer Anja Plönzke (Wiesbaden) auf Tannenhof’s Fahrenheit sicherte.

Die vier ereignisreichen Tage förderten auch zwei außergewöhnliche Ergebniskonstellationen zu Tage. Im Dressur-Grand-Prix-Spezial erhielten der frühere Elmshorner Verbandsreiter Wolfgang Schade (Hamburg/Dressman) und der in Wedel beheimatete Portugiese Nuno Palma E Santos (Rose Response) die gleiche Wertungsnote auf dem geteilten ersten Platz.

Was in der Dressur schon mal vorkommt, ist im Springsport die absolute Ausnahme: Hier teilten sich Christian Hess (Heimühlen/Casalito) und Gordon Paulsen (Wöhrende/Connor) den ersten Platz in der S**-Springprüfung in der Serie Holsteiner Masters 3plus1. Hess profitierte allerdings von einem Versehen auf dem Richterturm. Weil man glaubte, der Deutsche Vizemeister von 2016 sei ohne das akustische Startsignal losgeritten, klingelte Hamburgs Verbandspräsident Franz-Peter Bockholt den Reiter „ab“. Tatsächlich war Hess jedoch korrekt gestartet. Laut Reglement wird dann der gehandicapte Reiter ex aequo, also gleichplatziert und zwar mit dem Sieger.

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