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Springreiten : Die Hoffnungen ruhen auf Meyer

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Springreiterin Janne Friederike Meyer vertritt den Kreis Pinneberg bei den Deutschen Meisterschaften. Sie setzt dabei auf Nachwuchspferde.

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2014 | 21:00 Uhr

Schenefeld | Bei den Weltreiterspielen 2014 im französichen Caen (Normandie) stehen die Wertungsprüfungen im Springreiten vom 2. bis 6. September auf dem Programm. Aber eine Titelverteidigerin wird fehlen. Janne Friederike Meyer (33), die ihre Pferde auf der Reitanlage Friedrichshulde in Schenefeld trainiert und 2010 zum deutschen Quartett gehörte, das in Lexington (USA) Gold holte, hat zurzeit kein absolutes Toppferd und gehört nicht zum Championatskader.

„Ich habe weiterhin Kontakt zu den Bundestrainern“, sagte Meyer. „Aber ich muss in diesem Jahr beweisen, dass ich meine jungen Pferde weiterentwickle und die älteren auf Vier-Sterne-Niveau etabliere.“ Die erste Gelegenheit dazu nutzte sie zum Auftakt der „Riders Tour 2014“ in Hagen, wo sie mit Grace im Großen Preis (CSI4*) Vierte wurde.

Bei den deutschen Meisterschaften in Balve (Sauerland) von Donnerstag bis Sonntag wird Janne Meyer allerdings nicht mit der zwölfjährigen Grace auf Titeljagd gehen. Die Stute, die unter Ludger Beerbaum schon schwere Springen gegangen war, bevor sie im vergangenen Jahr nach Friedrichshulde kam, soll sich in Rahmenprüfungen stabilisieren. „Grace hat viel Vermögen, aber wir sind noch kein eingespieltes Team“, sagte Meyer. „Uns fehlt der gemeinsame Aufbau aus der Youngster-Tour auf großen Plätzen. Die für Championate notwendige Konstanz müssen wir uns erst noch erarbeiten.“

Besonders belohnt wurde ihre Geduld mit Cellagon Lambrasco. Den braunen Holsteiner, genannt Mops, für ein Top-Springpferd mit einem Stockmaß von 1,60 Meter eigentlich zu klein „geraten“, baute sie behutsam auf und errang mit dem kampfstarken und sprunggewaltigen Wallach ihre bis dato größten Erfolge: WM- und EM-Gold mit der Mannschaft (2010/2011) und der Triumph im weltweit renommierten Großen Preis von Aachen (2011). „Eigentlich sollte Lambrasco meine weniger routinierten Pferde auch in dieser Saison noch mitziehen“, sagte Janne Meyer. „Aber nach der Sehnenverletzung von Dublin habe ich mich entschieden, ihm die Strapazen eines Neustarts zu ersparen.“ Der 16-Jährige wird Ende Mai im Rahmen des Hamburger Derbys verabschiedet, wo er im vergangenen Jahr noch Vierter im Großen Preis (CSI5*) war.

Für ihr Heimturnier in Klein Flottbek (28.05.-01.06.) baut die Schenefelderin neben Grace auf Charlotta (9), die sich im Frühjahr in Spanien in einem Großen Preis platzierte und auf Luke McDonald (12). Den bayerischen Hengst will sie vielleicht sogar in einer Derby-Qualifikation einsetzen. Hinzu kommen die achtjährigen Youngster Goja, Baton Rouge und Büttners Bueno.

Eins der letzteren drei Pferde oder Charlotta wird sie auch in der Damenwertung der DM von Balve auswählen, deren erster Teil (CSI2*) am Freitag entschieden wird (Finale, CSI3*, am Sonnabend).

„Ich bin gespannt, wie sich meine Talente schlagen“, sagte die in den B2-(Perspektiv)-Kader eingestufte Berufsreiterin. An den möglichen vierten Titel nach 2006, 2011 und 2012 denkt Meyer nicht. „Die Pferde sollen gut gehen und positive Erfahrung sammeln“, sagte sie. Ein gutes Abschneiden hätte Meyer auch ihrem Kollegen Carsten-Otto Nagel (51) vom Holmer Moorhof gewünscht. Aber der mehrfach bei Championaten mit Medaillen dekorierte Welt- und Europameister, der sein Toppferd Corradina (16) nach vierwöchiger Pause gerade erst wieder antrainiert hat, verzichtet auf den Start in Balve. Sein DM-Kandidat Holiday by Solitour (13), von Janne Meyer ausgebildet und fünf Jahre geritten, bis er im vergangenen Jahr in den Stall von Nagel wechselte, ist nach einer Zerrung im Rücken noch nicht fit. Nächster Saisonhöhepunkt für den „Rider of the Year“ 2008 und 2013 (Sieger der Riders Tour), der sich als Mitglied des Championatskaders noch Hoffnungen auf das WM-Ticket für Madrid macht, ist das Hamburger Spring-Derby, wo er mit Lex Lugar (Sieger 2010, Zweiter 2013) erneut das „Blaue Band“ gewinnen möchte.

Klein Flottbek visiert auch Nisse Lüneburg (25), Derbysieger 2012 mit Calle Cool, an. Der Hetlinger, der auf dem Magdalenenhof bei Wedel die Pferde von Kaufmann Wolfgang Herz (Tchibo) trainiert und gerade in Redefin mit Westbridge (11) den Großen Preis gewann, hatte eigentlich auch für Balve geplant. Weil sich seine Nummer 1, Wallach Cazaro (14), jedoch mit einer Hautallergie herumplagte, lässt Lüneburg die DM sausen. „Er ist konditionell zwar fit, es wäre aber nicht fair, ihm jetzt diese Aufgaben zuzumuten.“

Insofern drückt der Kreis Pinneberg bei der DM die Daumen für Janne Friederike Meyer. Die Prüfungen werden via Netz (www.clipmyhorse.tv) täglich übertragen. Der WDR sendet Sonnabend (15.30 Uhr) und Sonntag (15 Uhr) live.

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