Fussball-Landesliga : Eigener Abstiegskampf statt bayrische Meisterfeier

michelgorny
1 von 2

Warum Michel Gorny für den VfR Horst auf die Fahrt nach München verzichtet

shz.de von
13. April 2018, 16:00 Uhr

Es war eine spontane Eingebung als die Stimmung in der Horster Kabine ihren Tiefpunkt erreicht hatte nach dem 0:6-Debakel vergangenen Sonnabend in Pansdorf. Vor der versammelten Mannschaft, die mit hängenden Köpfen die Standpauke ihres maßlos enttäuschten Trainers Florian Rammer über sich ergehen lassen hatte, stand Michel Gorny auf. Die Nachricht des – derzeit wenig erfolgreichen – Torjägers: „Ich verzichte auf meine Reise nach München und stelle mich in den Dienst der Mannschaft.“

Eigentlich wollte der 28-Jährige nämlich am morgigen Sonnabend das Heimspiel des FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach besuchen. Es hätte der erste Besuch des bekennenden Bayern-Fans in der Münchener Allianz-Arena sein sollen. Stattdessen wirkt er nun im Landesliga-Abstiegsduell gegen den SV Todesfelde II mit (16 Uhr, Heisterender Chaussee). Einzige Voraussetzung für den Verzicht auf die Party: Die bereits entstandenen Kosten für Bahnticket, gebuchte Hotelübernachtung und Eintrittskarte fürs Stadion trägt die Mannschaftskasse. „Nach dem Debakel war mir klar: So kann ich nicht von der Mannschaft weg“, sagte Gorny über seinen Entschluss, die Teilnahme an der seit Anfang des Jahres geplante Gruppenreise in die bayrische Landeshauptstadt zu canceln.

Rammer, den Gorny vorab informierte und dann auf dessen Anregung vor die Mannschaft trat, lobt: „Ich rechne es der Mannschaft hoch an, dass sie ihre Auflaufprämie dafür gibt – und dem Spieler sowieso.“ Dies sei ein gutes Zeichen dafür, dass in der Mannschaft alles stimmt, ordnete der B-Lizenz-Trainer die Entscheidung eines seiner Schlüsselspieler ein. Letztlich trug diese auch dazu bei, dass der Übungsleiter nach zuletzt drei Niederlagen und 2:15 Toren dem Impuls widerstand, seinen Jungs unter der Woche im Training  „den Arsch aufzureißen“. „Ich habe mich entschieden für den Spaß-Faktor, aber auch deutlich gesagt, dass dies sicher keine Belohnung für die Leistung ab der 35. Minute war“, so Rammer.

Und noch eine Entscheidung traf der Trainer nach dem Wunsch des Teams: Er strich die von ihm eingeführte lockere Einheit am Vormittag vor dem morgigen Heimspiel mit dem gemeinsamen Mittagessen. Stattdessen ist um 14.15 Uhr Treffpunkt für alle im Klubheim an der Heisterender Chaussee zu einer kurzen und knappen Vorbereitung. Die Botschaft Rammers an sein Team ist klar und deutlich: „Es gibt keine Ausreden mehr, dass die Belastung zu hoch ist, wenn es so gemacht wird, wie ihr es wollt.“

Der letzte Horster Sieg gegen Todesfelde II ist bereits drei Jahre alt. Im März 2015 gewann der VfR auswärts 3:0. Danach kippte die Bilanz: Erst zwei Unentschieden, zuletzt drei Niederlagen. Diese Serie gilt es zu durchbrechen. Das weiß auch Gorny: „Ich hoffe, dass es am Wochenende mit dem Sieg klappt.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen