Cheerleading : Der Traum von Olympia

Weltmeister: Sina Schlotter (links) und Carlotta Pansch präsentieren stolz ihre Goldmedaillen sowie WM-Ringe.
Weltmeister: Sina Schlotter (links) und Carlotta Pansch präsentieren stolz ihre Goldmedaillen sowie WM-Ringe.

Die Tangstedterinnen Sina Schlotter und Carlotta Pansch haben sich nach der WM in Amerika bereits die nächsten Ziele gesetzt.

shz.de von
26. Mai 2018, 09:00 Uhr

Tangstedt, Rellingen | Der Ring wird nur zu besonderen Momenten auf den Finger gesteckt. „Das ist immer noch ein ganz tolles Gefühl“, sagt Carlotta Pansch. Auch einen Monat nach dem Gewinn des Weltmeistertitels und der damit einhergehenden Trophäe der Jugend-Cheerleading-Meisterschaft schwebt die 13-Jährige ebenso wie ihre gleichaltrige Tangstedter Teamkollegin Sina Schlotter weiter auf Wolke sieben.

Knapp sechs Monate bereitete sich das Duo gemeinsam mit den Teamkolleginnen Joe-Anna Moser aus Norderstedt, Sina Möller aus Oering und Zoe Streck aus Kaltenkirchen auf das WM-Abenteuer im amerikanischen Orlando vor.

„Die Teilnahme an sich war schon aufregend. Dass wir zwei Titel geholt haben, ist unglaublich“, sagt Schlotter.

Akribische Vorbereitung macht sich bezahlt

Akrobatisch: Die Cheerleaderinnen des TuRa Harksheide wollen auch bei den Deutschen Meisterschaften überzeugen.
Kornelius Krüger
Akrobatisch: Die Cheerleaderinnen des TuRa Harksheide wollen auch bei den Deutschen Meisterschaften überzeugen.
 

Bereits eine Woche vor dem Turnierstart waren die fünf Turnerinnen, die in Rellingen regelmäßig unter dem Dach des „Athletic Cheer Projects“ im TuRa Harksheide trainieren, im US-Bundesstaat Florida gelandet und hatten sich akribisch mit dem deutschen Team auf die Wettkämpfe vorbereitet.

„Die Mädels waren eigentlich nur in der Halle und auf dem Trainingsgelände. Viel von Orlando haben wir nicht zu Gesicht bekommen“, sagt Carlottas Mutter Nicole Pansch. Neben diversen Trainingseinheiten wurde jede freie Minute genutzt, um die anderen Cheerleading-Nationen live zu beobachten.

 „Wir waren bei einem Training der Amerikaner auf einem Footballfeld dabei. Das war unglaublich. Sowohl die Stimmung als auch die Qualität der Kür“, sagte Carlotta Pansch.

Zweimal WM-Gold

Angestachelt von der Atmosphäre zeigten Pansch und Co. erstklassige Leistungen. Das weibliche Team (AllGirl) sowie die gemischte deutsche Mannschaft (Coed) waren in ihren jeweiligen Disziplinen das Maß der Dinge.

Die gemischte Mannschaft verwies Kanada und Chile auf die weiteren Podestplätze. Das weibliche Team ließ mit ihrer 2:30 Minuten langen Kür England und Neuseeland hinter sich. Durch die Titelgewinne rückt der deutsche Nachwuchs um Pansch und Schlotter bei den nächsten Titelkämpfen in Orlando eine Klasse höher und muss sich 2019 im Level Elite fünf messen.

„Da wartet ein anderes Niveau auf das Team“, weiß Vereinstrainerin Sarah Meinke (28).

Das ist jedoch Zukunftsmusik. Der aktuelle Fokus des Quintetts aus Rellingen liegt auf den Deutschen Meisterschaften des Cheerleading und Cheerdance Verbandes Deutschland (CCVD) am Wochenende 9./10. Juni in Hamburg.

 „Wir sind aktuell in der heißen Vorbereitungsphase. Nach dem Highlight in Orlando darf man jetzt aber auch nicht zu viel von den Mädels erwarten“, versucht Trainerin Meinke etwas den Druck zu nehmen. Ihre Schützlinge gehen jedoch mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen an den Start der Junior All Girl Level vier: „Wir wollen einen Platz unter den Top fünf erreichen“, sagt Sina Schlotter ganz trocken.


Olympia ist das langfristige Ziel

Neben dem kurzfristigen Ziel bei der Deutschen Meisterschaft Anfang Juni eine gute Kür abzuliefern, hat die Aufnahme des Cheerleading-Sports Ende 2016 in das Internationale Olympische Komitee bei den Nachwuchsturnerinnen aus Tangstedt neue Träume geweckt.

„Eine Olympia-Teilnahme wäre das absolute Highlight“, so Sina Schlotter. Eine Entscheidung, ob Cheerleading 2024 tatsächlich zu den Disziplinen bei den Olympischen Sommerspielen gehören wird, ist jedoch noch nicht gefallen.

Bis es soweit ist, wollen Pansch und Schlotter noch den einen oder anderen WM-Ring an ihre Finger stecken.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen