American Football : Diese Bisse bereiten Schmerzen

Das Ei fest in Griff ist Benjamin Mau auf dem Weg zu einem seiner drei Touchdowns. Mehr Punkte holten die Pirates nur beim Auftaktsieg in Lübeck, doch für einen Erfolg hat es nicht gereicht.
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Das Ei fest in Griff ist Benjamin Mau auf dem Weg zu einem seiner drei Touchdowns. Mehr Punkte holten die Pirates nur beim Auftaktsieg in Lübeck, doch für einen Erfolg hat es nicht gereicht.

Pirates gehen gegen Crocodiles 20:51 unter

shz.de von
30. Juni 2014, 16:00 Uhr

Dass die Krokodile in den Schlusssekunden noch einmal in Form eines Fieldgoals zubissen, schmerzte dann noch einmal besonders in den Seelen der Elmshorn Fighting Pirates. Gilt es doch im American Football als unsportlich, bei einer bereits entschiedenen Partie auf den am Boden liegenden Gegner noch einmal einzuwirken. Und am Boden liegen die Seeräuber derzeit. Das 20:51 (0:12, 7:15, 7:7, 6:17) gegen die Cologne Crocodiles war die höchste Saisonniederlage für den Aufsteiger in die German Football League 2. Wirklich überraschend war daher diese Erkenntnis von Stadionsprecher Guido Behnken nicht: „So langsam entwickeln sich die Pirates wirklich zum Punktelieferant.“

Genau genommen wartet das Schlusslicht seit jetzt sechs Partien auf ein Erfolgserlebnis. Die Euphorie nach dem Auftaktsieg über die Lübeck Cougars ist der Ernüchterung vor allem über die Leistung der Abwehr gewichen. Einmal mehr spazierten die Gegner fast nach Belieben durch deren Reihen. So sehr, dass sich Elmshorns Headcoach Stefan Mau genötigt sah, seinem Defense-Koordinator Ivo Kolbe demonstrativ den Rücken zu stärken: „Die Spieler stehen da, wo sie stehen sollen, aber sie machen die Plays nicht“, sagte Mau. Heißt so viel wie: Die jungen Spieler in der Defense sind mit dem Tempo in der 2. Bundesliga überfordert. Erfahrenere Akteure wie Torben Stockfleth aber fallen noch lange aus.

Diese Fehler im Abwehrbereich konnte die am Sonnabend ohne Jannik Nowak und Axel Roemersma agierende Offense nicht ausgleichen, in der Alexander Jakusch wegen einer schmerzhaften Rippenprellung nur für wenige Spielzüge auf dem Feld stand. Nur wegen der Einnahme von Schmerzmitteln spielte auch Quarterback Tribble Reese. Denkbar schlechte Voraussetzungen also für die Premiere von Maurice Woodard. Der us-amerikanische Rasta-Man war erst in der vergangenen Woche eingeflogen und hatte nur einmal mit dem Team trainiert. „Er hat phasenweise was gezeigt“, so Mau über den flinken Passempfänger, „aber er ist nicht der Messias. Er ist einer von elf Mann auf dem Platz.“

Mehr noch in den Statistiken als Woodard verewigte sich Benjamin Mau, der alle drei Touchdowns der Pirates verantwortlich zeichnete. Zum ersten lief er als Quarterback selbst. Bei Nummer zwei und drei fing er Pässe von Reese in der Kölner Endzone. Eigentlich eine tolle Bilanz, aber dafür können sich die Pirates derzeit nichts kaufen.

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