zur Navigation springen

Interaktive Grafik : Die Sportvereine im Kreis Pinneberg verlieren weiter Mitglieder

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Kreissportverband Pinneberg ist nach wie vor die Nummer zwei in Schleswig-Holstein. Mitgliederrückgang bei Vereinen um 0,72 Prozent.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2015 | 15:30 Uhr

Kreis Pinneberg | Entweder die Kinder sind lange in der Schule oder die bisher vom Sportverein am Nachmittag genutzte Sporthalle wird von einer Schule genutzt oder beides. Das Thema Ganztagsschule beschäftigt den Kreissportverband (KSV) Pinneberg nach wie vor stark. Landläufig haben die Funktionäre dies als einen Grund für die seit mehr als zehn Jahren abnehmende Zahl an Mitgliedern in den derzeit 189 Vereinen ausgemacht, die in dem Dachverband organisiert sind. Zum 1. Januar dieses Jahres waren es 81.278, darunter 29737 Kinder und Jugendliche im Alters bis 18 Jahre. Damit sind dem organisierten Sport binnen Jahresfrist 593 Beitragszahler verloren gegangen, ein Minus von 0,72 Prozent. Zum Vergleich: schleswig-holstein-weit verzeichnete der Landessportverband einen Rückgang um 1,31 Prozent.

Die meisten Mitglieder gingen in Altersgruppe null bis sechs Jahre (2218) verloren. „Das hängt mit der Entwicklung zusammen, Kleinkinder mit einem Jahr bereits in die Krippe und mit drei Jahren ganztags in den Kindergarten zu geben“, sagte Sönke P. Hansen, Vorsitzender des KSV Pinneberg. Er betonte: „In Schleswig-Holstein haben wir nach wie vor unangefochten die zweite Position inne.“ Nur der KSV Rendsburg-Eckernförde ist mit 86.475 Mitgliedern größer. An Sportarten führt Turnen (18.010 Mitglieder) nach wie vor vor Fußball (12.455) und Tennis (7024).

Der seit Jahren größte Verein des Kreises, der VfL Pinneberg, hat seine Mitgliederzahl stabil gehalten (s. Grafik auf dieser Seite). Der einzige Verein aus den Top10, der eine nennenswerte Steigerung erreicht hat, ist die Halstenbeker TS. Gewinner bei den großen Mehrspartenvereinen war der TSV Sparrieshoop. Hier wirkte die im vergangenen Jahr eingeweihte, derzeit aber wegen eines Wasserschadens gesperrte Sporthalle als Magnet.

Ansonsten konnten lediglich zwei Vereine, die sich in ihrer Struktur von anderen Klubs deutlich unterscheiden, zulegen:  Der an die Rehazentren Pinneberg und Schenefeld der Sana-Gruppe (Regiokliniken) angedockte gemeinnützige Verein Pro Reha aktiv (933 Mitglieder/+263) und der Leibniz Sport Club (501/+320), der die Halle der gleichnamigen Elmshorner Privatschule nutzt. Beiden Vereinen ist gemein, dass sie hauptsächlich auf Fitness- und Rehasport setzen, aber praktisch keinen Wettkampfbetrieb anbieten. Pro Reha aktiv hat gerade einmal sechs jugendliche Mitglieder, der Leibniz Sport Club mit vergleichsweise niedrigen Beiträgen derer 77. „Diese Vereine haben natürlich auch nicht die Kosten, wie ein Verein, der Wettkampfsport anbietet“, so Hansen, in dessen Augen die Kombination aus Gesundheitssport („Gibt’s heute schon in jedem kleinen Dorfverein“) und Wettkampfgeschehen einen Verein im klassischen Sinne auszeichnen. „Das macht auch den Unterschied zu kommerziellen Anbietern aus“, sagte der oberste Sportler des Kreises. Der kleinste Klub des KSV ist der Verein Helgoländer Kegler mit fünf Mitgliedern – übrigens auch alle mindestens 41 Jahre alt.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen