Fußball-Oberliga : Die Fünf-Sekunden-Regel

Einfach kein Durchkommen: Steffen Maaß’ Flanke (rechts) wird vom Palomaten Max Krause abgeblockt.
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Einfach kein Durchkommen: Steffen Maaß’ Flanke (rechts) wird vom Palomaten Max Krause abgeblockt.

VfL Pinneberg wird vom USC Paloma zweimal blitzschnell ausgekontert und unterliegt mit 0:2.

shz.de von
11. Mai 2015, 16:00 Uhr

Manchmal geht alles ganz schnell. Im modernen Fußball brauchen gute Teams nur wenige Ballstationen, um aus der Verteidigung heraus den Ball vor das gegnerische Tor zu tragen.

„Ich habe fünf Sekunden gezählt“, knirschte Michael Fischer, Trainer der Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg, nach dem ersten Gegentor mit den Zähnen. Sein Team hatte auf dem Kunstrasenplatz des USC Paloma nach 17 gespielten Minuten selbst die Chance in Führung zu gehen. Doch in aussichtsreicher Position versuchte Stürmer Tim Jeske anstatt selbst zu schießen, noch einmal im Strafraum auf Mitspieler Hendrik Boesten zurückzulegen. Ein fataler Fehler. Jeskes Pass wurde abgefangen, dann ging es fix: Zwei Pässe später war der Ball bei Ahmed Osmanov, der die Gastgeber in Front brachte (17.).

„Mich ärgert gar nicht so sehr der Konter, den wir uns da gefangen haben, sondern vielmehr, dass wir zuvor das Tor nicht gemacht haben. Das ist sinnbildlich für unsere derzeitige Abschlussschwäche“, so Fischer, der in Durchgang zwei seinen Augen nicht traute, als sich seine Mannen das zweite Gegentor fingen, das nahezu identisch mit dem ersten war: Erneut war der VfL am Drücker, erneut schalteten die Uhlenhorster nach Balleroberung binnen fünf Sekunden von Abwehr auf Angriff um und erhöhten durch Mladen Tunjic auf 2:0 (57.).

Besonders bitter: Nur zwei Minuten zuvor hätte Boesten den Ausgleich besorgen können, traf nach einer Ecke aber nur die Querstange (55.). Noch bitterer: Mit Osmanov und Tunjic waren es ausgerechnet zwei ehemalige Halstenbeker, die für den 2:0-Sieg der „Tauben“ sorgten. Paloma befolgte die Fünf-Sekunden-Regel, der VfL scheiterte einmal mehr an sich selbst. „Wir haben Probleme gegen tiefstehende Mannschaften, zudem sind wir mental erschöpft und werden deshalb beim nächsten Spiel rotieren“, so Fischer. Er hatte nicht lange gebraucht, um das zu entscheiden – vielleicht nicht einmal fünf Sekunden.  

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