Reitsport : Die Vielseitigkeit bleibt im Kopf

Vielseitigkeits-Legende Herbert Blöcker (hier auf Chicoletto in Schenefeld im April 2003) prägte das Buschreiten weit über den Kreis Pinneberg hinaus.
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Vielseitigkeits-Legende Herbert Blöcker (hier auf Chicoletto in Schenefeld im April 2003) prägte das Buschreiten weit über den Kreis Pinneberg hinaus.

Serie „Aufgalopp“: Johannsen und Blöcker prägten die Vielseitigkeit über den Kreis Pinneberg hinaus. Keine großen Turniere mehr in der Region.

shz.de von
20. Mai 2015, 16:00 Uhr

In keiner Disziplin waren die deutschen Reiter in den vergangenen Jahren so erfolgreich wie in der Vielseitigkeit. Seit 2011 holten sie beim Triathlon zu Pferd (Dressur, Geländeritt, Parcoursspringen) bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sämtliche acht Goldmedaillen, zudem dreimal Einzelsilber und zweimal Einzelbronze.

Die Erfolge der Buschreiter aus Schleswig-Holstein und dem Kreis Pinneberg sind derweil fast schon vergessen. Der Elmshorner Herbert Blöcker, im vergangenen Jahr verstorben, gehörte fast 30 Jahre zur deutschen Spitze.

„Herbi“ gewann neun Championats-Medaillen – darunter olympisches Silber 1992 in Barcelona mit Feine Dame. Brilliante, eine andere Holsteinerin, machte die Tornescherin Inken Johannsen bekannt. Mit ihr gewann die heutige Gräfin von Platen-Hallermund die Deutsche Meisterschaft 1998 und krönte ihre Karriere mit Platz zwei bei der EM 2001 in Pau (Frankreich). Mit beiden ritt auch Peter Thomsen (54). Der Lindewitter, der 2008 und 2002 olympisches Team-Gold holte, ist das einzig verbliebene „Nordlicht“ im deutschen Championats-Kader 2015 („Weltklasse“).

Auf dem Sprung steht aber ein bekannter Name. Claas Hermann Romeike (22), von Vater Hinrich, dem Doppel-Olympia-Sieger von 2008 trainiert, gehört zum B-Kader. Beim Turnier in Hornsmühlen ritt er die fünfjährige Schimmelstute Hoffnungsschimmer. Gut möglich, dass man ihn auch bei der A-Vielseitigkeiten in Bredeneek (27. Juni), in Kremperheide (11. Juli) oder Segeberg (3. Oktober) sehen wird. Für Toppferd Cato (11) findet er jedoch kein passendes Turnier im Umkreis.

Nach fünf Welt-Cup-Qualis und ebenso vielen Einzel-DM zog sich der Elbdörfer- und Schenefelder RV – vor fünf Jahren noch wichtigster nationaler Veranstalter neben Luhmühlen – nach der DM 2013 zurück. „Wir mussten zu oft den Termin ändern. Das war Gift für Reiter und Sponsoren“, sagte Turnierleiter Hinrich Groth. „Die Vielseitigkeit geht mir aber nicht aus dem Kopf. Und wenn wieder Geld da ist, mache ich auch wieder eine Prüfung.“  

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