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Fußball-Oberliga : Detlef Kebbe legt Manageramt bei Halstenbek-Rellingen nieder

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2016 | 16:03 Uhr

Die Entscheidung fällt eigentlich zu einer Unzeit, da bei den Amateurfußballern langsam, aber sicher die Planungen für die Saison 2016/17 beginnen. Böse Worte gab es trotzdem nicht: Detlef Kebbe hat überraschend den Fußball-Oberligisten SV Halstenbek-Rellingen mit sofortiger Wirkung verlassen. Es ist ein Ausstieg bei voller Fahrt.

„Für mich ist es der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt. Nach den letzten fünf erfolgreichen Jahren hatte ich zuletzt Motivationsprobleme“, sagte Kebbe. Hätte er jetzt noch Gespräche mit potenziellen Neuzugängen geführt, so Kebbe, wäre dies für ihn eine „moralische Verpflichtung“ gewesen, weiterzumachen. Der 64-Jährige war seit 2010 Manager am Lütten Hall gewesen. Frühere Stationen waren der Wedeler TSV und der VfL Pinneberg.

HR-Präsident Hans Jürgen Stammer reagierte gestern gefasst auf diese Entscheidung: „Ich hatte vorher schon so ein bisschen das Gefühl, dass er amtsmüde würde. Wir haben am Sonnabend ein sehr langes Gespräch gehabt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass jetzt dieser Schnitt kommt.“

Leicht wird es indes nicht, wie der Sportliche Leiter Oliver Berndt verdeutlichte: „Das war so nicht geplant und wir müssen das erst einmal sacken lassen.“ Immerhin die Trainerfrage ist für die nächste Saison geklärt: Sowohl Thomas Bliemeister als auch sein Assistent Matthias Reincke hatten ihre Verträge bereits im Dezember vergangenen Jahres verlängert.

Detlef Kebbe galt immer als ein Mann, der Erfolg will. Als HR in der vergangenen Saison erst die Kooperation mit Eintracht Norderstedt (Regionalliga) einging und dann Herbstmeister wurde, hatte er sich kurz vor dem Ziel gesehen, endlich einen Titel in der höchsten Hamburger Spielklasse zu holen. Daraus wurde wegen der Verletztenserie (Jan Rottstedt, Robert Hermanowicz, Nikola Maksimovic, Niklas Siebert) bekanntlich nichts. Aktuell tummelt sich die Mannschaft als Zehnter im Mittelfeld. Dass sich die Zuschauerzahlen schon lange nur noch im unteren dreistelligen Bereich bewegen, ist für einen, der Amateurspiele vor 1000 Zuschauern erlebt hat, ebenfalls nicht leicht zu schlucken.

Kurzum: Nach mehreren Wochen des Überlegens – „Ich habe mit mir selbst gekämpft“ – stand für den Tangstedter fest: „Ich will mehr für meine Lebensqualität tun. Ich habe mir Freiräume geschaffen, die ich mir erhalten will.“ Soll heißen: mehr Zeit für die Familie und die ein Jahr alte Enkelin, mehr Zeit für die Brieftauben, die er züchtet und vielleicht auch mal ein spontaner Kurzurlaub, statt jedes Wochenende auf dem Fußballplatz zu stehen.

Von heute auf morgen loslassen kann und will ein Fußballer alter Schule wie Detlef Kebbe natürlich nicht. Zum einen bleibe er Spielervermittler. Zum anderen werde er auch weiterhin ins Stadion gehen – aber eben nicht nur zum Jacob-Thode-Platz. „Ich werde mir gute Spiele rauspicken und ohne Hintergedanken angucken“, kündigte er an. Und vielleicht ergibt sich sogar irgendwann einmal ein Weg zurück zur SV HR – aber in anderer Position als bisher.

Für Hans Jürgen Stammer steht aber außer Frage, dass vorrangig der Managerposten wieder besetzt werden soll. Bis dies passiert, bleibt ein wenig mehr Arbeit als üblich am HR-Boss hängen.

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