Basketball : Der Titeltraum ist geplatzt

Voller Einsatz: Wedels Brandon Spearman (rechts) schnappt sich den Rebound. Im Endeffekt zogen die Risters gegen den neuen Meister aus Oldenburg jedoch den Kürzeren.
1 von 2
Voller Einsatz: Wedels Brandon Spearman (rechts) schnappt sich den Rebound. Im Endeffekt zogen die Risters gegen den neuen Meister aus Oldenburg jedoch den Kürzeren.

SC Rist Wedel verpasst die Meisterschaft in der ProB. Oldenburg siegt auch im zweiten Duell.

shz.de von
04. Mai 2015, 16:00 Uhr

Wedel | Vollgeparkte Straßen rund um die Wedeler Steinberghalle, lange Schlangen auf dem Vorplatz und im Foyer der Sportstätte, dazu kein freier (Sitz-)Platz auf der Tribüne zeugten vom Basketball-Fieber, das die Herren des SC Rist vor dem wichtigsten Spiel seit dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga ProB (2009/10) in ihrer Heimatstadt entfacht hatte. Gegen Dauerrivale Baskets Akademie Weser-Ems/Oldenburger TB hätte den Wedelern nach dem 58:61 in Niedersachsen ein Sieg mit vier Punkten Differenz zum Titelgewinn gereicht, doch dann ließ ein 79:71 (27:45) der Gäste alle Wedeler Träume wie Seifenblasen platzen.

Größer hätten die Gegensätze nach Ertönen der Schlusssirene denn auch kaum sein können. Während die Niedersachsen, die ihren Vorjahrtstriumph wiederholten, von OTB-Fans gefeiert wurden, konnten die Spieler des Heimteams trotz aufmunternden Beifalls ihre tiefe Enttäuschung nach einer langen Saison nicht verhehlen. Bei vielen Akteuren in Grün-Gelb, die schon 2013/14 dabei waren, wurden zudem böse Erinnerungen an das Halbfinale der vergangenen Saison wach, in dem die Rist-Herren demselben Gegner in drei Duellen unterlagen.

Ebenso müde und enttäuscht wie seine Spieler wirkte Rist-Headcoach Michael Claxton nach einer Marathon-Saison mit insgesamt 32 Punkt- und Playoff-Spielen. „Wir wollten unbedingt den letzten Schritt machen, aber das ist nicht gelungen, und so feiern jetzt die Oldenburger", sagte der 38-Jährige, für den sich die gerade beendete Spielzeit „bittersüß" anfühlte. „Es war eine grandiose Saison, aber jetzt fehlt das Sahnehäubchen, die Kirsche auf der Torte.“

Ausschlagend für die erste Heimniederlage der Wedeler im Jahr 2015 war nach Claxtons Auffassung der schwache Start seines Teams, das schon nach drei Minuten 0:7 zurücklag und diesem Rückstand, den die Oldenburger zwischenzeitlich auf 19 Zähler ausbauen konnten, bis zum Spielende vergeblich nachlief. Zudem trafen die Oldenburger elfmal von jenseits der Drei-Punkte-Linie, hielten damit den Gegner auf Distanz. „Beide Spiele waren sich in ihrem Verlauf sehr ähnlich. Wir haben erst nicht ins Spiel gefunden und es später nicht geschafft, das Blatt zu wenden, und das ist der Grund dafür, dass nun die Oldenburger feiern.“

Wie bitter es ist, als Heimteam ein Playoff-Finale zu verlieren, erfuhren die Wedeler dann bei der Siegerehrung durch Vertreter der Zweiten Bundesliga. Die Medaillen für den zweiten Platz konnten die Enttäuschung der Rist-Herren nicht lindern. Die Oldenburger dagegen gaben sich nicht mit dem offiziellen Siegerpokal zufrieden, sondern eigneten sich zudem auch noch die Korbnetze in der Steinberghalle als Trophäen an, ein vom US-Highschool- und Collegebasketball übernommenes Ritual. Übel nehmen wollte das den Gästen dann vor allem Claxton nicht. „So ist es nun einmal, der Gegner bekommt alles, und darum ist es heute Oldenburgs Nacht.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen