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Fussball Oberliga : Der Torpedo am zweiten Pfosten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fußball-Oberliga: Rugenbergen holt 1:1 gegen Dassendorf / Trainerlegende Eugen Igel endlich wieder auf dem Platz

Wenn am Ende Saison die besten und schönsten Tore gwürdigt werden, darf dieses Kopfballtor von Kevin Beese in der Auswahlliste nicht fehlen. Mit gefühlten 20 Metern Anlauf wuchtete er einen von Jan Melich getretenen Freistoß von der Dassendorfer Abwehr vollkommen allein gelassen per Kopfballtorpedo in die Maschen. Und das freute den Rugenbergener Sechser ebenso wie die anderen Oberligafußballer aus Bönningstedt, war es doch das 1:1 gegen den Oberliga-Meister der vergangenen beiden Spielzeiten. „Und so viele Tore mache ich ja auch nicht“, sagte Beese hinterher mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen.

Das hatte auch sein Trainer Ralf Palapies, der gern mal erzählt, dass er seine geschätzten 1,5 Tore pro Saison auch zumeist dann erzielte, wenn er bei Raspo oder dem VfL Pinneberg am zweiten Pfosten lauerte. „Beese ist immer einer, der zuhört. Hat er gut gemacht“, sagte Palapies über die Szene, die nach 53 Minuten bereits den Endstand im sonnabendlichen Spitzenspiel des Hamburger Oberhauses bedeutete.

Es war kein Zufall, dass der Treffer zu Beginn der zweiten Halbzeit fiel. Die erste hatte der Gastgeber nämlich zu einem großen Teil emotionslos an sich vorbei ziehen lassen. Während der Pause hatte Palapies dann die richtigen Worte gefunden. „Wir können hier auch 4:0 verlieren, aber ich möchte, dass wir an diesem Spiel teilnehmen“, habe er gesagt, so Palapies und hob hervor: „Das haben sie gemacht.“

Die Gäste bauten in gleichem Maße ab, was deren Trainer Jan Schönteich zu folgendem Urteil brachte: „Das Leidenschaftspendel schlägt zu Rugenbergen aus und dann gewinnt man manchmal solche Spiele nicht.“

Gänzlich eitel Sonnenschein herrschte beim SVR indes nicht. Zum einen waren die Kabinen im Klubheim aufgrund eines Wasserrohrbruchs gesperrt. Die Duschen funktionierten nicht; die Akteure zogen sich in der benachbarten Turnhalle der Schule um. Zum anderen verließ Pascal Haase den Rasen nach 31 Minuten mit schmerzverzerrtem Gesicht. Der Stürmer war nach zwölf Minuten im Zweikampf mit Amando Joseph Aust auf die operierte linke Schulter gefallen. Zur Pause blieb Manndecker Broder Hansen in der Kabine, weil es ihn im Adduktorenbereich zwickte. „Für uns kommt es wirklich knüppeldick“, stöhnte Palapies.

Aufmerksamer Beobachter am Spielfeldrand war auch Trainerlegende Eugen Igel, der fünf Monate, nachdem er bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt worden war, erstmals wieder auf den Fußballplatz zurückkehrte. Ehemalige Raspo-Elmshorn-Spieler wie Palapies und sein Co-Trainer Knut Aßmann, aber auch Peter Ehlers, Oliver Engl, Martin Protzek oder Igor Novakovic hatten den Ausflug des nun auf einen Rollstuhl angewiesenen Igel organisiert. Auch die früher an der Wilhelmstraße tätigen HR-Funktionäre Hans Jürgen Stammer und Thomas Berg waren da, ebenso Igel-Buddy Bert Ehm. Mit-Initiator Palapies wollte daraus eigentlich kein großes Ding machen. „Wichtiger wäre es, wenn es Nachahmer gibt“, empfahl er.


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erstellt am 09.Nov.2015 | 16:00 Uhr

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