Der Vollblut-Hobbysportler

Glücklich dem Ende entgegen: Christian Nahrwold auf der Zielgeraden des Hamburger Triathlons.
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Glücklich dem Ende entgegen: Christian Nahrwold auf der Zielgeraden des Hamburger Triathlons.

Pinneberger Christian Nahrwold startete beim Hamburger Triathlon / 44-Jähriger ist auch Organisator des Schenefelder Inklusionslaufs

shz.de von
25. Juli 2015, 16:00 Uhr

Christian Nahrwold ist ein erfahrener Athlet. Nach zahlreichen Triathlons, Marathons und anderen Laufwettbewerben kann den 44-Jährigen so schnell nichts mehr durcheinander bringen. Und vor allem: Nahrwold weiß seine eigene Leistungsfähigkeit gut einzuschätzen – das geht vielen Anfängern und auch Erprobten anders.

Wie gut er seine Form inzwischen beurteilen kann, das bewies Nahrwold beim ITU World Triathlon in Hamburg, an dem er bereits zum 14. Mal teilnahm. ,,Ich habe mir vorher eine Zeit zwischen einer Stunde und 35 Minuten und einer Stunde und 40 Minuten vorgenommen. Am Ende kam ich nach einer Stunde und 38 Minuten ins Ziel“, erzählt Nahrwold, der über die Sprintdistanz (0,5 km Schwimmen, 22 km Radfahren, 5 km Laufen) an den Start geht, stolz.

,,Das Heimrennen in Hamburg ist immer eine ganz besondere Sache“, schwärmt er vom größten Triathlon Norddeutschlands, bei dem auch in diesem Jahr rund 250  000 Menschen die Strecke säumten und die Sportler bejubelten. Mit seiner Zeit langte es am Ende für Rang 2216 im Gesamtklassement und Platz 298 in seiner Altersklasse – ein Ergebnis, das ihn zufriedenstellt.

Um seine Form zu wahren, zieht der gelernte Pflegehelfer fast jeden Tag seine Laufschuhe an und macht sich auf den Weg in den Pinneberger Fahlt. Pro Woche rennt er 40 Kilometer, fährt rund 60 Kilometer Rad und geht einmal ins Schwimmbad. Und das alles trotz eines anstrengenden Berufs, der ihn zum Schichtdienst verpflichtet. ,,Sport ist mein Ausgleich, ohne geht es einfach nicht“, sagt Nahrwold. Die Liebe zum Laufen, Radeln und Schwimmen lässt ihn sogar im Urlaub nicht kalt. Seitdem der Pinneberger 2009 von einem ,,Lauf-Urlaub“ in Portugal hörte, füllt er auch seine Ferienzeit mit seinem liebsten Hobby. Trainingslager gehören ebenfalls zum Standardprogramm des Athleten. Von dem Zeitpunkt an, als er diese Maßnahme zum ersten Mal in Anspruch nahm und sich professionelle Unterstützung von der Fitnesstrainerin Sonja von Opel holte, konnte er seine Ergebnisse stark verbessern. Im August geht es nach Österreich ins Höhentrainingslager.

Doch bei allem Ehrgeiz bleibt Sport für Nahrwold immer noch ein Hobby. Wichtig sind ihm auch andere Dinge wie zum Beispiel soziales Engagement. Seit 25 Jahren ist der Pinneberger Mitglied beim Lebenshilfe-Partnerclub als Jugendwart aktiv. Hier ist sein Aufgabenfeld breit gefächert, doch auch bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit versucht Nahrwold, Menschen zur Bewegung zu animieren. In diesem Jahr erlebte der von ihm ins Leben gerufene Schenefelder Inklusionslauf seine erste Auflage. 25 Teilnehmer mit und ohne Behinderung nahmen an dem Ereignis teil, die Resonanz stimmte den Organisator zufrieden. So zufrieden, dass er sich schon mitten in den Planungen für das Jahr 2016 befindet. Das Ziel: Den Inklusionslauf in der Region etablieren.

Das Beispiel Christian Nahrwold zeigt, was Sport alles kann. Für ihn ist er Ausgleich und Leidenschaft zugleich. Sport fordert, fördert, integriert. Für Nahrwold hat der Sport schon unheimlich viele Türen geöffnet und Träume erfüllt: ,,Es würde mich freuen, wenn es vielen anderen Menschen genau so geht.“

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