Fußball-Oberliga : „Egal, ob Meiendorf oder Bayern“

Der „Vulkan“ von der Meiendorfer Straße: MSV-Trainer Matthias Stuhlmacher empfängt mit seinem Team morgen seinen Lieblingsgegner VfL Pinneberg.
Der „Vulkan“ von der Meiendorfer Straße: MSV-Trainer Matthias Stuhlmacher empfängt mit seinem Team morgen seinen Lieblingsgegner VfL Pinneberg.

Der VfL Pinneberg fürchtet den Angstgegner MSV nicht, Rugenbergens Haase wird gejagt und HR hadert mit Chancenverwertung.

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01. November 2013, 16:00 Uhr

Liegt es an ihren grellen, gelben Trikots? Oder an ihrem jungen, wilden Trainer Matthias Stuhlmacher, der sein Team gern sehr lautstark nach vorne treibt?

Woran es auch immer liegen mag, der Meiendorfer SV kann gut und gerne als Angstgegner des hiesigen Fußball-Oberligisten VfL Pinneberg angesehen werden. Die Statistik spricht eine eindeutige Sprache: Seit der VfL im Sommer 2011 in die höchste Hamburger Spielklasse aufgestiegen ist, gab es keinen einzigen Sieg gegen Meiendorf – die dünne Bilanz seither: Zwei Niederlagen, zwei Remis.

„Ich kenne diese Statistik auch und ich kann sie mir nur schwer erklären“, bestätigt VfL-Coach Michael Fischer, „wir haben uns gegen den MSV in der Tat immer schwer getan, sie sind ein unangenehmer Gegner.“ Aber fast in einem Atemzug sagt Fischer auch: „Mich beschäftigt das schon, meiner Mannschaft aber ist das vollkommen egal.“

Dass die meisten seiner Spieler besagte Statistik nicht kennen und Meiendorf deshalb auch nicht als „Angstgegner“ wahrnehmen, liege laut dem 46-Jährigen aber nicht daran, dass sie das morgige Auswärtsspiel (14 Uhr) nicht ernst nehmen würden, sondern vielmehr an zwei anderen Dingen:

„Zum einen schwimmt die Truppe nach dem jüngsten Erfolg gegen Altona gerade auf einer Euphorie-Welle und zum anderen besteht der Kader zu Zweidritteln aus Neuzugängen, die in den vergangenen zwei Jahren nicht für den VfL gegen Meiendorf gespielt haben und folgerichtig auch keine MSV-Phobie haben können. Für sie ist es ein ganz normales Spiel und es ist ihnen auch egal, ob der Gegner morgen Altona, Meiendorf oder Bayern München heißt, sie wollen einfach nur Spaß haben und auch dieses Spiel gewinnen“, erläutert Fischer. Leicht wird die Aufgabe nicht, nach Startschwierigkeiten hat die Stuhlmacher-Elf die letzten fünf Partien in Folge nicht verloren. Die Pinneberger Abwehr-Stützen Tim Vollmer und Steffen Maaß, die beide nicht am Dienstagstraining teilnehmen konnten, trainierten gestern bei der Zweiten des VfL (Landesliga) mit. Vollmer hatte am Dienstagabend sein Geschenk zum 29. Geburtstag (Montag) eingelöst (weilte auf einem Konzert des Sängers Bruno Mars), Maaß war beruflich verhindert. Beide können gegen den MSV auflaufen.

Thomas Koster (Bänderriss im Sprunggelenk) und Torhüter Tim Brüggemann werden hingegen fehlen. Das Sportgericht des Verbandes sperrte Brüggemann am Mittwochabend für zwei weitere Spiele wegen seiner vermeintlichen Tätlichkeit (Rot) im Spiel beim SC Condor vor vier Wochen (2:2). Fischer: „Eine unverhältnismäßige Strafe, zumal Gegenspieler Laban, der die Aktion ausgelöst hatte, völlig straffrei bleibt.“ Für Brüggemann soll Norman Baese (zurück nach Nasenbeinbruch) die Bälle abwehren.

Rugenbergens Stürmer weckt Begehrlichkeiten

Keine Bälle abwehren, sondern im Tor des TSV Buchholz 08 am Sonntag (11 Uhr) versenken, soll Pascal Haase vom SV Rugenbergen. 15 Tore gelangen dem 19-Jährigen in seiner zurückliegenden Debüt-Saison. In der aktuellen Serie hat der Stürmer in 13 Spielen schon zehn Mal geknipst.

Das weckt Begehrlichkeiten. Nach wie vor ist die U23 des Hamburger SV an Haase interessiert, doch auch Rugenbergens ehemaliger sportlicher Leiter Frank Ockens, der jetzt den Regionalligsten SV Eichede managt, will das Offensivtalent verpflichten und wird im Winter einen neuen Anlauf nehmen. „Das lässt uns kalt, er hat Vertrag und weiß selbst am besten, was das Richtige für ihn ist“, sagt sein Trainer Ralf Palapies und ergänzt: „Wundern tut uns das Interesse anderer Klubs kaum, Pascal hat den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gemacht, trifft nicht nur, sondern bereitet auch Tore vor.“

Auch gegen die kriselnden Nordheider (nur Rang 13)? „Man darf Buchholz nicht unterschätzen, sie sind ein wankender Riese, haben Personalsorgen wie wir“, sagt Palapies, der auf Timo Vanselow, Maik Grabow und Jannis Waldmann verzichten muss – und auf dem Wintertransfermarkt noch einmal aktiv werden will: „Dieses Verletzungspech können wir langfristig nicht kompensieren, wir werden im Winter zwei bis drei neue Spieler holen müssen.“

Derweil will die SV Halstenbek-Rellingen am Sonntag gegen Barmbek-Uhlenhort (14 Uhr) wieder einen Heimsieg feiern, zuletzt gab es daheim ein Remis. BU hat zwar eine kleine Krise (drei Niederlagen am Stück), siegte aber beim letzten Auftritt am Lütten Hall mit 3:0, sodass HR-Coach Thomas Bliemeister warnt: „Das ist ein cleveres Team.“ Vor allem bei der Chancenauswertung müsse sein Team besser agieren als zuletzt: „Wir spielen ohne Frage eine gute Hinserie, zuletzt haben wir aber unsere Chancen im Spiel nicht genutzt und deshalb Punkte unnötig liegen lassen. Das wollen wir gegen BU ändern.“

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