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„Die Eintrittspreise sind überzogen“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fußball: Morgen treten die hiesigen Oberligisten VfL Pinneberg und HR beim Hamburger Hallenmasters an – vor halbgefüllten Rängen?

Die Alsterdorfer Sporthalle besucht er immer wieder gern. Kein Wunder, schließlich hat Thomas Bliemeister, Trainer der Oberliga-Fußballer der SV Halstenbek-Rellingen, gute Erinnerungen an die Arena. Bereits 1990 war er als Coach dort siegreich. Mit dem VfL Pinneberg gewann Bliemeister den 1. Dübelsbrücker-Cup (Vorgänger des aufgrund von Ausschreitungen zwischen HSV-und St. Pauli-Anhängern in der Halle im Januar 2012 abgesetzten Schweinske-Cup). Erstmals überhaupt durfte mit dem VfL damals ein Amateurteam beim internationalen Hallenturnier mitmischen und holte überraschend den Cup.

Morgen kehrt Bliemeister in die Halle zurück, um mit HR bei den Hamburger Hallenmeisterschaften anzutreten. Die drei Hamburger Regionalligisten FC St. Pauli II, Eintracht Norderstedt sowie SC Victoria hatten sich ebenso für die Veranstaltung qualifiziert wie die fünf bestplatzierten Hamburger Oberligisten (Tabellenstand bis 17. Spieltag) – darunter HR und der VfL Pinneberg (der Regionalligist Hamburger SV II verzichtete auf einen Start in der Halle).

Schafft es Bliemeister mit HR, sein Kunststück von 1990 zu wiederholen und als Außenseiter in Alsterdorf zu triumphieren? „Es wird verdammt schwer, wir haben mit Norderstedt und St. Pauli II zwei Regionalligisten in der Gruppe 1 zum Gegner, hinzu kommt Oberliga-Tabellenführer Dassendorf – also quasi ein halber Regionalligist“, scherzt Bliemeister.

Dennoch, so der 57-Jährige weiter, sei „in der Halle alles möglich“. Dass sein Team durchaus dazu in der Lage ist, auf dem Parkett zu überzeugen, zeigte es bereits beim Stadtsparkasse Wedel-Cup am 26. Dezember (Halbfinale) und kürzlich beim Bert-Meyer-Cup in Pinneberg (Turniersieger). „In den bisherigen Turnieren hat sich ein Team gefunden, auf das wir auch bei den Masters bauen können“, weiß Bliemeister.

Insgesamt 12 Akteure nimmt er morgen mit. Das Reglement erlaubt es, zwei Torhüter einzusetzen. Kevin Tittel ist zwischen den Pfosten gesetzt, Adrian Matthäi sein Ersatz. Die technisch versierten Jaques Rodrigues und Patrick Hoppe werden ebenso zum Einsatz kommen, wie die Sieger von Pinneberg, Sebastian Krabbes, Sinan Demirci, Nikola Maksimovic, Ahmed Osmanov, Marcel Schöttke, Robert Hermanowicz und Jan Rottstedt. Einzig hinter Danijel Suntic (Rückenprobleme) steht noch ein leichtes Fragezeichen.

20 bis 30 Personen aus dem Mannschaftsumfeld werden HR nach Hamburg begleiten, um das Team anzufeuern. Dass viele Fans aus der Region Halstenbek-Rellingen anreisen werden, glaubt Bliemeister indes nicht: „Die hohen Eintrittspreise könnten ein wenig abschrecken“, glaubt er. Elf Euro für einen Sitzplatz, auch für Michael Fischer zu viel: „Die Preise sind für ein Amateurhallenturnier völlig überzogen“, so der Trainer des VfL Pinneberg. „Das wird nicht gerade für großen Fanandrang sorgen, ich gehe davon aus, dass die Halle leider nur zur Hälfte gefüllt sein wird. Dabei sollte es bei solchen Veranstaltungen doch darum gehen, den Amateurfußball zu fördern“, so Fischer weiter.

In den Köpfen vieler Fans seien laut dem 46-Jährigen leider auch noch die Ausschreitungen am Rande des Schweinske-Cups 2012, als sich „Fans“ aus den Lagern des FC St. Pauli, des VfB Lübeck sowie des HSV in der Halle regelrecht bekriegten und für einen Turnierabbruch sorgten.

„Das war zwar nicht unmittelbar bei den Hallenmeisterschaften, aber die Gefahr besteht, dass so etwas wieder passiert, was viele Familien abschreckt, die Veranstaltung zu besuchen“, so Fischer.

Ein positives Beispiel für ein gelungenes Hallenmasters sei, so Fischer, das Turnier in Schleswig-Holstein: „Volle Ränge, faire Eintrittspreise und super Stimmung.“

Gleichwohl sei beim Hamburger Hallenmasters das Niveau ebenso hoch: „Da spielen die besten Teams Hamburgs, obwohl ich nur schwer einschätzen kann, mit welcher Besetzung sie antreten werden“, sagt Fischer. Sein Team wird sich in der Gruppe 2 mit dem Regionalligisten SC Victoria und den Oberligisten Altona 93 sowie SV Curslack-Neuengamme messen müssen. „Vom SC Victoria haben wir vor gut einer Woche beim collatz+schwartz-Cup in Quickborn bereits einen Eindruck gewinnen können. Im Halbfinale (0:1, d. Red.) waren wir lange auf Augenhöhe, haben dann einen dummen Fehler begangen, aber Vicky ist schlagbar“, so Fischer.

Ziel sei es, sich gut zu verkaufen, das Erreichen der K.o.-Phase wäre „eine große Überraschung“. Damit diese gelingt, nimmt Fischer neben den jungen Spielern Alexander Borck, Luis Diaz, Daniel Diaz, Thomas Koster und Fabian Knottnerus auch noch die erfahreneren Sascha Richert, Steffen Maaß, Daniel Brehmer und Christian Dirksen sowie die beiden Keeper Norman Baese und Tim Brüggemann mit in die Halle – an die auch er gute Erinnerungen hat: 1993 spielte Fischer als Profi mit dem FC St. Pauli dort ebenfalls um den Dübelsbrücker-Cup – vor ausverkauftem Haus.

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erstellt am 10.Jan.2014 | 16:00 Uhr

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