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Leichtathletik : Die Krux mit dem Stab

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Deutsche Mehrkampfmeisterschaften: Benjamin Ellerbrock nach guten Leistungen doch weit hinten

Dass ein Zehnkampf halt aus zehn Einzeldisziplinen besteht, musste Benjamin Ellerbrock bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Bis zur achten Disziplin lag der Athlet der Leichtathletik-Gemeinschaft Elmshorn ganz klar auf Kurs persönliche Bestmarke, doch dann kam, wovor Ellerbrock sich schon im Vorfeld gefürchtet hatte – der Stabhochsprung. Dort blieb er ohne Wertung und fiel zurück.

Ellerbrock war von vornherein skeptisch gewesen, nachdem er im Frühsommer bei seinem ersten ernsthaften Zehnkampf die DM-Norm erfüllt hatte. „Mich hat ein Blick auf die Anfangshöhe im Stabhochsprung gleich ein wenig nervös gemacht. Während man bei Landesmeisterschaften seine Anfangshöhe frei bestimmen darf, wird diese bei Deutschen Meisterschaften festgelegt – und die liegt bei 3,30 Metern, also in meinem Bestleistungsbereich“, so Ellerbrock. Und so kam es wie befürchtet: Ellerbrock und vier weitere Mitstreiter legten den berühmten Salto Nullo hin: keine Wertung. Gute 400 Punkte fehlten und nach einem derartigen Tiefschlag noch zwei weitere Disziplinen zu absolvieren, fiel dem Ex-Leverkusener dann auch recht schwer.

Dabei hatte alles so gut begonnen: In Vaterstetten bei München legte der Elmshorner einen formidablen ersten Tag hin: Mit 11,17 Sekunden startete Ellerbrock gleich mit einer Bestleistung über 100 Meter. Eben diese Sprintstärke nutzte der Elmshorner dann auch gleich für einen weiten Satz im Weitsprung der mehr als 40 gestarteten Männer, die in drei Riegen an den Start gingen. 6,84 Meter gehörten zu den besten Tagesergebnissen in einem Feld, das außer den drei EM-Startern von Zürich und dem Ex-Europameister Pascal Behrenbruch alle Favoriten aufwies. Solide 11,33 Meter im Kugelstoßen wurden von exakt zwei Metern im Hochsprung ergänzt, einem der besten Hochsprungresultate. Auch der abschließende 400 Meter-Lauf zeigte, welches Potenzial in dem Mehrkampf-Spätstarter Benjamin Eller-brock steckt.

So hatte er doch erst im letzten Jahr nach einem Jedermann-Zehnkampf auf der Jahnkampfbahn in Hamburg Blut geleckt. „Das einseitige Hochsprungtraining wurde mir zu öde, ich war verletzungsanfällig und auch ein wenig unmotiviert. Das Zehnkampftraining hingegen bietet auch im leichten Verletzungsfall viele Ausweichmöglichkeiten, Wurftraining ist nahezu immer möglich“, begründet Ellerbrock seinen Entschluss.

Indes kam er auch in den zweiten Wettkampftag gut hinein, bevor es zum besagten Drama im Stabhochsprung kam. 16,13 Sekunden über die 100 Meter-Hürden sind eine Top-Zeit, auch die 36,67 Meter im Diskuswerfen waren aller Ehren wert. Nach dem Null-Punkte-Resultat im Stabhochsprung nahm sich Ellerbrock zusammen und gab den Wettkampf nicht auf – 48,43 Meter sollten im Speerwerfen folgen.

Einzig der ohnehin wenig geliebte 1500 Meter Lauf wurde dann eher zum Dauerlauf: Mit 5:28,52 Minuten blieb Ellerbrock rund 30 Sekunden unter seinen Möglichkeiten, so dass nach zwei anstrengenden Tagen 5945 Punkte zu Buche standen – 6300 Punkte wären durchaus möglich gewesen.

Lina Reumann, in der Altersklasse U 20 ebenfalls mit der Norm gemeldet, verzichtete auf einen Start in Vaterstetten. Ein Praktikum, das sie kurz vor ihrem geplanten Auslandsaufenthalt ab Ende September für ein Jahr in Kanada plant, ließ ein gezieltes Training nicht mehr zu.


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