zur Navigation springen

Fußball Oberliga : Der VfL zieht alle Register

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinneberg gegen BU unter Zugzwang. HR wittert seine Chance. SV Rugenbergen will in der Tabelle klettern.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2015 | 16:00 Uhr

350 Tage. So lange hatten die Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg daheim kein Spiel mehr verloren. Bis zum vergangenen Wochenende, als sie sich Altona 93 mit 1:3 auf eigenem Platz geschlagen geben mussten. „Dieses Gefühl kannten wir gar nicht, es ist nicht schön“, gestand hinterher VfL-Spieler Fabian Knottnerus geknickt. Die letzte Pleite vor heimischer Kulisse gab es am 19. April 2014 gegen Barmbek-Uhlenhorst (0:1).

Ironie des Schicksals: In der Heimpartie am kommenden Sonntag (15 Uhr) heißt der Gegner erneut BU, eine weitere Niederlage soll es aber nicht geben, denn: „Dann wären wir endgültig raus aus dem Titelrennen“, mahnt VfL-Trainer Michael Fischer. Die Situation ist skurril: Der VfL hat aus seinen letzten vier Partien lediglich zwei Zähler geholt und ist vor dem 28. Spieltag dennoch weiterhin Tabellenführer. Aber: Seine Verfolger haben die besseren Karten im Meisterschaftsrennen, denn der TuS Dassendorf, der SC Victoria und die SV Halstenbek-Rellingen haben allesamt ein Spiel weniger auf dem Konto als die Pinneberger, BU gar zwei. Gewännen die Verfolger ihre Nachholspiele, zögen sie allesamt am VfL vorbei. „Alles hypothetisch“, sagt Fischer mit Blick aufs Tableau, räumt aber ein, dass sein Team seine gute Ausgangsposition für den Saisonendspurt „fahrlässig verspielt“ habe. „Wir haben es nun nicht mehr selbst in der Hand, müssen gucken, ob andere patzen.“ Gleichwohl müsse der VfL seine eigenen Aufgaben meistern und zurück in die Spur finden, so der 47-Jährige. Mit BU kommt das Team der Stunde an die Fahltsweide. Die Barmbeker sind in der Liga seit nunmehr sieben Partien in Folge ungeschlagen, setzten sich zudem am Ostermontag in einem dramatischen Pokalviertelfinale im Elferschießen gegen Niendorf durch (6:4). Das nagte an den Kräften, doch Fischer sieht das nicht als Vorteil: „Der Kräfteverschleiß wird sie nicht kümmern. Die schweben jetzt auf der Wolke sieben, sind total euphorisiert. Dieses Gefühl wollen sie nun mit ins Spiel gegen uns nehmen.“ Um das Team optimal auf die heiße Phase der Saison vorzubereiten, zog das VfL-Trainerteam unter der Woche alle Register. Im Training ging’s ordentlich zur Sache, Steigerungsläufe und Schusstraining standen auf dem Programm. Zu viel für Mittelfeldspieler Christian Dirksen, dessen Adduktoren sich schmerzhaft zu Wort meldeten. Er droht gegen BU auszufallen. Da Thorben Reibe, Alexander Borck und Fabian Knottnerus in einem Formtief stecken und Philipp Werning unter der Woche kaum trainieren konnte, hat Fischer ein Problem in der Schaltzentrale. Sören Lühr könnte neben Benjamin Brameier im defensiven Mittelfeld auflaufen – oder aber der VfL stellt auf ein 4-1-4-1-System um. „Wir werden aber keine Experimente wagen“, betont Fischer und appelliert an den Teamgeist. Laminierte Plakate in der Kabine des VfL sollen einen zusätzlichen Motivationsschub geben. Auf ihnen prangen Sprüche wie „Aufgeber gewinnen nie. Gewinner geben niemals auf“ oder „jetzt erst recht“.

Beim Lokalrivalen SV Halstenbek-Rellingen jedenfalls ist man nicht unglücklich darüber, durch die zuletzt geringe Punktausbeute des VfL wieder im Titelrennen zu sein. Beim Einkaufen in einem Pinneberger Supermarkt traf Michael Fischer auf HRs (verletzten) Verteidiger Robert Hermanowicz. Letzterer rief dem Pinneberger Trainer mit einem Augenzwinkern an der Kasse zu: „Danke, dass ihr uns wieder zurück ins Titelrennen geholt habt.“ HR aber muss heute Abend (20 Uhr) zunächst einmal selbst beim FC Süderelbe auf Kunstrasen bestehen. Keine leichte Aufgabe. Von Vorteil für die Gäste könnte es sein, dass die Köpfe beim Gegner tief hängen dürften.

Der Grund: Der FCS setzte sich zwar sportlich im Pokal gegen Billstedt-Horn durch (11:2), hatte dabei aber einen Spieler eingewechselt, der bereits für Curslack II im Pokalwettbewerb im Einsatz war (siehe auch nächste Seite). Billstedt-Horn legte erfolgreich Protest ein und gewann rückwirkend am Grünen Tisch. Hakt Süderelbe die Saison nun vorzeitig ab? „Nein, das glaube ich nicht“, sagt HR-Trainer Thomas Bliemeister und fügt an: „Der FCS ist sehr heimstark, das wird ein heißer Tanz.“ Gut, dass Bliemeister wieder auf Außenstürmer Jephter Agyei Antwi zurückgreifen kann. Der Wiedergenesene (Adduktoren) soll seine Gegenspieler auf dem Flügel zum Tänzchen bitten. Ihre Kunstrasen-Phobie von einst haben die Baumschuler ohnehin abgelegt. „Unsere Neuzugänge aus Norderstedt und Blankenese sind Kunstrasen gewöhnt, außerdem haben wir unter der Woche wieder auf dem Kunstrasen in Tornesch trainieren können“, sagt Bliemeister. Die Umstellungen in der Abwehr (Sottorf links und Novotny rechts) haben zudem für mehr Stabilität im HR-Spiel gesorgt. „Wir stehen besser, jetzt wollen wir möglichst lange oben dran bleiben“, so der 59-Jährige.

Den Anschluss nach oben zu verlieren droht der SV Rugenbergen, der Sonntag (14 Uhr) in Buchholz gastiert. „Wir wollen noch ein paar Plätze klettern“, betont SVR-Coach Ralf Palapies. Das Programm der nächsten Wochen wird hart. Auf Buchholz folgt das Nachholspiel am 14. April gegen BU, am 18. April kommt dann Germania Schnelsen an die Ellerbeker Straße.

Zum Glück sind alle Mann in Palapies’ Kader einsatzbereit, sodass der Coach rotieren lassen kann. 

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen