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Fussball-Landesliga : Dreier-Kette ist Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Wie der neue Trainer Dennis Usadel die Elmshorner Abwehr stabilisieren will.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2017 | 16:00 Uhr

Es ist gerade einmal zwei Wochen her, da hatte sich Dennis Usadel noch darüber gefreut, nach drei Jahren als Spielertrainer beim Rendsburger TSV (Verbandsliga Schleswig-Holstein) beim FC Elmshorn zum Training zu kommen, und einfach Fußball spielen zu können. Nun ist er schon wieder fünf Tage in dem Trott, den er in Elmshorn eigentlich nicht haben wollte. Am Montag hatte er nach dem Rücktritt von Trainer Lars Lühmann erstmals die Einheit der Landesliga-Fußballer an der Wilhelmstraße geleitet. Heute steht als erste Bewährungsprobe das Kellerduell mit TBS Pinneberg an (19.30 Uhr, Wilhelmstraße).

„Dass es so den Lauf nimmt, kam überraschend“, sagte der 37-Jährige, der sich der vom Verein angestrebten internen Lösung nicht widersetzen mochte. „Obwohl es für mich eine komische Situation ist, weil ich mit Lars sehr gut kann.“ Beide hatten gemeinsam den Lehrgang zur B-Lizenz besucht. Nicht zuletzt war der Trainer Lühmann auch der ausschlaggebende Grund für den Spieler Usadel, vom Rendsburger TSV nach Elmshorn zu wechseln.

Nun hat Usadel die schwere Aufgabe, einer ziemlich verunsicherten Mannschaft wieder auf die Beine zu helfen. Von einem Selbstgänger will er trotz der desaströsen Torbilanz des heutigen Gegners – 50 Gegentore – nichts wissen. „Wir sind nicht in der Form um zu sagen: Wir hauen sie weg“, betont er, träumt aber von einer schnellen Führung und einem zweiten Tor, um Sicherheit zu gewinnen. Trotzdem weiß er natürlich um den Druck: „Es ist ein Spiel, was man gewinnen muss, wenn man das Ruder herumreißen will.“

Ähnliche Situationen hat er in 20 Fußball-Jahren auf verschiedenen 13 Stationen schon mehrfach erlebt. Als 18-Jähriger kam er zum damaligen Zweitligisten Tennis Borussia Berlin, der 2000 wegen Insolvenz zwangsabsteigen musste. Fünf Jahre später kehrte der gebürtige Nordfriese nach Schleswig-Holstein zurück.

Eine Maßnahme wird eine Umstellung in der Abwehr sein. Die Dreier-Kette, die in den beiden vergangenen Begegnungen zehn Tore eingefangen hat, wird Geschichte sein. Welche Lösung ihm genau vorschwebt, wollte Usadel nicht verraten, nur so viel: „Ich habe was im Kopf.“

In die Köpfe der Spieler hätte wohl auch sein Vorgänger Lühmann gern reingeguckt. Die müsse er irgendwie frei kriegen. Erste Maßnahme unter der Woche: Das Training wurde angezogen. Fitness und Zweikampfverhalten waren zwei Schwerpunkte, zugleich sollte wieder mehr Spaß vermittelt werden. Die Frage, ob ihm das gelungen ist, wird heute Abend beantwortet.

Die Frage, ob der Trainer Usadel den Spieler Usadel aufstellt, stellt sich hingegen nicht. Eine Oberschenkelzerrung, eventuell sogar ein leichter Faserriss, machen ein aktives Eingreifen am Ball für ihn unmöglich.

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